Neue Lungenkrankheit Entwarnung nach Corona-Verdachtsfall in Berlin

In Berlin hat sich der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus nicht bestätigt. Laut Auswärtigem Amt ist bislang auch kein Bundesbürger in China erkrankt. Pläne, Deutsche auszufliegen, gibt es auch nicht.

Plakate am Flughafen Tegel weisen auf die Gefährdung durch den Coronavirus hin
Am Flughafen Tegel weisen Plakate auf die Gefährdung durch den Coronavirus hin. Bildrechte: dpa

In Berlin hat sich ein erster Verdachtsfall auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nicht bestätigt. Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit sagte, der Test auf den Coronavirus 2019-nCoV in den DRK-Kliniken Mitte sei negativ ausgefallen. Bei dem Verdacht ging es um eine Frau, die Samstag nach einer Chinareise mit verdächtigen Symptomen in ein Krankenhaus in Berlin-Wedding gekommen war.

Bislang kein Deutscher infiziert

Bis Sonntag gab es in Deutschland damit keinen bestätigten Fall des neuen Coronavirus, das eine Lungenerkrankung auslösen kann. Auch in China ist offenbar bislang kein Bundesbürger mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Sicherheitskräfte in Wuhan
Die chinesische Metropole Wuhan ist weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt. Bildrechte: dpa

Eine Sprecherin rief alle China-Reisenden eindringlich auf, vor Reisebeginn die Sicherheitshinweise des Ministeriums genau zu lesen. Dort wird unter anderem empfohlen, Reisen in die vom Coronavirus betroffenen Gebiete möglichst zu verschieben.

Die Berliner Behörden rieten Menschen, die in der vom neuartigen Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei gewesen sind oder Kontakt mit Menschen von dort hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf den Coronavirus testen zu lassen.

Notfallplan für Umgang mit Verdachtsfällen in Flugzeugen

Ein Flugzeug mit Menschen an Bord, die möglicherweise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, darf in Deutschland nur fünf Flughäfen ansteuern. Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV, handelt es sich um Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main, München und Berlin. Die Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation sehen demnach vor, dass diese fünf Airports zum Schutz der öffentlichen Gesundheit sogenannte Kernkapazitäten vorhalten müssen. Im Falle der Ankunft eines Passagierflugzeugs mit einem Verdachtsfall an Bord würde die betreffende Maschine zu einem der fünf Flughäfen umgeleitet.

Keine Evakuierung geplant

Eine Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der Provinz Hubei ist vorerst nicht geplant. Aus Regierungskreisen hieß es, das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit den Betroffenen und mit Partnerorganisationen vor Ort, wie mit der Situation umzugehen sei.

Demnach leben in der Region etwa 100 deutsche Staatsangehörige mit ständigem Wohnsitz, die in der Krisenvorsorgeliste des Amtes registriert sind. In diese Liste können Deutsche sich freiwillig eintragen lassen.

USA und Frankreich holen Bürger aus Wuhan raus

Dagegen wollen die USA am Dienstag die Mitarbeiter ihres Konsulats aus dem abgeriegelten Wuhan fliegen. Auch Frankreich bietet seinen Bürgern an, sie mit Bussen aus der von den chinesischen Behörden abgeriegelten Stadt zu bringen. Japan und Russland bemühen sich ebenfalls, ihre Landsleute aus Wuhan herauszuschaffen.

Der französische Autobauer Peugeot hat angekündigt, seine Mitarbeiter und deren Familien nach Frankreich zurückzuholen. Der deutsche Autozulieferer Schaeffler hatte seinen Mitarbeitern vorübergehend Reisen von und nach China verboten.

Immer mehr Länder betroffen

Inzwischen sind immer mehr Länder vom Coronavirus betroffen. Infektionsfälle werden unter anderem aus Kanada, Singapur, Australien oder Vietnam gemeldet. Am Freitag waren die ersten Fälle in Europa gemeldet worden. Frankreich bestätigt drei Infizierte.

Aus China werden immer mehr Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet. Binnen eines Tages stieg deren Zahl um rund 1.000 auf über 2.000.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Januar 2020 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2020, 16:59 Uhr