Pandemie-Bekämpfung Corona-Warn-App startet international

Seit Juni gibt es in Deutschland die Corona-Warn-App. Fast 20 Millionen Mal wurde sie inzwischen heruntergeladen. Geschätzt 16 Millionen Deutsche nutzen sie. Nun startet die App grenzüberschreitend. Bis Jahresende wollen 16 Länder in Europa mitmachen.

Corona-Warn-App, Das Logo der Corona-Warn-App auf einem Smartphone. Mithilfe der App werden Bürger benachrichtigt, sollten Sie sich in der Nähe eines am Coronavirus Erkrankten aufgehalten haben, wenn dieser die App ebenso installiert hatte und seine Erkrankung meldet.
Seit Juni gibt es die Corona-Warn-App. Fast 20 Millionen Mal wurde sie inzwischen heruntergeladen. Bildrechte: imago images/onw-images

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch international über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten informieren. Am Montagmittag erschien das entsprechende Update auf die Version 1.5 in den App-Stores der Anbieter.

Italien und Irland machen Anfang

Zunächst tauschen die Apps aus Deutschland, Irland und Italien Warnungen aus. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen kurze Zeit später folgen. Im November stoßen voraussichtlich die Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien hinzu. Auch ein Datenaustausch mit der Schweiz ist im Gespräch. Bis zum Jahresende könnten 16 nationale Apps miteinander verbunden sein.

Spahn: Warnung nun auch bei Reisen möglich

Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Bildrechte: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte: "Mit dem neuen Datenabgleichsdienst vernetzen wir die europäischen Apps untereinander. So lassen sich auch während oder nach einer Reise Kontakte warnen." Der Informationsaustausch läuft über ein Rechenzentrum der EU-Kommission in Luxemburg. Nutzer in Deutschland müssen nichts tun, um den EU-Modus zu aktivieren. Die Verknüpfung passiert im Hintergrund.

Frankreich wegen zentraler Speicherung nicht dabei

Die offizielle Corona-Warn-App Frankreichs wird nicht an dem europäischen Datenaustausch teilnehmen. Die Franzosen haben sich für ein zentrales Speicherkonzept entschieden, das mit dem Verfahren in den anderen EU-Staaten nicht kompatibel ist.

Neue Funktion Krankheitstagebuch

Neben der länderübergreifenden Risiko-Ermittlung wurde der App noch eine Tagebuch-Funktion hinzugefügt. Darin können infizierte Nutzer ihre Krankheitssymptome eintragen. Mit Hilfe dieser Angaben kann der Algorithmus der App das Infektionsrisiko präziser berechnen.

16 Millionen Nutzer - 500 Infizierte pro Tag warnen

Die deutsche App wurde mittlerweile rund 19,8 Millionen Mal heruntergeladen. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals "ThePioneer" informieren inzwischen fast 500 Corona-Infizierte pro Tag mit Hilfe der Warn-App andere Menschen über den eigenen Positiv-Befund. Die App werde gut angenommen, sagte der Leiter der Digital-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium, Gottfried Ludewig: "Jede Infektionskette, die hierdurch zusätzlich unterbrochen wird, ist wichtig."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Oktober 2020 | 14:00 Uhr