Corona-Pandemie Warn-App meldet rund 300 Corona-Infektionen

Die Corona-Warn-App hat inzwischen rund 300 Infektionen an Kontaktpersonen gemeldet. Das geht aus Schätzungen des Gesundheitsministeriums hervor. Immunologen sehen die App auf einem guten Weg.

Frau mit Mundschutz und Smartphone
In rund 300 Fällen hat die Warn-App bisher Alarm geschlagen. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Die deutsche Corona-Warn-App hat seit ihrer Einführung Mitte Juni Schätzungen zufolge rund 300 Infektionen gemeldet und die entsprechenden Kontaktpersonen informiert. Diese Zahl nannte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Zahl bezieht sich auf Verschlüsselungscodes

Der CDU-Politiker bezog sich dabei auf "die Zahl der Verschlüsselungscodes", die von der zugehörigen Hotline ausgegeben worden seien, um andere zu warnen. Mehr soll aus Datenschutzgründen nicht möglich sein, da die Informationen ausschließlich auf dem Smartphone gespeichert seien und weder das Robert Koch-Institut (RKI) noch Dritte Zugriff hätten.

Mehr als 14 Millionen Downloads

Die App zur Kontaktverfolgung von Covid-19-Infizierten wurde laut RKI bis 3. Juli etwa 14,6 Millionen Mal heruntergeladen. Spahn sagte, das sei "häufiger als ähnliche Apps in allen anderen EU-Ländern zusammen". Die App soll vor allem den Ausbruch einer zweiten Corona-Welle verhindern. Spahn warnte: "Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten."

Forscherin: Gefahr nicht vorbei

Rückendeckung erhielt Spahn von der renommierten Immunologin Lucie Abeler-Dörner vom Nuffield Department of Medicine der Universität Oxford: "Die Ausbrüche in Gütersloh und Göttingen zeigen, dass die Gefahr noch nicht vorbei ist, und dass es wichtig ist, Ausbrüche so schnell wie möglich zu erkennen."

App bei 15 Prozent Beteiligung sinnvoll

Abeler-Dörner hatte zusammen mit weiteren Wissenschaftlern in einer Studie simuliert, wie eine Kontaktverfolgungs-App gegen die Ausbreitung des Coronavirus helfen kann.

Dabei waren sie zum Schluss gekommen, dass eine Tracing-Anwendung dann anfängt zu wirken, sobald mindestens 15 Prozent der Bevölkerung mitmachen. Dann könnten Infektionsketten unterbrochen und Ansteckungen verhindert werden. Ohne jede weitere Schutzmaßnahme wie Atemschutzmasken oder Sicherheitsabstand wären 60 Prozent notwendig, um einen signifikanten Effekt zu zeigen.

In Deutschland ist die 15-Prozent-Marke bereits überschritten.

Lob für Deutschland

Dementsprechend gab es von der Wissenchaftlerin Lob: "Die deutsche App hatte einen wirklich guten Start", sagte Abeler-Dörner. "Ich hoffe, dass mit jedem neuen Nutzer ein weiterer Nutzer dazu inspiriert wird, die App herunterzuladen und seine Freunde und Familie zu schützen."

Die deutsche App sei auf dem besten Weg, bei der Erkennung der Ausbrüche einen Beitrag zu leisten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juli 2020 | 13:30 Uhr