Neue Fallzahlen, mehr Tote Erneute Krisensitzung der WHO zum neuen Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich in China weiter rasant aus. Inzwischen sind fast 8.000 Fälle bestätigt, 50 davon außerhalb von China. Die WHO bedauert, die Gefahr durch das Virus nicht schon vergangene Woche als "hoch" eingeschätzt zu haben. In einer Notfallsitzung soll das Thema erneut diskutiert werden.

Eine Krankenschwester in Schutzkleidung telefoniert in der Nähe eines Krankenwagens.
Die Sicherheitsvorkehrungen in China sind riesig, trotzdem breitet sich das Coronavirus rasend schnell aus. Bildrechte: dpa

Trotz der beispiellosen Sicherheitsmaßnahmen der chinesischen Behörden breitet sich das Coronavirus weiterhin rasant aus. Inzwischen stieg die Zahl der Todesfälle in China nach offiziellen Angaben um weitere 38 auf mindestens 170 an. Die Zahl der bestätigten Infektionen in der Volksrepublik wuchs demnach um rund 1.700 auf 7.711 Patienten.

Reisende gehen kurz vor der Schließung des Bahnhofs Hankou in Wuhan an einem Bahnsteig entlang.
Der Bahnhof Hankou in Wuhan ist inzwischen komplett gesperrt. Bildrechte: dpa

Die offizielle Gesamtzahl der Infektionen in der Volksrepublik stieg in den vergangenen Tagen immer wieder in großen Sprüngen an. Neben den bestätigten Fällen stehen nach Angaben der chinesischen Behörden weitere etwa 81.000 Menschen wegen Verdachts auf den Erreger unter Beobachtung.

Die allermeisten Krankheitsfälle konzentrieren sich weiterhin in der zentralchinesischen Provinz Hubei. In der dortigen Millionenmetropole Wuhan hatte die Epidemie ihren Ausgang genommen.

Die Provinz ist weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt, fast alle Verkehrsverbindungen wurden gekappt. Die Sicherheitsmaßnahmen in China werden sukzessive ausgeweitet. Inzwischen sind auch große Sportereignisse betroffen. So wurde die für März geplante Leichtathletik-Weltmeisterschaft in China um ein Jahr verschoben, wie der Leichtathletik-Weltverband mitteilte.

"Ganze Welt in Alarmbereitschaft"

Außerhalb Chinas gibt es bisher etwa 50 Infektionsfälle in mindestens 18 Ländern, davon vier in Deutschland. Die vier Patienten in Deutschland arbeiten alle beim im oberbayerischen Landkreis Starnberg angesiedelten Automobilzulieferer Webasto. Sie befinden sich laut bayerischem Gesundheitsministerium in "gutem Zustand". Bei den Verdachtsfällen in Sachsen-Anhalt gab es inzwischen Entwarnung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am Donnerstag erneut über die mögliche Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotfalles beraten. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte im Vorfeld des Krisentreffens seiner Organisation "tiefes Bedauern" darüber, dass die WHO bei einer Sitzung vergangene Woche die weltweite Gefährdung durch das Virus nicht als "hoch" eingestuft hatte.

Das WHO-Notfallkomitee hatte darauf verzichtet, den Gesundheitsnotfall zu deklarieren. Bislang hat die WHO den Notfall nur fünf Mal in ihrer Geschichte erklärt, unter anderem wegen Ebola und der Schweinepest. Es sei auf "menschliche Fehler" in den WHO-Berichten zurückzuführen, dass das Komitee die Bedrohung nur als "gemäßigt" eingestuft hatte, erklärte Tedros. Der Leiter der WHO-Notfallprogramme, Michael Ryan, betonte, dass nun die ganze Welt in Alarmbereitschaft sein müsse.

Große Konzerne reagieren

Nachdem die europäischen Airlines Lufthansa und British Airways am Mittwoch alle Flüge nach und von China gestrichen hatten, reagiert jetzt ein weiterer Weltkonzern: Der schwedische Möbelbauer Ikea schließt vorerst alle seine Warenhäuser in China. Zunächst wollte Ikea die Hälfte der chinesischen Geschäfte schließen, nun sollen sämtliche Filialen zu bleiben.

Auch der japanische Autobauer Toyota kündigte an, seine Fabriken in der Volksrepublik bis mindestens Ende kommender Woche geschlossen zu lassen. Die US-Restaurantkette McDonald's schloss alle ihre Filialen in Hubei.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 30. Januar 2020 | 21:45 Uhr

2 Kommentare

IM Larve vor 50 Wochen

Es gibt auch in der Nähe von Wuhan Biowaffenlabors, das sollte man im Auge behalten.
Möglich ist heute alles, und für die schnell Veröffentlichung, wäre das auch ein Indiz, weil die Chinesen sonst immer Mauern.

wer auch immer vor 50 Wochen

Trotz aller Technologien in der Medizin ist zu sehen, die Natur, und dazu zählt so ein Virus, ist mächtiger als der Mensch.
Vielleicht ist es ein Zeichen der Natur an die Menschen und deren Verhalten zur Natur, zu der Erde?
Wir suchen immer nach den Außerirdischen, den Aliens. Dabei sind es wir, die Menschen, die den Planeten "überfallen" haben.