Ein Haus wird von der Polizei mit Unterstützung des THW durchsucht.
Im Fall des Missbrauchs-Netzwerks von Bergisch Gladbach haben die Ermittler in Nordrhein-Westfalen Hinweise auf Täter in anderen Bundesländern gefunden. Bildrechte: dpa

Fall Bergisch Gladbach Ermittlungen zu Missbrauchs-Netzwerk in immer mehr Bundesländern

Im Fall des in Nordrhein-Westfalen aufgeflogenen Netzwerks von Kinderschändern stoßen die Ermittler auf immer mehr Verdächtige. Sie kommen aus allen Ecken Deutschlands.

Ein Haus wird von der Polizei mit Unterstützung des THW durchsucht.
Im Fall des Missbrauchs-Netzwerks von Bergisch Gladbach haben die Ermittler in Nordrhein-Westfalen Hinweise auf Täter in anderen Bundesländern gefunden. Bildrechte: dpa

Die Ermittlungen zu dem in Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen entdeckten Kindesmissbrauchs-Netzwerk weiten sich auf immer mehr Bundesländer aus. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf Straftaten in anderen Bundesländern. Die Polizei vor Ort sei informiert worden.

Verdächtige in Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein

Die "Kölner Rundschau" berichtet unter Berufung auf den Kölner Polizeipräsidenten Uwe Jacob, dass es Verdächtige in Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gibt. Bislang wurden sieben Verdächtige aus NRW sowie je einer aus Hessen und Rheinland-Pfalz festgenommen.

Die Festgenommenen sollen in den meisten Fällen ihre eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben. Fotos und Videos dieser Taten wurden in Chat-Gruppen mit bis zu 1.800 Mitgliedern geteilt.

Herbert Reul
Herbert Reul Bildrechte: dpa

Allein die Vorstellung, dass 1.800 Menschen in einem Chat Kinderpornos tauschen, haut einem ja die Füße weg.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul

Reul: "Riesiges Kinderporno-Netzwerk"

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul sagte, es sei zu befürchten, dass noch mehr zu Tage kommen werde. Er sprach von einem riesigen Kinderporno-Netzwerk. In diesem Netz trieben viele, viele Täter aus allen Ecken Deutschlands ihr Unwesen - darunter Familienväter und Ehemänner.

Fall nicht mit Lügde vergleichbar

Für Reul ist der Fall von Bergisch Gladbach nicht mit dem Fall Lügde vergleichbar. In Lügde handele es sich um einen kleinen, deutlich beschränkten Täterkreis. Die Verbrechen seien über viele Jahre an einem Ort - einem Campingplatz - an Kindern aus dem persönlichen Umfeld der Täter verübt worden.

Im aktuellen Fall hätten die Ermittler bereits jetzt 30 Terabyte Daten auszuwerten. Die Datenmenge würde 7,5 Milliarden Schreibmaschinenseiten füllen.

Dieses Thema im Programm: BRISANT | 08. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2019, 19:06 Uhr