Zwei Soldaten der Flugsicherheit der Bundeswehr
Soldaten der Flugsicherheit der Bundeswehr waren an der Suche nach dem Flugschreiber beteiligt. Bildrechte: Twitter Team Luftwaffe

Große Suchaktion Beide Flugschreiber nach Eurofighter-Absturz geborgen

Hunderte Soldaten haben die Gegend um die Absturzstellen der Eurofighter durchsucht. Nun sollen die gefundenen Flugschreiber mehr Auskunft über das Flugunglück in Mecklenburg-Vorpommern geben.

Zwei Soldaten der Flugsicherheit der Bundeswehr
Soldaten der Flugsicherheit der Bundeswehr waren an der Suche nach dem Flugschreiber beteiligt. Bildrechte: Twitter Team Luftwaffe

Die beiden Flugschreiber der in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzten Eurofighter sind geborgen. Das teilte die Luftwaffe am Dienstagnachmittag per Twitter mit. Details zum Fundort wolle man nicht bekannt geben, um die Ermittlungen nicht zu behindern, sagte ein Sprecher der Luftwaffe auf Anfrage von MDR AKTUELL.

Suchtrupps unterwegs

Die Flugsicherheit der Bundeswehr und hunderte Bundeswehrsoldaten durchkämmten am Dienstag die Region um die Absturzstellen - auf der Suche nach den Flugschreibern, aber auch herabgestürzten Wrackteilen.

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr untersuchen ein Wrackteil eines Eurofighters auf der Spielwiese eines Kindergartens.
Umweit eines Kindergartens fiel ein Trümmerteil herunter. Bildrechte: dpa

Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte hatte in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens ein Bauteil von etwa einem halben Meter Länge gefunden. Das stark zerbeulte Teil lag etwa 40 Meter von den Spielgeräten der Kinder entfernt. Ein Kind habe den Absturz eines der beiden Kampfjets vom Fenster aus beobachtet, sagte die Leiterin der Kita: "Wir können von Glück reden, dass wir so davon gekommen sind."

Ein Pilot überlebte Absturz

Zwei Rauchwolken steigen hinter dem nördlichen Fleesensee auf.
Zwei Rauchwolken steigen hinter dem nördlichen Fleesensee auf. Bildrechte: dpa

Die Jets hatten sich am Montagnachmittag bei einer Kampfübung berührt und waren abgestürzt. Ein Pilot kam dabei ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Dem überlebenden Piloten gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es von der Luftwaffe. Bei ihm handele es sich um einen der erfahrensten Fluglehrer der Luftwaffe. Er habe mehr als 3.700 Flugstunden absolviert. Er habe sich per Schleudersitz aus dem Kampfjet retten können und sei in einer Baumkrone nahe der Ortschaft Jabel gelandet.

Schwerstes Bundeswehrunglück seit Jahren

Polizisten gehen über eine abgesperrte Straßen in der Nähe der Absturzstellen eines Eurofighters in der Nähe von Jabel.
Abgesperrte Straßen nahe der Absturzstellen. Bildrechte: dpa

Der tödlich verunglückte Pilot war laut Luftwaffe 27 Jahre alt. Seine Basisausbildung hatte er in Spanien erhalten. Er habe etwa 400 Stunden Flugerfahrung und gerade eine verbandsinterne Weiterbildung absolviert. Sein brennendes Flugzeug war auf eine freie Fläche am Rande des Ortes Nossentinner Hütte gestürzt.

Wie es zum Zusammenstoß der Jets kommen konnte, muss noch ermittelt werden. Es ist das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2019, 07:07 Uhr