2019-nCoV-Epidemie Zehn Coronavirus-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff in Japan

Während vor allem in China die Zahlen neuer Infektionen und Todesopfer weiter steigen, haben japanische Behörden ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne gestellt. An Bord sind mindestens zehn Menschen mit dem neu aufgetauchten Coronavirus infiziert. Acht Deutsche sollen auf dem Schiff sein, bislang aber nicht betroffen. Auch in Hongkong wurde am Mittwoch ein Kreuzfahrtschiff festgesetzt.

Das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess
Das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" liegt vor der japanischen Küste in Quarantäne. Bildrechte: dpa

An Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind zehn Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das hat das Gesundheitsministerium in Tokio bekanntgegeben. Laut Reederei der "Princess Cruises" sind auch acht Deutsche auf dem Schiff. Von den Infektionen seien sie aber bislang nicht betroffen.

Den Angaben zufolge sind die meisten der 2.666 Passagiere aus Japan. Sie und die 1.045 Crew-Mitglieder müssen laut Ministerium jetzt weitere 14 Tage auf dem Schiff bleiben, auf dem die Untersuchungen auf den Erreger zunächst weitergehen. Lediglich die infizierten Personen würden von Bord in ein Krankenhaus gebracht.

Übertragung auch bei schwachen Symptomen

Nach den Erkenntnissen deutscher Forscher kann das Ende Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan erstmals entdeckte Coronavirus auch von Patienten mit milden Krankheitssymptomen übertragen werden. Das teilten die Charité in Berlin, die Klinik in München-Schwabing und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr mit. Bis Mittwoch gab es in Deutschland zwölf infizierte Menschen. Allen soll es gut gehen.

In China ist die Zahl der Infektionen und Todesfälle zuletzt weiter gestiegen. Nach offiziellen Angaben starben hier mindestens 490 Menschen an der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit. Mehr als 24.300 Menschen seien infiziert. Außerhalb von China gibt  es in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 220 weitere Infektionsfälle.

Die USA, Russland und andere Länder flogen derweil weitere Staatsbürger aus der zuerst und am schwersten betroffenen Millionenstadt Wuhan in Zentralchina aus. Sie werden zu Hause meist für zwei Wochen isoliert. Taiwan verwehrt ab Donnerstag allen Chinesen, die auf dem Festland leben, bis auf weiteres die Einreise.

Später wurde bekannt, dass auch in Hongkong ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1.800 Passagieren an Bord wegen eines Verdachts auf das Coronavirus festgesetzt wurde. Bei drei Menschen, die zwischenzeitlich mit dem Schiff der asiatischen Gesellschaft "Dream Cruises" gereist waren, war das Virus festgestellt worden.

Nach den Angaben chinesischer Behörden litten drei Mitglieder der Besatzung an Fieber. Sie seien in ein Krankenhaus gebracht und dort isoliert worden. Die Passagiere müssen den Angaben zufolge, bis auf die drei infizierten Urlauber, an Bord bleiben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Februar 2020 | 07:30 Uhr