Tierseuche Schweinepest erreicht Deutschland - erstes Land stoppt Importe

Der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein in Brandenburg hat Folgen für die Fleischindustrie. Südkorea stoppt die Einfuhr von Schweinefleisch aus Deutschland. Weitere Länder dürften folgen.

Halbierte Schweine hängen in einem  Schlachthof
Die Afrikanische Schweinepest bedroht die deutsche Fleischindustrie. Nach dem ersten Fall von Schweinepest in Brandenburg hat Südkorea als erstes Land ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch erlassen. Bildrechte: dpa

Südkorea hat als erstes Land auf den Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland reagiert. Das südostasiatische Land verhängte ein Einfuhrverbot für Schweinefleisch aus Deutschland. Das südkoreanische Landwirtschaftsministerium erklärte, das Importverbot gelte für alle Produkte, die von Donnerstag an geliefert würden.

Totes Wildschwein in Brandenburg infiziert

Die für den Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest war bei bei einem toten Wildschwein in Brandenburg festgestellt worden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner wurde die Tierseuche bei einem Kadaver im Kreis Spree-Neiße an der Grenze zu Polen nachgewiesen. Im Umkreis von 15 Kilometern um den Fundort wurde eine Sperrzone eingerichtet. Aus diesem Gebiet darf nun kein Schwein oder kein Schweinefleisch nach außen transportiert werden, es gibt allerdings Ausnahmen.

Verstärkte Jagd und Absperrungen

Klöckner kündigte einen Maßnahmenplan an, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dazu gehörten die Einschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs innerhalb des betroffenen Gebietes und Absperrungen. Außerdem gehe es um die Nutzung von Agrarflächen, die Suche nach verendeten Tieren und die Möglichkeit verstärkter Jagd durch Forstbeamte oder Berufsjäger.

Der Deutsche Jagdverband hat ein schnelles Handeln der Behörden gefordert. "Ganz wichtig ist, den Fundort schnellstmöglich zu isolieren", sagte der Verbandssprecher Torsten Reinwald der Deutschen Presse-Agentur. Maßnahmen müssten vor Ort eng mit Jägern und Landwirten erarbeitet und umgesetzt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Schutzzaun an der Grenze zu Polen

Seit Jahren hatte sich die Afrikanische Schweinepest mehr und mehr Richtung Mitteleuropa ausgebreitet. Als sich die Seuche in Polen der deutschen Grenze näherte, hatte Brandenburg in den Kreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in Frankfurt/Oder einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet. Er soll Wildschweine aufhalten. Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße ist geplant.

Für Haus- und Wildschweine tödlich

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion. Es gibt weder Impfung noch Therapie, infizierte Haus- und Wildschweine verenden in der Regel. Das Virus ist widerstandsfähig und lange ansteckend. In Rohwurst, Schinken und Gefrierfleisch kann sich der Erreger Monate bis sogar Jahre halten.

Bedrohung für Schweinefleisch-Exporteur Deutschland

Das Virus bedroht Deutschland als einen der größten Schweinefleisch-Exporteure Europas vor allem wirtschaftlich. Der südkoreanische Importstopp für deutsches Schweinefleisch dürfte nicht der letzte sein. In der Regel verhängen China und andere asiatische Länder Importverbote für Fleisch aus Regionen, in denen die Pest festgestellt wurde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. September 2020 | 10:30 Uhr

13 Kommentare

Jan vor 12 Wochen

Es geht aber auch um ein Virus, der die hiesigen Hausschweine bedroht. Nicht umsonst verhängen Länder ein Importverbot.
Außerdem kann man nicht oft genug auf die Missstände der unnötigen Massentierhaltung hinweisen.

Stealer vor 12 Wochen

Wer sie eingeschleppt hat? Nun... Schweine.

Die Krankheit ist auch nicht neu. Sie ist bei diversen afrikanischen Wildschweinen verbreitet, aber meist ungefährlich. Durch den Import von europäischen Nutzschweinen durch die Europäer in ihre Kolonien ist er übergesprungen.

Es gab auch in der Vergangenheit Ausbrüche, die jetzige Epidemie erfolgt aus Richtung Osten durch Wildschweine.

Ich nehme natürlich an, dass Sie mit Ihrer Fragestellung etwas andeuten wollten. Aber seien Sie beruhigt (oder enttäuscht), es hat nichts damit zu tun. Wie heißt es nochmal: ein Schwein, wer Böses dabei denkt? Oder so ähnlich.

nasowasaberauch vor 12 Wochen

Dieser Spasszaun entlang der Oder-Neiße Grenze konnte keine Wilschweine aufhalten, das war vorher schon klar. Wer einen Zaun sehen will der die Schweinepest eventuell aufhalten kann, der soll nach Dänemark schauen. Die Dänen wurden deshalb sogar etwas kritisiert, aber es war ihnen zurecht egal.