Zwei Frauen beschäftigen sich in einem Computerkurs der Volkshochschule mit theoretschen und praktischen Fragen der Handybedienung.
Der Computer funktioniert nicht oder das Smartphone spinnt? Bei IT-Problemen sind für viele Eltern, die Kinder die Notfallhelfer. Bildrechte: dpa

IT im Alltag Eltern in Technik-Fragen auf Kinder angewiesen

Alte Menschen und Technik – darüber werden viele Witze gemacht. Mit einem Fünkchen Wahrheit: Eine Studie belegt, dass viele junge Menschen bei technischen Problemen für ihre Eltern die Notfallhelfer sind.

von Marc Zimmer, MDR AKTUELL

Zwei Frauen beschäftigen sich in einem Computerkurs der Volkshochschule mit theoretschen und praktischen Fragen der Handybedienung.
Der Computer funktioniert nicht oder das Smartphone spinnt? Bei IT-Problemen sind für viele Eltern, die Kinder die Notfallhelfer. Bildrechte: dpa

"Und Jesus sprach: So kehret heim in eure Dörfer und löset die IT-Probleme eurer Eltern" – für diesen Tweet zur Weihnachtszeit gab es über 5.000 Likes. Das Problem, dass die lieben Eltern ihre Kinder als Technikspezialisten nutzen, scheint also bekannt zu sein.

Tatsächlich ist das Internet voll von Witzen und sogar Artikeln über die angeblich so technik-fremden Eltern. Von aus Versehen deinstallierten Apps, die die Kinder wieder herstellen müssen, bis hin zum Laut-Stellen des Smartphones: Junge Leute sind im Einsatz – und auch die Eltern geben zu, die Kinder bei Technikproblemen zu fragen.

IT-Hilfe mehr geschätzt als Gesellschaft

Eine Studie belegt nun, was vielen jungen Leuten offenbar längst klar war: 35 Prozent der befragten Eltern zeigten sich von der Technik zu Hause überfordert, nachdem ihre Kinder ausgezogen waren.

Ein Drittel ruft gar regelmäßig per Telefon um Hilfe, sagt Anne Mickler, Sprecherin der Softwarefirma Kaspersky, die die Studie in Auftrag gegeben hat. Mickler kennt die Hilferufe von ihren eigenen Eltern, denn bei jedem Besuch käme mindestens eine Frage zur heimischen Technik auf.

Ein Ergebnis der Studie hat Mickler aber dann doch überrascht: "Zusätzlich gab jeder Fünfte an, also 19 Prozent der Befragten, dass sie teilweise die IT-Hilfestellung ihrer Kinder mehr vermissen, als die Gesellschaft, die sie vorher hatten, beispielsweise bevor die Kinder zur Universität gegangen sind."

Technik ist noch immer Neuland

Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut "Arlington Research" 11.000 Verbraucher aus 13 Ländern online befragt.

Vielleicht ist der Ruf nach Hilfe auch nur ein Vorwand, um die Kinder öfter zu sehen oder wenigstens öfter zu telefonieren? Das hat ein junger Mann aus Leipzig, mit dem MDR AKTUELL über das Thema gesprochen hat, geschickt umgangen: Er habe ein Fernwartungssystem auf den Geräten seiner Familie installiert und könne sich so von seinem eigenen Computer auf deren Geräten anmelden und das Problem beheben.

Tatsächlich gaben in der Studie 25 Prozent der jungen Leute zu, dass sie Familienmitglieder manchmal bewusst meiden, weil sie einfach nicht schon wieder nach Technikthemen befragt werden wollen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 06:24 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 05:00 Uhr

4 Kommentare

nasowasaberauch vor 3 Wochen

Also ich kann diese These nicht bestätigen. Bei mir ist es umgekehrt. Sobald es ein Problem tiefer als auf der Spieloberfläche oder der Anwendung gibt ist der Vater gefragt. Vorteil unserer Generation DOS ist, dass sie noch das Computer-Innenleben kennen und aus einer Zeit stammen, als Programmierer mit 640kB auskommen mußten und die Beherrschung einer Befehlssyntax Voraussetzung für die Bedienung war. Jeder hat seine Stärken und ich beherrsche dafür kein einziges Spiel.

Strafrechts-Profit-eur vor 4 Wochen

Eltern waren schon immer nervend. Das war vor 45 jahren nicht anders.
Eltern waren auch schon immer blöd. Dafür sind es ja schließlich Eltern.
Eltern haben auch immer so einen komischen Musikgeschmack. Merkwürdigerweise trifft das auch auf Eltern zu, die in meinem Alter sind, also so um die 59.

Anhaltiner vor 4 Wochen

Eltern in Technik-Fragen auf Kinder angewiesen.Technik ist noch immer Neuland.
Frau Merkel hat leider keine Kinder und deshalb bleibt für sie das Internet auch Neuland.