Covid-19 Patientenschützer fordern Aufklärung zu Corona-Warn-App

Zuerst wurde bekannt, dass die Corona-Warn-App auf einigen Android-Telefonen nicht richtig lief, dann stellte sich heraus, dass es auch beim iPhone Probleme gibt. Patientenschützer fordern Klarheit. Die App sei ein wichtiger Baustein im Kampf gegen das Virus.

Die Corona-Warn-App zeigt an, dass der Smartphone-Nutzer nach den gesammelten Informationen bisher keinem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt war.
Hat die Corona-Warn-App immer richtig gewarnt? Offenbar nicht. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Aufklärung hinsichtlich der Probleme bei der Corona-Warn-App. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte, die App sei ein wichtiger Baustein, um das Coronavirus in Schach zu halten. Wenn auf immer mehr Smartphones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft funktioniere, beunruhige das die über 15 Millionen Nutzer.

Probleme bei Android und iPhone

Zuvor war bekannt geworden, dass die App sowohl auf einigen Android-Telefonen als auch auf dem iPhone nicht richtig funktioniert hatten. Bei Android-Telefonen betraf das Modelle der Hersteller Samsung und Huawei.

Die Besitzer sind einem Zeitungsbericht zufolge im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden. Grund sei, dass sich auf Android-Geräten die notwendige stetige Hintergrundaktualisierung der Warn-App bislang automatisch ausgestellt habe, solange die App nicht geöffnet war. Das sollte Handy-Strom sparen.

Ein Sprecher der Softwarefirma SAP, die die App mitentwickelt hatte, bestätigte der Zeitung die Probleme bei früheren Versionen der Corona-Warn-App. Auch das Robert Koch-Institut, das die App herausgibt, räumte ein, dass der automatische Abgleich im Hintergrund von einem Teil der Android-Smartphones unterbunden wurde. Das Gesundheitsministerium verwies auf eine neue Version der App. Über einen "Schieberegler" lasse sich die App jetzt dauerhaft scharf schalten.

Fehler auf iPhones noch nicht behoben

Nach Recherchen von tagesschau.de wurden auch Besitzer von iPhones teilweise wochenlang nicht darüber informiert, ob sie Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. SAP räumte auch diesen Fehler ein. Der Sprecher machte das Betriebssystem von Apple dafür verantwortlich.

Patientenschützer Brysch betonte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn müsse sich jetzt äußern. Sein Schweigen sei nicht zu akzeptieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juli 2020 | 10:30 Uhr

6 Kommentare

Peter vor 1 Wochen

Wachtmeister, wir erleben gerade, dass die Infesktionszahlen ansteigen.
Genau jetzt ist die App gefragt. Umd mein Lieber, Kinderkrankheiten lassen sich beseitigen.
Denken Sie mal an die eigene Gesundheit. Wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen, wird so macher App-Gegner nachdenklich werden und sie vorsichtshalber herunterladen. Sie nicht? Ich wünsche Ihnen viel Glück! Das mit dem Glück meine ich wörtlich.

Aarlon1972 vor 1 Wochen

Nein - ich gehöre zu den "über 15 Millionen Nutzer". Und ich habe der Deutschen Stiftung Patientenschutz nicht erlaubt, von mir ungefragt zu behaupten, dass es mich "beunruhige". Was maßen die sich an, im Namen von 15 Millionen Bürgern aufzutreten, von denen sie kein Mandat dazu eingeholt haben!!!

Leachim-21 vor 1 Wochen

da hat der Minister eine App bestellt die fast 20-25 Millionen gekostete hat und dann funktioniert diese noch nicht einmal richtig , was für ein Irrsinn wird Zeit das die Politiker in Haftung genommen werden damit das veruntreuen bzw. verschleudern von Steuergeldern aufhört.