Izmir und Samos Erdbeben erschüttert Ägäis – Tote und Verletzte

Ein starkes Erdbeben in der Ägäis hat für große Zerstörungen gesorgt. Mindestens 27 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Am stärksten betroffen war die Region um die türkische Millionenmetropole Izmir. Durch die Wucht des Bebens trat in Küstenorten das Meer über die Ufer.

nach einem Erdbeben in der Türkei
Durch das schwere Beben stürzten etliche Häuser ein. Viele Menschen wurden verschüttet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei einem schweren Erdbeben in der Ägäis sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde hatte das Beben eine Stärke von 6,6. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke sogar mit 7,0 an. Das Epizentrum lag nordöstlich der griechischen Insel Samos.

Dort kamen zwei Jugendliche ums Leben, als durch das Beben eine Mauer auf sie stürzte. Noch mehr Opfer gab es in der türkischen Millionenmetropole Izmir: Behördenangaben zufolge kamen hier mindestens 25 Menschen ums Leben. Die Opferzahl könne aber noch steigen.

Eingestürzte Gebäude und Mini-Tsunamis

Sowohl auf Samos als auch in der westtürkischen Provinz Izmir stürzten mehrere Häuser ein. In zerstörten Gebäuden wurde nach Überlebenden gesucht. Die türkische Regierung und Städte wie Istanbul schickten etwa 2.800 Einsatzkräfte nach Izmir. Der türkische Rote Halbmond richtete Suppenküchen ein.

In den betroffenen Küstenregionen gab es kleine Tsunamis. Das Meer trat über die Ufer und überflutete Straßen. Die Erschütterungen waren bis Istanbul, in die griechische Hauptstadt Athen und nach Bulgarien zu spüren.

Solidarität trotz Spannungen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis boten sich in einem Telefonat gegenseitige Hilfe an. Das berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Auf Twitter drückte Mitsotakis der Türkei sein Mitgefühl aus und schrieb: "Was auch immer unsere Uneinigkeiten sind, das sind Zeiten, in denen Menschen zusammenstehen müssen". Erdogan antwortete: "Dass zwei Nachbarn in schwierigen Zeiten Solidarität zeigen, ist wichtiger als Vieles im Leben."

Die Regierungen in Athen und Ankara streiten sich momentan unter anderem wegen umstrittener Erdgaserkundungen der Türkei und Grenzstreitigkeiten im östlichen Mittelmeer. Die Spannungen waren in den vergangenen Wochen und Monaten so stark, dass die Sorgen um einen offenen Konflikt zwischen den Nachbarn und Nato-Partnern immer größer wurden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Oktober 2020 | 14:30 Uhr