Escooter liegt auf Fußweg
Nach der Einführung der E-Scooter gab es bereits viele Unfälle. Bildrechte: dpa

Gefahr für Kinder und Ältere Sozialverband warnt vor Gefahren durch E-Scooter

Seit Mitte Juni sind in Deutschland E-Scooter zugelassen – eine unbedachte Entscheidung, findet der Sozialverband VdK. Inzwischen häufen sich die Berichte über Unfälle mit E-Scootern.

Escooter liegt auf Fußweg
Nach der Einführung der E-Scooter gab es bereits viele Unfälle. Bildrechte: dpa

Der Sozialverband VdK hat das Zulassungsverfahren für E-Scooter kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland, es sei "unbedacht" gewesen, dass die E-Scooter in so großem Maßstab eingeführt wurden. "Es zeigt sich, dass sie eher eine Alternative für Fußgänger oder zum Fahrrad sind. Und das sorgt für jede Menge Probleme."

Biathletin und Langläuferin Verena Bentele
Verena Bentele, von Geburt an blind, war früher Biathletin und Langläuferin. Sie ist zwölffache Paralympics-Siegerin. Bildrechte: dpa

Bentele sieht große Gefahren durch E-Scooter, vor allem für schwächere Verkehrsteilnehmer. "Für kleine Kinder, für Ältere und für Menschen mit Behinderung ist das Risiko am höchsten", sagte sie. Sie könnten oft nicht so schnell reagieren und zur Seite springen, wie es notwendig wäre.

Viele VdK-Mitglieder würden sich melden und auf Probleme hinweisen. Seit der Zulassung der E-Roller fühlten sie sich unsicherer, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. "Viele weisen darauf hin, dass sie mit ihrem Rollator oder ihrem Rollstuhl an manchen Stellen auf dem Bürgersteig Slalom fahren müssen", erklärte Bentele.

Bentele für mehr Kontrollen und Bußgelder

E-Scooter sind seit Mitte Juni in Deutschland zugelassen. Nutzer müssen Radwege nutzen, das Fahren auf Bürgersteigen ist verboten. Allerdings berichtet Bentele, dass viele Fahrer trotzdem auf dem Fußweg unterwegs seien. Deshalb fordert sie bessere Kontrollen und "deutlich höhere Bußgelder". Bislang sind es - je nach Verstoß - zwischen 15 und 30 Euro.

Schwere Unfälle mit E-Scootern

Zuletzt häuften sich Berichte über schwere Unfälle mit E-Scootern. Im thüringischen Stadtilm war ein 80-Jähriger am Donnerstag mit einem E-Scooter gestürzt, dabei zog er sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zu.

In Köln hatten am Freitag mehrere Behörden wegen zunehmender Unfälle mit den elektrischen Tretrollern Alarm geschlagen. Innerhalb der ersten sechs Wochen seit der Zulassung in Deutschland sei es in der Domstadt zu 21 gemeldeten Unfällen mit E-Scootern gekommen, teilte die Polizei mit. Dabei seien sieben Menschen schwer verletzt worden. Ein Helmpflicht gibt es für die Scooter nicht, es wird lediglich dazu geraten.

Die häufigsten Probleme bei der Nutzung der Roller seien Fahren unter Alkoholeinfluss, Fahren zu zweit, Fahren auf nicht erlaubten Wegen und wildes Abstellen der Scooter, erklärte die Kölner Polizei.

Neue Regeln in Paris

Wegen der Gefahren durch E-Scooter im Straßenverkehr hatten mehrere Städte kürzlich bereits Verbotszonen eingeführt. Auch in anderen Ländern wird über Maßnahmen im Zusammenhang mit den E-Scootern diskutiert. In Paris, wo rund 15.000 der elektrischen Tretroller unterwegs sind, dürfen diese nicht mehr auf Gehwegen abgestellt werden. Es droht ein Strafgeld von 35 Euro.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2019, 15:27 Uhr