Kunstdiebstahl Ex-Chef-Restauratorin hält gestohlene Juwelen für unverkäuflich

Mit den gestohlenen Stücken aus dem Grünen Gewölbe Dresden könne man kein Geld machen, ist sich die ehemalige Restauratorin der Schatzkammer sicher. Sie hofft, dass die Steine nicht zerlegt werden.

"Aus heutigen Juwelier-Gesichtspunkten sind diese großen Steine wertlos", sagt die ehemalige Chef-Restauratorin des Grünen Gewölbes Dresden, Christine Engelmann, über den Kunstdiebstahl. Denn "sie haben viele Einschlüsse und auch Spannungsrisse". Würde man so einen großen Stein zerschneiden, wäre das aus ihrer Sicht ein "absolutes Risiko". Denn man wisse nicht, in wie viele Stücke der Stein zerspringen kann.

Christine Engelmann
Die ehemalige Chef-Restauratorin im Grünen Gewölbe: Christine Engelmann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Man kann nur hoffen, dass nichts zerstört wird", sagt Engelmann, deren Leben bis vor neun Jahren das Grüne Gewölbe war – ihr Spezialgebiet: die Juwelen. Sie ist schockiert und hofft, dass die Juwelen wieder zurückkommen. Der Diebstahl sei ein schwerer Verlust für das deutsche kulturelle Erbe.

Über die gestohlenen Stücke sagt sie: Die Aufbereitung "ist ein großer Aufwand gewesen". Der Untergrund sei perforiertes Stahlblech, auf dem die Stücke eingenäht und das anschließend mit Samt überzogen wurde. "Und es muss jedes Stück mehrfach aufgenäht werden. Das ist sehr aufwändig gewesen."

Bildergalerie Diese Kostbarkeiten verschwanden aus der Vitrine im Grünen Gewölbe

Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur
Die Diamantrosengarnitur Überblick über alle Teile der Diamantrosengarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Degen (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Degen aus der Diamantrosengarnitur Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Karpinski
Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens: Er trägt 225 größere und kleinere Diamanten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Hutagraffe: Der Diamant in der Schleife oben hat 24,98 Karat. Der Mittelstein unten in der Rosette zeichnet sich durch 16,5 Karat aus. Die Hutkrempe besteht aus 13 großen und 103 kleineren Diamanten, aus Silber und Gold. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Große Diamantrose (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Große Diamantrose Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Achselschleife (Epaulette) - Teilstück vorhanden: Das Schmuckstück trägt 20 große und 216 kleine Diamanten, besteht aus Gold und Silber. Die größte Diamantrose in der Mitte der Doppelschleife hat 31,5 Karat. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur 10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur (einzelne erhalten) Bildrechte: Jörg Schöner
Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Überblick über die Brillantgarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz Bildrechte: Jürgen Karpinski
Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Brillantgarnitur Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinksi
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Diese große Brustschleife gehörte Königin Amalie Auguste. Der Schmuck stammt aus dem Jahr 1782 und trägt 51 große und 611 kleine Brillanten. Die Steine werden von Gold- und Silbereinfassungen gehalten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Aigrette für das Haar in Form einer Sonne Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
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Keine Zweifel am Sicherheitskonzept gehabt

Zweifel am Sicherheitskonzept hatte sie damals nie gehabt. Eher im Gegenteil: "Also manchmal war die Sicherheit schon ein bisschen störend, wenn wir in der Ausstellung arbeiten mussten", sagt Christine Engelmann. Es sei dann einfach zu schwierig gewesen, in die Vitrinen zu kommen. Der Diebstahl ist für sie unbegreiflich, "weil ich natürlich weiß, wie stark die Sachen gesichert sind".

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 27. November 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2019, 15:17 Uhr