Die estnische Ostseefähre ''Estonia'' im Hafen von Tallinn, undatierte Aufnahme.
Die Autofähre "Estonia" war in der Nacht auf den 28. September 1994 gesunken. Bildrechte: dpa

Unglück vor fast 25 Jahren "Estonia": Werft muss kein Schadenersatz zahlen

Rund 25 Jahre nach dem Untergang der Ostseefähre "Estonia" hat ein französisches Gericht Entschädigungsansprüche von mehr als 1.000 Überlebenden und Opferangehörigen zurückgewiesen.

Die estnische Ostseefähre ''Estonia'' im Hafen von Tallinn, undatierte Aufnahme.
Die Autofähre "Estonia" war in der Nacht auf den 28. September 1994 gesunken. Bildrechte: dpa

Fast 25 Jahre nach dem Untergang der "Estonia" mit über 850 Toten muss die deutsche Meyer Werft keinen Schadenersatz zahlen. Die Richter in Nanterre bei Paris wiesen am Freitag Schadenersatzklagen gegen die Werft in Millionenhöhe ab. Sie hatte die Ostseefähre gebaut.

Auch eine Schuld der französischen Schiffs-Prüfgesellschaft habe sich nicht nachweisen lassen, hieß es weiter. Die über tausend Kläger, darunter Überlebende und Hinterbliebene, hatten mehr als 40 Millionen Euro gefordert.

Estonia

Die Bugklappe der gesunkenen Fähre ''Estonia'' wird im Hafen von Hanko (Finnland) auf den Kai gehoben.
Die Bugklappe des Schiffs wurde geborgen. Sie riss während der Unglücksfahrt ab. Bildrechte: dpa

Der Untergang der "Estonia" gilt als die größte zivile Schiffskatastrophe seit der "Titanic". Die Autofähre war in der Nacht auf den 28. September 1994 auf der Fahrt von der estnischen Hauptstadt Tallinn nach Stockholm bei stürmischer See gesunken. Eine Untersuchung ergab, dass die Bugklappe der "Estonia" schwere Konstruktionsmängel aufwies, sie riss bei dem Unglück ab. Die Meyer Werft und die Schiffsprüfer bestritten jedoch eine Mitverantwortung.

Die damalige schwedisch-estnische Reederei EstLine zahlte nach dem Unglück 130 Millionen Euro Entschädigung. Die gut 130 Überlebenden sowie Angehörige der Opfer pochten aber auf weitere Aufklärung und Wiedergutmachung für psychische Schäden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juli 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 15:57 Uhr