BSI-"Digitalbarometer" Jeder Vierte Opfer von Internetkriminalität

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, will Internetnutzer besser vor Cyberkriminalität warnen. Das sogenannte Digitalbarometer zeigt, vor allem junge NutzerInnen sind unvorsichtig.

Hände tippen an einem Laptop (Symbolbild)
Viele Internetnutzer könnten sich besser vor Cyberkriminalität schützen. Bildrechte: IMAGO

Jeder vierte Internetnutzer ist schon einmal Opfer von Cyberkriminalität geworden. Das geht aus dem "Digitalbarometer" des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hervor.

Sicherheitsvorkehrungen zu gering

In der Bürgerbefragung wurde am häufigsten Betrug beim Onlineshopping (36 Prozent) angegeben, gefolgt vom Phishing, dem Ausspionieren vertraulicher Daten (28 Prozent). Außerdem genannt wurden Viren und Trojaner (26 Prozent), Identitätsdiebstahl (18 Prozent) aber auch Erpressersoftware (13 Prozent) und Cybermobbing (13 Prozent) gehören dazu.

Jeder Dritte schätzt das Risiko, Opfer einer Straftat im Internet zu werden, als hoch oder sehr hoch ein. Dennoch setzen die meisten Sicherheitsempfehlungen nur unzureichend oder erst im Problemfall um. Lediglich zwei Drittel der Befragten gab an, eine Antivirus-Software zu nutzen. Nur gut die Hälfte wendet ein sicheres Passwort an. E-Mails verschlüsselt nur jeder Fünfte.

Junge Internetnutzer informieren sich wenig zu Sicherheit

In der Bürgerbefragung gaben besonders häufig junge Menschen an, Cyberkriminalität nicht zur Anzeige zu bringen. Nur jeder Vierte der 16- bis 29-Jährigen zog in so einem Fall schon einmal die Polizei hinzu. Die Generation der über 50-Jährige erstatte dagegen bei 41 Prozent der Straftaten Anzeige.

Die jüngste Gruppe sucht im Problemfall häufiger Hilfe bei Freunden und Familie oder hilft sich selbst. Allerdings handelt diese Gruppe deutlich weniger häufig als die Älteren präventiv. Lediglich jeder Vierte informiert sich regelmäßig zum Thema Cybersicherheit. 41 Prozent dagegen schauen erst im Problemfall nach. Zum Vergleich: 38 Prozent der älteren Internetnutzer der über 50-Jährigen informieren sich regelmäßig. Auch neue Sicherheitsempfehlungen werden von jungen Menschen (25 Prozent) deutlich seltener direkt umgesetzt als von Über-60-Jährigen (49 Prozent).

Ein Mann gibt Tipps für sichere Passwörter. 2 min
Dirk Pawlaszczyk ist Professor für Informatik an der Hochschule Mittweida. Bildrechte: MDR/Kristin Kielon

Dirk Pawlaszczyk, Professor für Informatik an der Hochschule Mittweida, hat ein paar Tipps, wie man ein sicheres und leicht zu merkendes Passwort wählt.

Mi 20.09.2017 10:16Uhr 01:57 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/sichere-passwoerter100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Mann gibt Tipps für sichere Passwörter. 2 min
Dirk Pawlaszczyk ist Professor für Informatik an der Hochschule Mittweida. Bildrechte: MDR/Kristin Kielon

Dirk Pawlaszczyk, Professor für Informatik an der Hochschule Mittweida, hat ein paar Tipps, wie man ein sicheres und leicht zu merkendes Passwort wählt.

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BSI will zielgruppengerecht informieren

Um die Internetnutzer besser vor Cyberkriminalität zu schützen, will das BSI die Informationen zum Schutz vor Internetkriminalität besser bündeln und die Sicherheitsempfehlungen zu den häufigsten Straftaten bekannter machen. "Denn die Ergebnisse der aktuellen Bürgerbefragung zeigen, dass vor allem diejenigen, die sich weniger vor Kriminalität im Internet schützen, schlussendlich Opfer werden", heißt es in der Studie. "Hinzu kommt, dass Betroffene sich nicht automatisch mehr schützen – und dadurch wiederholt Opfer werden."

Das BSI will gezielter auf die verschiedenen Nutzungsverhalten eingehen. So informieren sich ältere Internetnutzer lieber über Websites und Newsletter. Die Jüngeren holen sich ihre Informationen dagegen lieber in sozialen Netzwerken, in speziellen Apps oder in Audio- und Videoformaten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. August 2019 | 12:00 Uhr

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