Impfung gegen Coronavirus Doch keine Privilegien für Geimpfte in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt wird sich die Quarantäne-Verordnung des Landes an die neue Muster-Quarantäneverordnung des Bundes anpassen. Dort sind keine Privilegien für geimpfte Personen vorgesehen. Noch Anfang der Woche hieß es, Sachsen-Anhalt erlasse geimpften Einreisenden die Quarantäne. Dies ist aktuell vom Tisch.

Ein Schild mit der Aufschrift Häusliche Quarantäne für Reise-Rückkehrer steht an einer Autobahn
Nun gilt sie weiter – die häusliche Quarantäne für Reiserückkehrer in Sachsen-Anhalt Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt wird es vorerst keine Erleichterung oder Privilegien für Geimpfte geben. Das betrifft vor allem Reiserückkehrer. Das Land rudert damit zurück, nachdem es noch Anfang der Woche hieß, nicht mehr jeder Einreisende aus einem ausländischen Corona-Risikogebiet müsse verpflichtend in häusliche Quarantäne – wenn er mindestens 14 Tage vor der Einreise eine vollständig abgeschlossene Impfung gegen das Coronavirus nachweisen könne.

Das Land berief sich dabei auf die neue Muster-Quarantäneverordnung des Bundes, die zwar zu diesem Zeitpunkt nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums noch gar nicht beschlossen war, den Passus mit Erleichterungen für Geimpfte aber offenbar enthalten sollte. Am Mittwoch wurde die neue Verordnung vom Bund beschlossen – allerdings ohne Ausnahmen für Geimpfte.

Verwirrung um Beratungsprozess

Eine junge Frau in Schutzkleidung betrachtet einen Corona-Schnelltest
Corona-Schnelltest für Einreisende Bildrechte: imago images/Future Image

Auf Nachfrage teilte Ute Albersmann, Pressesprecherin im Magdeburger Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration mit, es habe sich herausgestellt, dass die Fassung der Bundes-Quarantäneverordnung, mit der Sachsen-Anhalt gearbeitet habe, weil sie als abgestimmt verstanden worden sei, noch im Beratungsgang war.

Nachdem diese nun beschlossen wurde, soll die Quarantäne-Verordnung von Sachsen-Anhalt an die neue Muster-Quarantäneverordnung des Bundes angepasst werden. Das bedeutet, dass Vorteile oder Erleichterungen für Geimpfte zum derzeitigen Stand vom Tisch sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Dezember 2020 | 17:00 Uhr

107 Kommentare

faultier vor 6 Wochen

Den Bundesländern geht der Impstoff aus ,2-3 Wochen wird in Mitteldeutschland wohl kein neuer Impfstoff mehr ankommen . Dies Diskussion ist so was von absurd. Ein hätte, wäre ,wenn Diskussion die eines nicht anspricht .Die Unfähigkeit der Politik für Impstoff zu sorgen.

faultier vor 6 Wochen

Warum werden eigentlich nicht Personen die bereits Corona hatten bevorzugt ,wenn geiimpfte die erhalten sollen ,bei beiden ist nicht klar ob sie den Virus weiterverbreiten gelten Grundrechte dann nur für geimpfte und anderweitig geschützte nicht ?

MDR-Team vor 6 Wochen

Hallo Auf der Sonnenseite des Lebens,
ob sich eine vollständig geimpfte Person mit Covid-19 anstecken oder den Erreger weitergeben kann, ist derzeit noch unklar. Prof. Dalpke betont, er halte jedoch beides für unwahrscheinlich. Im Moment deute sich an, dass eine sogenannte "sterile Immunität" möglich sei. In diesem Fall würde sich die geimpfte Person nicht mit dem Virus anstecken und könnte es auch nicht weitergeben. https://www.mdr.de/wissen/corona-impfung-und-trotzdem-positiv-100.html