Ein Arbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dekontaminiert eine Türöffnung eines Grundstückes, auf dem zwei Ebolafälle entdeckt wurden.
Gegen die Ebola-Seuche hilft vor allem Früherkennung, Quarantäne und die Stärkung des Immunsystems. Ein Heilmittel gegen das tödliche Virus gibt es nicht. Bildrechte: dpa

Kongo WHO ruft Ebola-Notstand aus

Seit einem Jahr kämpfen Gesundheitsbehörden im Kongo gegen die tödliche Ebola-Epidemie. Doch die Zahl der Infizierten und Todesopfer steigt. Nun rief die WHO den Internationalen Gesundheitsnotstand aus.

Ein Arbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dekontaminiert eine Türöffnung eines Grundstückes, auf dem zwei Ebolafälle entdeckt wurden.
Gegen die Ebola-Seuche hilft vor allem Früherkennung, Quarantäne und die Stärkung des Immunsystems. Ein Heilmittel gegen das tödliche Virus gibt es nicht. Bildrechte: dpa

Wegen der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Genf, trotz intensiver Bemühungen sei die tödliche Fieberkrankheit im Nordosten des Landes nicht unter Kontrolle gebracht worden.

Das Risiko einer weiteren Ausbreitung von Ebola in der gesamten Region sei sehr hoch, warnte Tedros. Das müsse die Welt jetzt zur Kenntnis nehmen.

Zweitgrößte Ebola-Seuche der Geschichte

Mehr als 2.500 Menschen haben sich laut WHO seit Mitte 2018 mit der Krankheit angesteckt. Knapp 1.700 Infizierte starben. Der Ausbruch gilt als zweitgrößter in der Geschichte der tödlichen Infektionskrankheit. WHO-Generaldirektor Tedros zufolge besteht jedoch keine globale Gefahr.

Ein Auslöser für die neue Risikobewertung war offenbar vor wenigen Tagen der erste Todesfall in einer kongolesischen Millionenstadt Goma. Ein Pastor war an der Infektion gestorben, 80 Menschen, mit denen er Kontakt hatte, wurden geimpft.

Notstand soll Hilfe beschleunigen

Der Notstand bedeutet eine höhere Alarmbereitschaft sowie den schnelleren Einsatz von Finanzmitteln. Ebolafälle sollen eher erkannt und Infizierte schneller isoliert werden. Daneben soll die Impfkampagne verstärkt werden und Nachbarländer müssen ihre Grenzen besser überwachen.

Die WHO lehnt jedoch Reisewarnungen und Grenzschließungen ab. Das erschwere eher den Kampf gegen die Seuche. Neben dem Kongo waren bislang nur in Uganda einige Ebola-Todesfälle bekanntgeworden.

Bei der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie zwischen 2014 und 2016 in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone war der WHO Versagen vorgeworfen worden, weil sie damals zu spät reagiert haben soll. Damals starben rund 11.300 Menschen.

Es gibt kein Heilmittel

Ebola-Kranke müssen streng isoliert werden, spezifische Heilmittel gibt es nicht. Die Behandlung setzt auf eine Stärkung des Immunsystems und die Kontrolle anderer Krankheiten. Gesunde Ernährung senkt die Todesrate.

Der Kampf gegen Ebola im Kongo wird vor allem von der anhaltenden Gewalt in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri behindert. Es gibt immer wieder Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen. Dabei wurden sieben Menschen getötet, darunter ein Epidemiologe der WHO.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Juli 2019 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 08:33 Uhr

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