Ein Bauer düngt mit einem Traktor ein Feld bei Löbau.
Ein trockenes Feld nach der Dürre 2018 bei Löbau in Ost-Sachsen. Bildrechte: imago/Robert Michael

Anhaltende Trockenheit Dieses Jahr keine "normalen Bodenfeuchten" mehr möglich

Der Deutsche Wetterdienst fürchtet erneut einen sehr trockenen Sommer für die Landwirtschaft. Selbst, wenn man auf normale Niederschläge umschalten könnte, seien bis zur Ernte keine "normalen Bodenfeuchten" mehr drin.

Ein Bauer düngt mit einem Traktor ein Feld bei Löbau.
Ein trockenes Feld nach der Dürre 2018 bei Löbau in Ost-Sachsen. Bildrechte: imago/Robert Michael

Die Trockenheit hat nach Ansicht des Agrarmeteorologen Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in diesem Jahr schon "schärfer" eingesetzt als im Vorjahr um diese Zeit. Zwar werde man erst im Laufe des Jahres sehen, wie es weitergehe. "Doch selbst, wenn wir heute umschalten könnten auf normale Niederschläge, würden wir es bis zum Ende der Ernte in der Landwirtschaft nicht schaffen, auf normale Bodenfeuchten zu kommen", sagte der DWD-Experte MDR AKTUELL.

Immer nasser und immer trockener

Nach Angaben von Böttcher ist die Spannweite zwischen besonders nassem und besonders trockenem Wetter seit Jahren größer geworden. Neben der Intensität von Niederschlägen im Sommer hätten vor allem trockene Perioden und die Länge dieser Perioden stark zugenommen. Laut dem Agrarmeteorologen bekommen das auch unsere Wälder zu spüren. Zwar baue man diese um, damit man stärker auf die Klimaanpassung eingehen könne. "Aber zwei solche trockenen Ereignisse, wie wir sie im letzten Jahr hatten und wie es sich für dieses Jahr anlässt, strapaziert die Wälder sehr, sehr stark." Das gelte auch für die Kraft der Wälder, sich gegen Schädlinge wie Borkenkäfer zu schützen.

Niederschläge deutlich unter Durchschnitt

Nach Zahlen des MDR-Wetterstudios liegen die seit Anfang des Jahres gefallenen Niederschläge in ausgewählten Orten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen deutlich unter den Durchschnittswerten für diesen Zeitraum.

Sachsen 1. Januar bis 24. April 2019 l/m² Durchschnitt Januar bis April l/m²
Schkeuditz (Flughafen Leipzig/Halle) 87 137
Großlehna 95 141
     
Sachsen-Anhalt    
Mücheln (Geiseltal) 64 140
Bad Lauchstädt 66 118
     
Thüringen    
Erfurt-Bindersleben 58 131
Etzleben 59 129

DWD: Vor allem Ostdeutschland würde hart getroffen

Aus Sicht des Deutschen Wetterdienstes könnte ein weiterer Dürresommer wie 2018 vor allem die ostdeutschen Bundesländer besonders hart treffen. Wie der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch, am Mittwoch in Offenbach erklärte, ist die Bodenfeuchte vor allem in Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits so niedrig wie im Juli 2018. "Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden."

Nach Einschätzung des DWD könnte sogar ganz Deutschland auf einen weiteren Dürresommer zusteuern. Zum Beginn der Vegetationsperiode seien die Böden in vielen Regionen deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt - und sogar trockener als im April des vergangenen Jahres. Damals konnten Pflanzen und Bäume mit langen Wurzeln noch die Feuchtigkeit aus tiefen Bodenschichten ziehen und so die Trockenheit gut überstehen. Diese Wasserspeicher seien in diesem Jahr jedoch weit weniger gut gefüllt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. April 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 21:15 Uhr

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6 Kommentare

25.04.2019 17:04 Eulenspiegel 6

Hier geht es um die globale Klimaveränderung und die Auswirkungen auf die Deutsche Landwirtschaft.
Das Problem ist:
Der Mensch ist kurzsichtig und blind. Seit über 150 Jahren holt er Jahr für Jahr mehr Kohlenstoff ( in Form von Kohle, Erdöl und Erdgas ) aus der Erde und bläst dies in die Luft. Und auf ein mal wunder er sich das der CO2 Gehalt in der Luft steigt und dies sogar zur Klimaveränderung führt.

25.04.2019 10:45 C.T. 5

"...Machen wir doch weiter wie bisher..."

Dem spricht nichts entgegen. Habe nämlich von der Sintflut gehört, die auf mir folgt...

25.04.2019 07:15 Ludwig 4

Was soll die Panikmache? Wie das Wetter in diesem Jahr für Deutschland oder gar den Osten Deutschlands wird (wo beginnt der eigentlich? An der ehemaligen DDR-Grenze?) , welche Niederschlagsmengen wo fallen werden, kann kein Mensch und kein Institut voraussagen. Wer was anderes sagt, der lügt.
Klar, es wäre toll und passte in das Narrativ der Grünen und der Regierenden. Man könnte sogleich von der stetigen Erderwärmung schwadronieren und sich als Retter des Klimas inszenieren. Eine weitere Begründung zur Einführung der CO2-Steuer benötigte man nicht. Einfach mal ehrlich zu sein und zugeben, dass die Konjunktur schwächelt, gerade wo man jetzt und viele weitere Jahre höhere Staatseinnahmen für die Versorgung und Integrationsaufwendungen der neu Hinzugekommenen benötigt, das kommt unseren sog. Eliten nicht über die Lippen. Man verlässt sich lieber darauf, dass der Wähler einfach und vergesslich ist. Hat ja noch immer funktioniert.

24.04.2019 22:34 Sabrina 3

Es sind ja auch weite Landstriche, Feuchtgebiete und Sümpfe trocken gelegt und Wälder gerodet worden.
Das rächt sich jetzt.

Und was macht die Bundesregierung?
Die bekämpft das CO2 statt die wahren Ursachen.
Und betreibt Migration, was noch mehr Landwirtschaftliche Nutzfläche zur Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung erfordert.

Man kann nur hoffen, das genügend Menschen aufwachen und diese Leute abwählen.

p.s.
Man rate mal, woher der Kohlenstoff, aus dem die Pflanzen größtenteils bestehen, in der Brandenburger Sandwüste stammt?

24.04.2019 21:50 Peter 2

Machen wir doch weiter wie bisher. Das meinen so manche Mitbürger.
Ich denke, Greta samt der vielen anderen jungen Menschen haben verstanden, was Klimawandel bedeutet.

24.04.2019 21:50 kalle 1

Die Erde wird zum Treibhaus, da fehlt die thermische Konvektion zur Regenbildung über Land. Da heisst es, mit Bodenbedeckung die Verdunstung verringern und nicht noch ne Umgehungsstrasse bauen im Autoland und noch mehr Bäume abhaun zur Steigerung des Profits. Denn was kaufen ? Trinkwasser aus Plasteflaschen aus der Feengrotte ?