Zwei übergewichtige Männer an einem Strand.
Jedes vierte Kind in Deutschland ist zu dick. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Analyse zahlreicher Studien Eltern erkennen Übergewicht ihrer Kinder oft nicht

Weltweit hat sich die Zahl fettleibiger Kinder und Jugendlicher in den vergangenen 40 Jahren verzehntfacht. Ein Grund dafür: Viele Eltern unterschätzen das Übergewicht ihres Nachwuchses und unterstützen sie nicht dabei, gesund zu leben.

Zwei übergewichtige Männer an einem Strand.
Jedes vierte Kind in Deutschland ist zu dick. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Eltern dicker Kinder unterschätzen häufig das Übergewicht ihres Nachwuchses. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die auf einem europäischen Kongress für Adipositas im britischen Glasgow vorgestellt wurde.

Vor allem dicke Eltern mit Fehleinschätzungen

Demnach sehen mehr als die Hälfte der Eltern ihre Kinder nicht als übergewichtig oder gar fettleibig an - vor allem bei kleinen Mädchen und Jungen. Eltern, die selbst zu viele Kilos auf die Waage bringen und nicht so gebildet sind, würden besonders häufig mit ihrer Einschätzung daneben liegen. Folglich bekämen viele Kinder nicht die Unterstützung, die sie bräuchten, um gesund zu bleiben.

Außerdem schätzt jedes dritte dicke Kind seinen hohen Gewichtsstatus selbst als geringer ein.

Für ihre Analyse nutzten die Wissenschaftler weltweit 87 Studien aus den vergangenen fast 20 Jahren. Diese umfassten Angaben über fast 25.000 Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahren und deren Eltern.

Jedes vierte Kind in Deutschland zu dick

Weltweit hat sich den Angaben zufolge die Zahl der Kinder und jungen Erwachsenen mit Fettleibigkeit in den vergangenen 40 Jahren mehr als verzehnfacht. In Deutschland ist nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts jeder vierte Fünf- bis Siebzehnjährige übergewichtig. Knapp neun Prozent sind fettleibig.

Wer schon im Jugendalter extrem übergewichtig sei, könne medizinisch nur schwer erreicht werden, erklärten Experten des Robert-Koch-Instituts.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 24. April 2019 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2019, 11:15 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

11 Kommentare

28.04.2019 22:47 part 11

Manchmal ist es einfach nur die Genetik, die unterschiedliche Gewichte in einer Altersklasse bedingt, würden wir nicht in einer Zuckerrepublik leben, wo viele Lebensmittel zudem noch übersalzen sind und Appetit auf noch mehr machen. Die Suchterziehung zum Wohl der Lebensmittelkonzerne, der zumeist nur gebildete Eltern entgegen wirken können. Nebenher ist die Genetik junger Menschen nicht dafür ausgelegt 8 h in der Schule stillzusitzen und die meiste Energie über das Gehirn verbrennen zu lassen, fehlt die Ausgleichsbewegung beginnt der Teufelskreislauf der sich nur bis zum Ende der Pupertät etwas korrigieren lässt. Ernährungsberatung sollte besser als Pflichtfach in der Schule eingeführt werden, denn dicke Erwachsene belasten später das Gesundheitssystem. Eine Zuckersteuer auf bestimmte Getränke und Dickmacher könnte auch die Lebensmittelkonzerne veranlassen nicht weiterhin Abhängigkeiten zu erzeugen, wenn schon die Politik keinen weiteren Änderungsbedarf sieht.

28.04.2019 17:58 @Atheist 10

Jetzt reicht es aber. "Sport der Religion geopfert", so ein Blödsinn. Wenn Sie schon ständig gegen die Kirchen geifern müssen, sollten Sie wenigstens bei den Fakten bleiben. Die Lehrpläne werden nach einer wissenschaftlichen Prognose erstellt und ja, aufgrund derer hat man z.B. die Staatsbürgerkunde und ML abgeschafft und Ethik und Religion eingeführt. Das ist allerdings schon ca. 25 Jahre her. Der Sportunterricht wurde kaum gekürzt, auch wir hatten 1980 z.B. etwa 3 Wochenstunden Sport, so wie die Grundschüler heute. Der Unterricht ist aber weniger fordernd, gerade in der Unterstufe, wo es fast nur Lehrerinnen gibt. Es gibt z.B. mehr Spiele als Übungen. Außerdem ist es cooler zu zocken, da fällt die freiwillige Bewegung der Kinder weg. Es ist halt auch eine andere Zeit als damals, wo es nur FS der DDR, ARD und ZDF gab. Niemand weiß, wie wir uns bei den Möglichkeiten von heute verhalten hätten, da sollten wir uns nicht aufs hohe Ross setzen.

28.04.2019 17:42 Maria A. 9

Sollte sich soviel geändert haben? Als ich damals aus unerklärlichem Grund mit 16 zunahm, löste das familiäre Spannungen aus. Nicht nur die Sticheleien meiner Geschwister, wie auch die des mit meiner Aussehens-Veränderung wohl überforderten Vaters, wurden nach und nach unerträglich. Es half mir nur rigoroses Fasten, damit ich der Dauerfolter des Hänselns und meinem damit entstandenen Selbsthass Paroli bieten konnte. Ich bezweifle, dass es heutzutage eine interne Rosa-Brille gibt, die übergewichtige Kids attraktiver werden lässt. Vielleicht ist es jedoch da möglich, weniger attackiert zu werden, wo die Eltern noch dicker sind? Doch bleiben dem (noch harmlos) Dickerchen die Spötteleien in der Schule nie erspart, wie auch nicht die mitleidigen bis schiefen Blicke unterwegs.

28.04.2019 14:59 optinator 8

Wenn man schon hört das bei den gekauften Süßigkeiten, wie jetzt zu Ostern, in Massen zugeschlagen wird, sage ich nur SS = Selbst Schuld !

Wir Menschen werden langsam unerträglich für diese Welt.
Was da wieder an Regenwald geopfert wird im Palmöl zu produzieren, bloß nicht jammern. Selbstgemachtes Leid.

28.04.2019 14:47 A 7

@Max...:
Ich glaube nicht, dass die Kennzeichnungspflicht allein zielführend ist.
Warum waren wir in der DDR schlank?
- Es gab Betriebsessen ,
Schulessen
-Es gab fast keine Fertigprodukte
- Alkohol und Süßigkeiten waren teuer
- Bis auf mal eine Bratwurst, kein Fastfood
Wer heute nicht gefestigte Essensvorstellungen hat,
verliert sich, ist orientierungslos.
Werbung für alles Ungesunde und Genussmittel müsste verboten werden und die Produktion gedrosselt werden. Aber unsere Politiker ...

28.04.2019 13:50 Atheist aus Mangel an Beweisen 6

Richtig, aber nicht nur die Eltern sondern auch die Schulen die den Sportunterricht der Religin geopfert haben sind Schuld.
Außerdem werden gerade Weibliche Schülerinnen immer mehr vom Sport befrei.
Kurz, es wird nie mehr eine weibliche Schwimmweltmeisterin geben.

28.04.2019 12:52 Max W. - Wie könnte das bloss kommen? 5

"Eltern erkennen Übergewicht ihrer Kinder oft nicht"

Kein Wunder - da reicht ein Spaziergang durch eine beliebige Grosstadt: Die Eltern sind häufig genau so fett und unbeweglich, wie ihre Sprösslinge schon jetzt sind. Noch vor 30 Jahren war die Anzahl der übergewichtigen Bundesbürger, die man auf einem Rundgang durch eine Kommune wahrzunehmen gewzungen ist, eher gering.
Heute ist sie die Norm. Die Profite von Nestle, Oetker usw. sind dafür auch kräftig gestiegen. Und "unser Gesundheitsministerium" sieht nach wie vor keinen Anlaß für eine Kennzeichnungspflicht für das latent zuckrige Fresszeugs, das hier als "Lebensmittel" verkauft wird. Wo könnten da die Zusammenhänge sein....

28.04.2019 12:44 Normalo 4

@ 1 Was ist gegen Experten einzuwenden? Der gebildete Mensch braucht mehr als blumige Behauptungen und fakenews :)

28.04.2019 11:53 A 3

Ist das nicht auch eine Art von Körperverletzung, wenn die Eltern ihr Kind so dick werden lassen. Haben Sie nicht eine Verantwortung für Leib und Leben der Kinder? Z.B. wenn die Kinder Diabetes bekommen usw.

28.04.2019 11:52 Sonja 2

so etwas würde ich garnicht bringen weil die Eltern sich nicht genügend auch wenn sie arbeiten gehen um die Kinder kümmern, unsere Kinder sind zum Fussball, Radsport, haben drausen gespielt und vieles mehr, jetzt sitzen die vor dem Fernseher, Computer u s w . Wochenende war fast stets wandern angesagt, die werden in dieser sehr feinen Gesellschaft noch fetter nichts gegen die die krank sind.