Brasilien TÜV Süd weist Verantwortung für Dammbruch zurück

In Brasilien ist vor gut einem Jahr ein Damm gebrochen. Bei dem Unglück starben 270 Menschen. Wenige Monate zuvor hatte der TÜV Süd den Damm geprüft und für sicher erklärt. Fünf Mitarbeiter sind angeklagt. Das Münchner Unternehmen weist eine juristische Verantwortung von sich und will sich gegen Schadenersatzansprüche verteidigen.

Von Schlamm überflutetes Tal nach Dammbruch in Brumadinho, Brasilien
Nach dem Dammbruch ergossen sich 13 Millionen Kubikmeter Schlamm in die Umgebung. 270 Menschen starben. Bildrechte: imago/Agencia EFE

Der TÜV Süd hat eine juristische Verantwortung für den verheerenden Dammbruch in Brasilien vor gut einem Jahr zurückgewiesen. Eine Sprecherin sagte, das Unternehmen werde sich "entschieden gegen Schadenersatzklagen verteidigen".

Auch Staatsanwaltschaft München ermittelt

Das Logo des TÜV SÜD
Der TÜV Süd hat seinen Sitz in München, ist aber international tätig. Bildrechte: dpa

Am Freitag hatte die brasilianische Justiz Anklage gegen fünf Mitarbeiter der brasilianischen Filiale des TÜV Süd sowie elf Vertreter des Baukonzerns Vale zugelassen. Ihnen werden vorsätzliche Tötung und schwere Umweltverstöße vorgeworfen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München gegen den TÜV Süd. Ein Team von Staatsanwaltschaft und Polizei werde im Frühjahr nach Brasilien reisen. Es solle vor Ort untersuchen, warum der Staudamm nicht gehalten und welche Rolle der TÜV Süd gespielt habe.

270 Menschen starben durch Dammbruch

Der Dammbruch im Vale-Bergwerk Córrego do Feijão nahe der Kleinstadt Brumadinho war eines der schwersten Unglücke in der Geschichte Brasiliens. 13 Millionen Kubikmeter Bergbauschlamm ergossen sich am 25. Januar 2019 in die Umgebung, 270 Menschen kamen ums Leben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2020, 22:14 Uhr