Freizeit-Monitor 2020 Corona ändert Freizeit der Deutschen

Während der Corona-Pandemie haben die Deutschen ihr Freizeitverhalten geändert. Sie intensivierten das soziale Miteinander und das Familienleben, gehen etwa öfter campen. Und: Das Internet hat das Fernsehen verdrängt.

Ein Zelt auf einem Campingplatz bei Sonnenaufgang.
Während der Corona-Pandemie haben die Deutschen ihre Freizeit-Aktivitäten verändert. Sie gingen unter anderem häuftiger zelten. Bildrechte: Colourbox.de

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben die Freizeit der Deutschen und ihre Wünsche für die freie Zeit offenbar verändert. Drei Viertel der Menschen wollen gern spontan das tun, wozu sie gerade Lust haben. Fast genau so viele wollen sich mehr in der Natur aufhalten. Das ergab eine Studie für den "Freizeit-Monitor 2020" der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Auf Platz drei der Wunschliste steht demnach "etwas für seine Gesundheit tun". Es folgen Tagesausflüge und Unternehmungen mit Freunden außer Haus.

Mehr Aktivitäten mit der Familie

Die Pandemie hat der Studie zufolge auch das soziale Miteinander und die Aktivitäten in der Familie intensiviert. Die Deutschen unternehmen demnach mehr Tagesausflüge, gehen öfter campen und beschäftigen sich häufiger mit Karten- und Gesellschaftsspielen. Auch zu weniger beliebten Tätigkeiten haben sich viele Deutsche durchgerungen: Die Hälfte der Befragten erklärte, sie hätten in Corona-Zeiten lange aufgeschobene Dinge erledigt und etwa die Versicherungsunterlagen durchgesehen. Erwartungsgemäß gaben auch weniger Befragte an, in Bars und Kneipen zu gehen oder Sportveranstaltungen und Gottesdienste zu besuchen.

Studienleiter Ulrich Reinhardt sagte, ihn habe überrascht, dass der größte Wunsch jener nach mehr Spontanität sei. Andererseits sei das auch verständlich: Der spontane, Theaterbesuch, der spontane Kinobesuch sei über viele Wochen oder gar Monate kaum möglich gewesen.

Medien dominieren Freizeit - Internet verdrängt Fernsehen

Die Freizeit der Deutschen wird von den Medien dominiert. Dabei ziehen sie nach dem Feierabend das Internet dem Fernseher vor. Erstmals verdrängte das Internet das Fernsehen vom Spitzenplatz. 96 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Woche das World Wide Web für Informationen, Spiele und Unterhaltung zu nutzen. Nur 86 Prozent sitzen dagegen wenigstens einmal alle sieben Tage vor dem Fernseher.

Das Internet verdrängte zudem ein weiteres klassisches Medium. Erstmals telefonierten die Deutschen in ihrer Freizeit weniger, sowohl über das Festnetz als auch über das Handy. Studienleiter Ulrich erklärte dies mit Chats und Messenger-Diensten, die als Alternative zur Verfügung stehen.

Deutlich seltener als noch vor fünf Jahren griffen die Bürger zu Zeitungen und Zeitschriften oder widmeten sich in Ruhe ihrer Körperpflege.

Ost- und Westdeutsche gleichen Aktivitäten an

Ost- und Westdeutsche haben sich laut Freizeit-Monitor in ihren Aktivitäten insgesamt stark angeglichen. Es gibt aber weiterhin Unterschiede: 40 Prozent der Ostdeutschen gärtnern, im Westen machen das nur 32 Prozent der Befragten. Westdeutsche machten dafür mehr Spontanes und redeten häufiger mit ihren Nachbarn.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. September 2020 | 12:30 Uhr

4 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 5 Wochen

"manche Politiker braten immer eine "extra Wurst"

genau!

und obwohl Österreich vorige Woche, für diese Woche, eine Verschärfung der Coronaregeln angekündigt hat, wegen zu vieler Neuinfektionen,

ist Herr Dulig (SPD!!!) trotzdem am Wochenende nach Österreich gefahren.

Einen tollen SPD Wirtschaftsminister haben wir in Sachsen!!!!
Und seit Oktober 2009 Vorsitzender der SPD in Sachsen!!!

Pfui Teufel SPD, so schändlich mit der Gesundheit anderer umzugehen!

horst 63 vor 5 Wochen

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lang nicht das Selbe, oder ähnlich. Den "Kleinen" macht man Stress, beim internat. Reisen, aber unser BP düset durch die Welt nach Italien, obwohl Italien kein Risikogebiet ist.
Bei Fachministern ist es angebracht zu wichtigen Treffen zu reisen, obwohl dieses auch per Videokonferenz erledigt werden kann, aber bei Hr. Steinmeier
ist das nicht angebracht. Er war auch einer derjenigen in den den letzten Monaten, der zur Mäßigung gemahnt hat, bis es einen Impfstoff gibt, aber manche Politiker braten immer eine "extra Wurst". Fr. Göring-Eckhardt ist mit ihrer Reise nach Griechenland auch ähnlich aufgefallen, inclusive Umweltverschmutzung durch den Flieger (Grüne Politikerin).

Maria A. vor 5 Wochen

Tja, im Osten wurde halt schon immer mehr mit Nachbarn kommuniziert, als im Westen. Somit ist dahingehend wegen Corona keine Veränderung spürbar geworden. Und dass ein eigenes Grundstück an Stellenwert gewonnen hat, das ist wohl überall erkennbar, im Osten, wie im Westen. Die spannende Frage bleibt, wo sich eher Frustäußerungen offen bemerkbar machen werden, denn ich befürchte, dass Einschränkungen von Jux und Tollerei für viele weitere Monate in unserer Gesellschaft nicht ohne Folgen bleiben werden.