Corona-Daten Verbreitung des Coronavirus auf Kreisebene

Wir zeigen die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland auf Landkreisebene und bündeln die Zahlen für die einzelnen Bundesländer in einer kompakten Übersicht. Die Daten beziehen wir von einem am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekt.

Hier können Sie nach Ihrer Kommune beziehungsweise Ihrem Kreis suchen:

Ob die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus wirken, wird gemeinhin an der Entwicklung der Fallzahlen festgemacht; ob es also gelingt, die Kurve abzuflachen ("flatten the curve").

Welche Quellen liegen den Grafiken zugrunde?

Die oben abgebildeten Daten sammelt das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Zusammenarbeit mit der Risklayer GmbH. Das Team greift ausschließlich auf offizielle Statistiken der Landkreise, der Gesundheitsämter, des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Gesundheitsministerien zurück.

Nach welcher Methode werden die Daten gesammelt?

Dabei wird zum einen die Scraping-Methode genutzt, das heißt, die Daten werden von den Internetseiten größtenteils automatisiert gesammelt und zusammengeführt. Mehr als 5.000 Datenquellen werden nach Angaben des KIT genutzt. Zum anderen haben die Projektverantwortlichen eine Crowdsourcing-Initiative gestartet. Das bedeutet, dass Freiwillige von zu Hause aus dabei mithelfen können, die neuesten Daten zusammenzutragen. Derzeit helfen täglich rund 60 Menschen bundesweit mit. Die Zahlen gelangen erst nach einem mehrstufigen Prüfverfahren in die Datenbank. Drei Personen müssen bestätigen, dass es sich um eine seriöse Quelle und nachvollziehbare Daten handelt.

Wieso haben Risklayer, Johns-Hopkins-Uni und das Robert Koch-Institut unterschiedliche Zahlen?

Die Ausgangsquelle für alle drei Institutionen sind die örtlichen Gesundheitsämter beziehungsweise die für die Erfassung und Meldung verantwortlichen kommunalen Ämter oder Behörden. Diese Ämter melden ihre Fallzahlen dem jeweiligen Bundesland, das die Zahlen wiederum an das RKI weiterreicht. Durch diesen Prozess entsteht bei den Daten des RKI ein Meldeverzug von bis zu 36 Stunden.

Initiativen wie das Risklayer-Projekt recherchieren die Daten in den 401 deutschen Kreisen selbst – mittels teilweise automatisierter Verfahren. Dadurch haben sie die aktuellen und amtlich bestätigten Fallzahlen noch vor dem Robert Koch-Institut. Die Zahlen sind jedoch ebenso verifiziert und valide. Mit den gleichen Methoden arbeitet auch die Johns-Hopkins-Universität, die für ihre globale Übersicht auch auf nationale Quellen zurückgreift. Dies ist im Fall von Deutschland auch das Risklayer-Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie, dessen Zahlen in den obigen Grafiken ausgegeben werden.

Wie werden die Daten aktualisiert?

Es gibt momentan kein anderes offenes Portal, das die Daten zur Verbreitung des Coronavirus auf Kreisebene bündelt und auswertet. Die Datenbank ist damit auch aktueller als das Dashboard des Robert Koch-Instituts, wo die Meldungen der lokalen Gesundheitsämter erst mit ungefähr 12 bis 36 Stunden Verzug erfasst werden. Die Daten von CEDIM und Risklayer werden täglich um 1 Uhr nachts vollständig aktualisiert. In der Karte werden tagesaktuelle Updates berücksichtigt, meist werden die ersten verifizierten Updates ab dem frühen Nachmittag sichtbar.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. April 2020 | 07:00 Uhr