Ein Mann raucht eine elektrische Zigarette (E-Zigarette).
Ein Mann raucht eine elektrische Zigarette (E-Zigarette). Bildrechte: dpa

US-Gesundheitsbehörde Lungenerkrankungen bei E-Rauchern durch Cannabis

In den USA sind Hunderte Nutzer von E-Zigaretten lungenkrank geworden. Inzwischen hat sich der Verdacht bestätigt, dass der Cannabis-Wirkstoff THC die Ursache sein könnte sowie bestimmte illegale Verdampferflüssigkeiten.

Ein Mann raucht eine elektrische Zigarette (E-Zigarette).
Ein Mann raucht eine elektrische Zigarette (E-Zigarette). Bildrechte: dpa

Bei der Ursachensuche für Lungenerkrankungen in den USA nach Nutzung von E-Zigaretten gibt es erste konkrete Spuren. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC mitteilte, haben von 514 befragten Patienten 77 Prozent angegeben, mit ihren E-Zigaretten Produkte mit dem Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert zu haben.

Nur 16 Prozent der Befragten gaben demnach an, ausschließlich Nikotin-Produkte geraucht zu haben. Die Gesundheitsbehörde hatte in der Vergangenheit bereits mitgeteilt, dass viele der Erkrankten THC-Produkte konsumiert hatten. Nun nannte sie aber zum ersten Mal konkrete Zahlen.

Ärzte vermuten, dass aus dem Cannabis das Öl Vitamin E Azetat in die Verdampferflüssigkeit gekommen sein könnte. Dieses Öl kann beim Rauch zu Entzündungen und schweren Lungenschäden führen.

Auch bestimmte Marke im Verdacht

Eine weitere Spur sind Produkte der Schwarzmarkt-Marke Dank Vapes. In den US-Bundesstaaten Illinois und Wisconsin, in denen die Häufung von Lungenerkrankungen bei E-Zigarettenrauchern zuerst aufgefallen war, hatten zwei Drittel der befragten Erkrankten diese Marke gekauft. Anfang September hatte auch der Bundesstaat New York vor der Marke gewarnt.

Mehr als 800 Erkrankungen und zwölf Todesopfer

In den vergangenen Monaten wurden in den USA bei 805 Menschen nach dem Konsum von E-Zigaretten Lungenerkrankungen registriert. Viele Patienten mussten auf einer Intensivstation behandelt werden, zwölf Patienten starben. Die Betroffenen sind zumeist männlich und unter 23 Jahre alt.

Erste Verbote in USA

Elektrische Zigaretten, bei denen eine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird, sind in den USA und vielen anderen Ländern in den vergangenen Jahren populär geworden. Auf die Erkrankungen reagierten die Behörden zunehmend restriktiv. Anfang der Woche verhängte Massachusetts als erster US-Bundesstaat ein vorläufiges Verbot für alle E-Zigaretten.

Die kalifornische Metropole San Francisco hatte bereits im Juli ein Verbot erlassen. Auch die Bundesstaaten Michigan und New York hatten kürzlich ein Verbot von aromatisierten E-Zigaretten verhängt. Elektrozigaretten mit süßlichen oder nach Menthol schmeckenden Zusatzstoffen sind besonders bei jungen Leuten sehr beliebt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. September 2019 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2019, 06:42 Uhr

1 Kommentar

kennemich vor 2 Wochen

Na mei, gönnt ihr den Menschen nichts, laßt ihnen doch ihren freien Willen in einem freien Land.