Falschmeldungen zu Covid-19 Corona und Ibuprofen? Fake News im Umlauf

Mit der Ausbreitung des Coronavirus nehmen auch Falschmeldungen zu. Ein jüngstes Beispiel: angebliche Forschungsergebnisse der Uniklinik Wien, wonach Ibuprofen die Anfälligkeit für eine Coronavirus-Infektion erhöhe. Die Uniklinik betont: Das sei frei erfunden. Auch das Bundesgesundheitsministerium kämpft gegen Falschmeldungen und Panikmache.

Ibuprofen Tabletten
Die Medizinische Uni Wie hat keine Forschungsergebnisse zu Ibuprofen in Zusammenhang mit dem Coronavirus veröffentlicht. Bildrechte: imago/Joko

Das Universitätsklinikum Wien hat angesichts einer über Messenger-Dienste wie WhatsApp und Telegram verbreiteten Nachricht vor Panikmache gewarnt. In Text- und Sprachnachrichten heißt es, Forschungsergebnisse der Medizinischen Universität Wien hätten einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Ibuprofen und der Anfälligkeit für das Coronavirus festgestellt. Klinikumssprecher Johannes Angerer sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Berichte seien falsch.

Verschiedene Gesundheitsexperten raten dennoch dazu, bei Fieber Paracetamol zu nehmen. Ibuprofen und Aspirin hemmten die Blutgerinnung und seien möglicherweise nicht hilfreich.

Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin ( BNITM ) betonte aber: "Wir wissen wenig über die Pathogenese des Virus Sars-CoV-2. Es gibt dazu bisher keine klinischen Daten."

Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten

Indes bemüht sich auch das Bundesgesundheitsministerium, die Verbreitung irreführender Panikmeldungen einzudämmen. Dabei geht es um Berichte, dass das Ministerium oder die Bundesregierung einen kompletten Shutdown vorbereiten würden. Diese Meldung sei falsch, betonte das Ministerium via Twitter. "Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

Klöckner: Nicht für die Tonne hamstern

Julia Klöckner
Bundesernährungsministerin Julia Klöckner Bildrechte: dpa

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner rief indes dazu auf, unnötige Hamsterkäufe zu vermeiden. Es gebe in Deutschland aktuell keine Versorgungsengpässe, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Gerade mit Blick auf die jetzige Situation sei nicht nur Solidarität der Verbraucher untereinander gefragt, sondern auch Maß und Mitte. Wichtig sei, nur das zu lagern, was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht werde. Unnötige Hamsterkäufe dagegen führten häufig dazu, dass Lebensmittel letztlich in der Tonne landen.

Wegen der stark erhöhten Nachfrage nach Lebensmitteln in Supermärkten erhielten die Tafeln zuletzt weniger Lebensmittel-Spenden. Einige Tafeln haben indes die Ausgabe geschlossen, da ihre ehrenamtlichen Helfer zu besonders vom Coronavirus gefährdeten Risikogruppe gehören.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. März 2020 | 14:00 Uhr