Ein Landwirt pflügt ein staubtrockenes Feld in der Region Hannover.
Die trockenen Böden im Osten machen Wäldern und Landwirtschaft zu schaffen. Bildrechte: dpa

Dürremonitor Böden im Osten und Norden viel zu trocken

Temperaturen bis zu 40°C, höchste Waldbrandwarnstufe und kaum Regen. Steht Deutschland ein Extremsommer wie 2018 bevor? Besonders im Osten und Norden des Landes ist es erneut sehr trocken. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung warnt aber vor einer Überdramatisierung.

Ein Landwirt pflügt ein staubtrockenes Feld in der Region Hannover.
Die trockenen Böden im Osten machen Wäldern und Landwirtschaft zu schaffen. Bildrechte: dpa

Im Osten und Norden Deutschlands fehlt der Regen. Das zeigt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Nach dem Extremsommer 2018 ist das Land bei der Trockenheit in diesem Jahr zweigeteilt, denn in Süddeutschland haben die Böden ausreichend Wasser.

Probleme für Landwirtschaft, Schifffahrt und Wälder

Im Norden und Osten könnten Wälder, Frachtschifffahrt und Landwirtschaft durch den Wassermangel dagegen Probleme bekommen. In diesen Regionen ist der Boden bis 25 Zentimeter Tiefe zu trocken. In tieferen Bodenschichten bis 1,80 Meter zeigt der Monitor sogar großflächig eine außergewöhnliche Dürre an.

Durch die Trockenheit erhöhe sich auch die Waldbrandgefahr, die Bäume würden außerdem weniger widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Kleinere Seen könnten wegen des niedrigen Wasserstands zudem Probleme mit sich ausbreitenden Algen bekommen, erläutert UFZ-Klimaforscher Andreas Marx.

UFZ: Lage nicht überdramatisieren

Dennoch sagt er, man dürfe die Lage nicht überdramatisieren. Mit 2018 sei das aktuelle Jahr nicht zu vergleichen. Auch wenn es jetzt heiß und trocken sei, dürfe man nicht davon ausgehen, dass sich die Dürre vom vorigen Jahr wiederhole. 2018 sei ein Extremereignis gewesen.

Was ist der Dürremonitor?

Der Dürremonitor ist ein Berechnungsmodell für die Bodenfeuchte. Die UFZ-Forscher können dort für jeden einzelnen Tag seit 1951 die Feuchtigkeit im Boden darstellen. Als Dürre gilt, wenn die 20 Prozent der trockensten Werte erreicht werden. Die Daten der UFZ-Forscher werden unter anderem von Land- und Forstwirtschaft für die Einschätzung der Lage verwendet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 10:05 Uhr

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2 Kommentare

25.06.2019 09:40 Max W. - "Unsere Werte" eben 2

(dürfe man nicht davon ausgehen, dass sich die Dürre vom vorigen Jahr wiederhole. 2018 sei ein Extremereignis gewesen.)

Interessant - das Helmholtz-Inst. kann in die Zukunft sehen; und deshalb "dürfe man" nicht "davon ausgehen". Machen wir lieber doch. Von Wissenschaftlern hätte ich etwas mehr Denken im Zusammenhang erwartet: Das Problem ist die durchschnittliche Bodenfeuchte über das Jahr und besonders in der Vegetationsperiode. Nimmt die BF im Durchschnitt über die Jahre stetig ab, haben wir ein Problem. Und dieses Problem hat irgendwann einen Anfang. Woher das HI zu wissen meint, dieser Anfang habe sich noch nicht ereignet in Mitteldeutschland, müsste "man" uns dann noch mal erläutern. Wir können natürlich auch schlicht profitträchtig abwarten wie es Usus ist im System Merkel und bei Eintritt des Desasters lauthals "Umdenken" fordern - allerdings ohne "Überstürzen". Da könnte eventuell ein Zusammenhang bestehen

25.06.2019 09:15 Lilly 1

"Temperaturen bis zu 40°C,"

wenn der MDR sich aktuell informiert hätte, wüsste er, das die 40 Grad die Meldungen von gestern waren. LOL

Ist das denn so schwer mal die Vorhersage anzusehen?