Coronavirus Arzt entscheidet über Coronavirus-Test - Kassen zahlen

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, sollen jetzt die Tests ausgeweitet werden. Wird dieser von einem Arzt angewiesen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Händehygiene in einer Arzt Praxis
Der Arzt entscheidet, ob der Patient auf das Coronavirus getestet werden muss. Bildrechte: imago images/Geisser

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Tests auf das Coranavirus nunmehr in weitem Umfang. Das gaben das Bundesgesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung (KBV) bekannt.

Auf Anfrage von MDR AKTUELL teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag mit, dass die Entscheidung über einen Test dem Arzt obliege. Halte dieser die Überprüfung für notwendig, würden die gesetzlichen Krankenkassen auch die Leistung übernehmen. Der Arzt müsse dabei aber bestimmte Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) berücksichtigen.

Bisher nur eingeschränkte Kostenübernahme

Bislang hatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Tests nur bei bestimmten Patienten übernommen - die entweder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten oder innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) genannten Risikogebiet gewesen waren, zum Beispiel in der chinesischen Stadt Wuhan oder in der italienischen Region Lombardei, und entsprechend Symptome aufwiesen. Wer darüber hinaus einen Test wollte, der musste selbst für die Kosten von etwa 150 Euro aufkommen.

KBV: Überbelastung des Systems vermeiden

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
Stephan Hofmeister von der KBV Bildrechte: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, sagte am Montag bei der Bundespressekonferenz in Berlin, alle Praxen in Deutschland seien informiert und sollten damit auf mögliche Patienten vorbereitet sein. Zudem rief er die Bürger auf, wenn sie lediglich leichte Erkältungssymbole aufwiesen und keinen Kontakt zu infizierten Personen hatten, sich nicht zwingend in einer Praxis testen zu lassen, "um eine Überbelastung des Systems zu vermeiden". Wie viele Tests in den vergangenen Tagen in Deutschland gemacht worden seien, darüber habe es am Montag noch keine gesicherten Daten gegeben, sagte Hofmeister.

Wir empfehlen nicht, mit leichten Erkältungssymptomen in Praxen und Krankenhäuser zu gehen, um sich einfach testen zu lassen.

Stephan Hochmeister Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
MDR-Schwerpunkt: Das Coronavirus
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Empfehlungen für Patienten

Die Kassenärztliche Vereinigung rät Patienten, die sich im Verdachtsfall an einen Arzt wenden, zuerst in der Praxis anzurufen, um sich einen Termin geben zu lassen. So sollen Verdachtsfälle möglichst nicht während der normalen Sprechzeit in der Praxis behandelt werden.

Zudem rät das Robert Koch-Institut (RKI) Personen, die unabhängig von einer Reise einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt zu wenden. Das Amt kann auf der Website des RKI ermittelt werden.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes gibt es derzeit aktuell 150 mit dem Coronavirus Infizierte in Deutschland.

MDR AKTUELL RADIO