Haustiere Wer bekommt den Hund bei einer Scheidung?

Hunde gelten längst als Mitglied in einer Familie oder einer Partnerschaft. Doch nicht jede Familie bleibt auf Dauer zusammen. In Scheidungsfällen mit tierischem Anhang stellt sich dann die Frage: Wer bekommt den Hund? Dabei kann es unter Umständen dazu kommen, dass der Vierbeiner von den Beteiligten als Druckmittel benutzt wird. Können sich die Ex-Partner nicht gütlich einigen, müssen Gerichte diese Frage klären.

von Klaus Deuse, MDR AKTUELL

Hund
Hunde gelten mittlerweile oft als vollwertige Familienmitglieder. Wenn Ehen auseinanderbrechen sind auch die Vierbeiner betroffen. Bildrechte: Colourbox.de

Geht eine Ehe oder Partnerschaft in die Brüche, kommt es bei der Trennung auch darauf an, wer was in die Beziehung mitgebracht hat und das Eigentumsrecht daran auch nachweisen kann.

Im Fall eines Hundes, sagt Lisa Frankenberger von der Tierschutzorganisation TASSO, heißt das: "Wenn einer der beiden Partner das Tier mit in die Ehe gebracht hat, dann bleibt das Eigentum unangetastet bei demjenigen, dem das Tier auch schon vor der Ehe gehört hat."

Haben sich die Partner aber in glücklichen Zeiten, in denen sie miteinander alles teilten, den Hund angeschafft, dann gilt der Vierbeiner juristisch als Gemeinschaftseigentum. Lisa Falkenberger sagt dazu: "Das heißt dementsprechend muss dann wie bei allen Vermögenswerten bei einer Scheidung eine Regelung getroffen werden. Im Idealfall sollte das im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen. Wenn das nicht möglich ist, müsste hier ein Gericht die Entscheidung treffen und einem Partner das Eigentum an dem Tier zusprechen."

"Tier ein Teil des Hausrates"

Für Frauchen und Herrchen lässt sich der Wert ihres Hundes nüchtern kaum in Geld beziffern. Auch wenn der Tierschutz 2002 ins Grundgesetz aufgenommen wurde und Tiere nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch keine Sachen sind, wurden Haustiere in der Rechtsprechung mitunter noch nach den Vorschriften für Sachen behandelt. Hester Pommenering vom Deutschen Tierschutzbund erklärt den Stand der Dinge bei den Gerichten:

"Das Tier gilt nach wie vor als Teil des Hausrates, der dann ja unter den Ex-Ehepartnern aufgeteilt wird, gerecht und angemessen. Mittlerweile ist es aber in der Rechtsprechung auch anerkannt, dass es sich bei Tieren um Lebewesen handelt, die darunter leiden müssten, wenn sie ihre Hauptbezugsperson verlieren würden. Das heißt, da wird das Tierwohl auf jeden Fall in die Entscheidung einbezogen."

Tierwohl im Mittelpunkt

Ein Hundeleben währt oft länger als eine zwischenmenschliche Beziehung. Im Interesse des Tieres sollten sich Ex-Partner darum darauf verständigen, bei wem und warum der Hund nach der Trennung besser aufgehoben ist. Gelingt das nicht, entscheidet das Gericht. Dabei, sagt Hester Pommenering vom Deutschen Tierschutzbund, rückt das Tierwohl in den Mittelpunkt.

"Da wird dann auch wirklich geguckt, wer hat sich zuletzt mehr mit dem Tier beschäftigt, wer hat sich mehr gekümmert und bei wem liegt die Versorgung und Pflege. Aber genauso: wer hat mehr Zeit für den Hund, wo geht es ihm tendenziell besser, weil er mehr Auslauf hat."

Kein Recht auf Umgang

Wenn der Hund einem der ehemaligen Partner endgültig zugesprochen wurde, dann heißt das für den anderen Partner im Prinzip, sich grundsätzlich von dem Vierbeiner zu verabschieden. Hester Pommenering:

Ein gesetzliches Recht auf sogenannten Umgang, wie jetzt zum Beispiel bei Kindern, gibt es nicht.

Hester Pommenering, Deutscher Tierschutzbund

Auf freiwilliger Basis können die Ex-Partner jedoch eine individuelle Vereinbarung treffen. Übrigens auch für die Zahlung eines Unterhalts für den Hund, etwa für die medizinische Versorgung. Kurzum: Damit es dem Tier auch nach der Trennung weiterhin gut geht und es nicht ins Tierheim abgegeben werden muss, nur weil einem der früheren gemeinsamen Besitzer das Geld fehlt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. März 2020 | 06:54 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2020, 10:34 Uhr

1 Kommentar

part vor 4 Wochen

Es ist sehr bedauerlich das die neuen Corona- Verbreiter nun noch in zivielrechtlichen Verfahren Beachtung finden müssen. Nun gut, 85 % beobachtete Subkulturhaltung ist weiblich, der gerichtliche Entscheid dürfte dann mehr auf die Ersatzmutter tendieren, die sich nicht um zukünftigen,- eigenen,- oder adoptiven Nachwuchs kümmert aber das künstliche Tierwohl im Auge behält. Einen schönen 8. März an alle die nicht wissen was wirklich wichtig erscheint...