Erreger breitet sich aus Zwei China-Rückkehrer positiv auf Coronavirus getestet

China meldet weiter steigende Zahlen bei Infektionen und Todesfällen durch das neuartige Coronavirus, die WHO auf den Philippinen das erste Todesopfer außerhalb des Landes. Auch aus Deutschland werden einige weitere Infektionen gemeldet, zwei davon unter den jüngsten Rückkehrern aus Wuhan. Auch andere Länder holen jetzt ihre Bürger aus China zurück und verhängen Einreisebeschränkungen.

Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" der Bundeswehr ist am Flughafen Frankfurt am Main gelandet. Rettungskräfte und Polizisten stehen an dem Flugzeug. Das Flugzeug der Bundeswehr hat Deutsche und andere Staatsbürger aus dem vom Coronavirus betroffenen chinesischen Wuhan ausgeflogen.
Mit einem Maschine der Luftwaffe wurden deutsche Bürger aus China abgeholt. Mindestens zwei von ihnen wurden am Sonntag als infiziert getestet. Bildrechte: dpa

Einen Tag nach ihrer Rückkehr aus der chinesischen Stadt Wuhan sind zwei der Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis Germersheim in Hessen am Sonntag mit.

Die Patienten wurden demnach von einer Kaserne in Germersheim, wo sie mit weiteren Rückkehrern unter Quarantäne stehen, in die Uni-Klinik nach Frankfurt/Main gebracht. Für die ehrenamtlichen Helfer und die Bevölkerung bestehe "kein Grund zur Sorge", hieß es in der Mitteilung.

In China liegt die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen inzwischen über 14.300, bei mehr als 300 Todesfällen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldete am Sonntag, auf den Philippinen habe es das erste Todesopfer außerhalb von China gegeben. Ein aus Wuhan eingereister Chines sei dort gestorben. In der chinesischen Millionenstadt war das Virus Ende Dezember 2019 auf einem Markt erstmals aufgetaucht.

Mehrere Deutsche betroffen

Ein Airbus A310 startet vom Flughafen Köln Bonn in Richtung Wuhan
Maschine der Luftwaffe beim Abflug nach China Bildrechte: dpa

Von Wuhan hatte eine deutsche Luftwaffen-Maschine 124 Menschen ausgeflogen, unter ihnen 102 Deutsche. Nach ihrer Landung am Samstag in Frankfurt/Main wurden elf Passagiere in die Uni-Klinik gebracht. Ein Verdachtsfall unter diesen Menschen wurde am Sonntag ausgeschlossen. Die anderen Patienten wurden wegen anderer Berschwerden behandelt.

Alle übrigen Heimkehrer waren von Frankfurt/Main in die Südpfalz-Kaserne nach Germersheim gefahren worden, wo sie insgesamt 14 Tage unter ärztlicher Aufsicht in Quarantäne verbringen müssen.

Noch am Samstag hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gesagt, dass alle Passagiere ohne Anzeichen einer Erkrankung in Wuhan abgeflogen seien: "Das heißt, es kommen erstmal gesunde, symptomfreie Mitbürger zu uns nach Deutschland zurück."

Häufung der Fälle in Bayern - ein Deutscher in Spanien

Die Zahl der an dem Virus erkrankten Deutschen war aber zuvor schon weiter gestiegen. Ein 33 Jahre alter Mann aus München sei als achter Patient in Bayern infiziert, teilte das dortige Gesundheitsministerium mit. Wie alle sechs bereits zuvor Erkrankten sei er Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto im bayerischen Landkreis Starnberg. Auch sei ein Kind eines der erkrankten Mitarbeiter infiziert. Hier könnte die Infektion eine aus China angereiste Mitarbeiterin mitgebracht haben.

Zudem wurde der Fall eines Deutschen in Spanien bekannt. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums wird er auf der Kanareninsel La Gomera isoliert. Er habe in Deutschland "engen Kontakt" mit einer infizierten Person gehabt.

Quarantänen in China - Abschottung im Ausland

Von Wuhan hat sich 2019-nCoV laut WHO bis Sonntag in 24 weitere Länder ausgebreitet. Kurz vor der Meldung des ersten Todesfalls hatte die philippinische Regierung verfügt, aus China angereiste Ausländer nicht mehr ins Land zu lassen. Auch andere Länder versuchen, sich abzuschotten. Neuseeland lässt ab Montag keine Ausländer mehr von China aus einreisen. Russland führte vorübergehend die Visum-Pflicht für Chinesen wieder ein und stellt vorerst auch keine Arbeitsvisa mehr aus.

Wuhan: Ein medizinischer Mitarbeiter überprüft den Tropf eines Patienten auf der Intensivstation des Krankenhauses «Zhongnan» der Universität Wuhan. China baut in aller Schnelle ein Krankenhaus zur Behandlung von Patienten, die mit dem neuen Virus infiziert sind.
In den Krankenhäusern in Wuhan wird unter Vollschutz gearbeitet. Bildrechte: dpa

Auch die USA, Australien und Israel untersagten zuletzt Einreisen aus China für alle Menschen, die keine eigenen Bürger oder dauerhafte Bewohner sind. Weitere Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, fliegen ihre Bürger aus China aus.

Dort wurde am Sonntag erstmals eine Stadt außerhalb der Provinz Hubei unter Quarantäne gestellt. In der Neun-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou an der Ostküste darf nach Behördengaben nur noch ein Mensch pro Haushalt alle zwei Tage auf die Straße, um Einkäufe zu erledigen. Der öffentliche Verkehr sei gestoppt.

In den vergangenen Wochen wurden bereits einige Städte in der Provinz Hubei, wo auch Wuhan liegt, mit insgesamt mehr als 50 Millionen Einwohnern de facto unter Quarantäne gestellt. Chinas Zentralbank kündigte am Sonntag an, die Wirtschaft wegen der Folgen der Epidemie mit Milliardensummen stützen zu wollen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Februar 2020 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2020, 22:07 Uhr