Corona-Pandemie Weihnachtsmärkte sollen trotz Corona-Krise stattfinden

Bei mehr als 30 Grad Celsius ist es schwer, an Glühweinduft und Krippenspiele zu denken. Trotz der Corona-Krise sollen Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland auch in diesem Jahr stattfinden – die Frage ist nur, in welcher Form. Das kann erst kurzfristig entschieden werden.

Striezelmarkt Dresden. Herrnhuter Weihnachtssterne werden an einem Verkaufsstand angeboten - sterne in gelb und rot, Nah
Wie könnten Weihnachtsmärkte in Zeiten von Corona aussehen? Mitten im Hochsommer beginnen Länder, Veranstalter und Händler an den Winter zu denken. Bildrechte: dpa

Weihnachtsmärkte soll es trotz der Corona-Krise auch in diesem Jahr geben. Mitteldeutsche Städte wie Dresden, Leipzig, Erfurt und Magdeburg bereiten sich daher bei hochsommerlichen Temperaturen schon auf die Weihnachtssaison vor.

Klar ist jedoch auch, dass die Märkte unter anderen Bedingungen stattfinden werden als in den Vorjahren, wie die Ministerien und Sprecher der einzelnen Städte mitteilten. Einig sind sich alle in einem Punkt: In welcher Form Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden werden, kann erst kurzfristig entschieden werden.

Weihnachtsmärkte als "gelebtes Kulturgut"

Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch hat sich bereits bei einer Pressekonferenz Ende Juli dafür ausgesprochen, dass Weihnachtsmärkte in Sachsen auch in Pandemie-Zeiten stattfinden können. Als "ein Stück gelebtes Kulturgut" seien die Märkte nicht nur touristische Attraktionen, sondern auch wichtig für die "regionale Wertschöpfung", sagte eine Sprecherin des Ministeriums MDR AKTUELL.

In welcher Form die Märkte stattfinden können, hänge vom bis dahin aktuellen Infektionsgeschehen ab. Es handle sich um Einzelfallentscheidungen. "Es wird für jeden Markt ein Hygienekonzept geben müssen. Und wir werden sicher Einschränkungen hinnehmen müssen, die den Aufenthalt von mehreren Personen in geschlossenen Räumen oder Glühwein-Hütten betreffen", so die Sprecherin.

Leipzig und Dresden planen Märkte

Die Bäcker der Schutzgemeinschaft Dresdner Stollen stehen zum 26. Dresdner Stollenfest vor dem Riesenstollen auf dem Striezelmarkt.
So wie 2019 wird es auf dem Dresdner Striezelmarkt in diesem Jahr nicht aussehen. Bildrechte: dpa

Für Ende August plane das Kultur- und Tourismusministerium ein "Weihnachtsmarkt-Forum" in Dresden, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen.

Aktuell liefen die Abstimmungen zum Striezelmarkt, teilte ein Sprecher der Stadt Dresden mit. Auch in Leipzig wird geplant, einer Sprecherin der Stadt zufolge jedoch "in alle Richtungen". Zwar werde ein Hygienekonzept erarbeitet, Genaueres hänge jedoch von der im Winter gültigen Corona-Schutzverordnung des Landes ab.

Magdeburg: Mehr Abstand und mehr Flächen

Ähnlich ist die Situation in Sachsen-Anhalt: Hinsichtlich der steigenden Infektionszahlen sei zum aktuellen Zeitpunkt keine rechtssichere Einschätzung möglich, teilte eine Sprecherin des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt mit. Die Landesregierung befinde sich aber im Gespräch mit einzelnen Betreibern von Weihnachtsmärkten. Zusätzlich zu obligatorischen Abstands- und Hygieneregelungen seien auch Zugangsbegrenzungen sowie räumliche Entzerrungen denkbar.

Um den Händlern und Schaustellern in der Corona-Krise mehr Einnahmen zu ermöglichen, erwägt die Stadt Magdeburg eine einmalige frühere Öffnung des Weihnachtsmarktes am 19. November. Der Stadtrat werde über den Vorschlag von Verwaltung und Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH am 3. September entscheiden.

"Es wird auf jeden Fall ein Weihnachtsmarkt mit deutlich mehr Abstand und auf mehr Flächen in der Magdeburger Innenstadt", sagte der Geschäftsführer der Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH, Paul Stieger.

Thüringen plant mit Infektionsschutzmaßnahmen

Auch in Thüringen können Weihnachtsmärkte mit Infektionsschutzkonzepten geplant werden. "Ziel ist nicht nur der Infektionsschutz der Besucherinnen und Besucher, sondern auch der vor Ort Beschäftigten", teilte eine Sprecherin des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie mit. Voraussetzung seien zum Beispiel Spender mit Desinfektionsmitteln an Ein- und Ausgängen sowie die Steuerung der Besucherströme durch ein Einbahnstraßensystem.

"Das Coronavirus wird auch im Dezember nicht verschwunden sein, aber soweit es das Infektionsgeschehen zulässt, soll es Weihnachtsmärkte in Thüringen geben", sagte die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner. An den notwendigen Maßnahmen arbeite das Ministerium gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden sowie der Thüringer Staatskanzlei.

Auch die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt will am Weihnachtsmarkt festhalten. Sowohl für die Besucherinnen und Besucher, als auch für den öffentlichen Handel und für die Hotellerie wolle man den Markt stattfinden lassen, sagte Kulturdezernent Thomas Knoblich dem MDR.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | 04. August 2020 | 18:00 Uhr