Brennender Eurofighter
Einer der beiden abgestürzten Eurofighter. Bildrechte: dpa

Mecklenburg-Vorpommern Zwei Eurofighter abgestürzt - ein Pilot tot

In Mecklenburg-Vorpommern sind zwei Eurofighter nach einem Zusammenstoß abgestürzt. Einer der Piloten konnte lebend geborgen werden, der zweite kam ums Leben. Das teilte die Luftwaffe mit.

Brennender Eurofighter
Einer der beiden abgestürzten Eurofighter. Bildrechte: dpa

Zwei Eurofighter der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern bei einer Luftkampfübung zusammengestoßen und abgestürzt. Ein Pilot konnte nach Angaben der Luftwaffe nur noch tot geborgen werden. Der andere wurde eine Dreiviertelstunde nach dem Unglück lebend in einer Baumkrone gefunden und in die Uniklinik Rostock gebracht. Details zur Identität der Piloten wollte die Luftwaffe auf MDR-Anfrage nicht nennen. Heute sei "der Tag der Trauer", sagte ein Sprecher.

Die Maschinen waren zusammen mit einem dritten Eurofighter auf einem Luftkampf-Übungsflug unterwegs. Der Pilot des dritten Kampfjets berichtete, dass seine Kameraden mit ihren Fallschirmen zu Boden gingen, nachdem sie ihre Schleudersitze betätigt hätten.

Gleich hinter Ortschaft abgestürzt

Wie es zu dem Absturz der Eurofighter kam, ist noch unklar. Es ist das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren. Die beiden Kampfflugzeuge sollen sich im Luftraum am Fleesensee, einem Gewässer nahe der Kleinstadt Malchow, berührt haben und dann zu Boden gegangen sein. Diese Informationen deuteten daraufhin, dass nicht technische Problem die Unglücksursache waren, sagte der Berliner Luftfahrtexperte Thomas Wiegold bei MDR AKTUELL. Er nannte den Unfall "einen Schlag für die Luftwaffe und für deren Ausbildung".

Trümmerteile im Dorf gesichtet

Ein Jet fiel in ein Waldstück nahe der Ortschaft Jabel und ging in Flammen auf. Das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden. Das andere Flugzeug stürzte am Rande des Orts Nossentiner Hütte auf eine freie Fläche. Bürgermeisterin Birgit Kurth sagte, die Gemeinde mit ihren 700 Einwohnern habe Glück im Unglück gehabt. Die Maschine sei gleich hinter der Ortschaft niedergegangen. Im Dorf seien Trümmerteile gesichtet worden. Beide Ortschaften liegen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte - knapp elf Kilometer voneinander entfernt.

Zwei Rauchwolken steigen hinter dem nördlichen Fleesensee auf.
Zwei Rauchwolken steigen hinter dem nördlichen Fleesensee auf. Bildrechte: dpa

Polizei warnt vor Trümmerteilen

Eine Sprecherin des Landkreises sagte, die Kampfflugzeuge hätten keine Munition geladen. Dennoch twitterte das Polizeipräsidium Neubrandenburg, sich den "gefährlichen Trümmerteilen nicht zu nähern". Die Polizei richtete eine Notfallnummer ein, unter der Bürger gegebenenfalls Schäden melden können. Die Jets waren vom Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" in Rostock-Laage aus gestartet.

Ministerin von der Leyen reist zur Unglücksstelle

Verteidigungsministerin von der Leyen an der Absturzstelle
Bundesverteidigungsministerin von der Leyen besuchte am Montag die Absturzstelle. Bildrechte: dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen traf am Montagabend an der Absturzstelle ein. Sie sprach von einem schrecklichen Ereignis, das viele Fragen aufwerfe. Den Angehörigen des gestorbenen Piloten drückte die CDU-Ministerin ihr Beileid aus. Zugleich lobte sie die schnelle Zusammenarbeit der Einsatzkräfte und dankte der Bevölkerung für ihre Besonnenheit.

Eurofighter in Negativschlagzeilen

Das Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" in Rostock-Laage ist einer von vier Eurofighter-Geschwadern der deutschen Luftwaffe. Dort werden Piloten für die Kampfjets ausgebildet.

Der Eurofighter gilt seit Jahren als "Problem-Flugzeug". Immer wieder gab es Meldungen, dass Jets wegen fehlender Ersatzteile am Boden bleiben mussten. Ein Großteil der 128 deutschen Maschinen ist nicht einsatzbereit. Inzwischen arbeiten verschiedene EU-Länder an einem Nachfolger, der den Eurofighter ablösen soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 21:07 Uhr