Nach Corona-Unterbrechung "Fridays for Future" zurück auf der Straße

Mit einem neuen Aktionstag wollen die Anhänger von "Fridays for Future" wieder auf die voranschreitende Erderwärmung aufmerksam machen. Nachdem der Protest zwischenzeitlich pandemiebedingt vor allem im Netz stattfand, geht es nun wieder auf die Straße. Deutschlandweit sind 450 Aktionen geplant.

Teilnehmer beim Fridays for Future Plakat Erde
Klimaschutzaktivisten haben zum sechsten globalen Klimastreik aufgerufen. (Archivfoto) Bildrechte: imago images/Müller-Stauffenberg

Erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise will die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" an diesem Freitag wieder bundesweit in größerer Zahl auf die Straßen gehen. Der Aktionstag steht unter dem Motto "Kein Grad weiter!" und ist wie bei vergleichbaren früheren Anlässen wieder Teil eines globalen Klimastreiks. Nach Angaben der Organisatoren sind Kundgebungen oder Protestaktionen in rund 450 deutschen Städten und Gemeinden geplant. In Berlin soll ein Sitzstreik vor dem Brandenburger Tor mit rund 10.000 Demonstranten stattfinden. In Hamburg sind drei sternförmige Demo-Züge geplant. Auch Fahrrad-Demonstrationen sind in vielen Städten angemeldet.

Demonstrieren mit Abstand

Bei allen Aktionen sollen strikte Abstands- und Hygieneregelungen gelten, unter anderem gilt nach den Angaben der hauptsächlich von jungen Menschen getragenen Bewegung eine Maskenpflicht. Gedränge soll es nicht geben. In München beschränkten die Initiatoren die Zahl der Teilnehmer ihrer Demo auf der Theresienwiese nach eigenen Angaben freiwillig auf 500.

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Schüler und Jugendliche ziehen am 15.03.2019 anlässlich einer Fridays-for-Future-Demonstrationen durch Halle (Saale) – hier auf dem Hansering 6 min
Bildrechte: MDR/Martin Paul

Protestform je nach Corona-Beschränkungen

Dass der Protest nun wieder vom Internet zurück auf die Straße verlagert wird, begründet "Fridays for Future" damit, dass die kommenden Monate entscheidend dafür seien, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen – und damit katastrophale Folgen wie vermehrte Dürren einzudämmen. Die prominente Vertreterin der Bewegung, Greta Thunberg, rief dazu auf, dass sowohl auf den Straßen als auch digital demonstriert werden solle. "Wir werden das auf viele verschiedene Arten tun, je nachdem, wie die Situation der Corona-Beschränkungen aussieht", sagte sie vorab auf einer Online-Pressekonferenz.

Greta Thunberg
Bekanntes Gesicht der Klima-Aktivisten: die Schwedin Greta Thunberg Bildrechte: dpa

Die Klimaaktivisten werden von zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt, darunter kirchliche Initiativen, Umweltverbände und Gewerkschaften. Weltweit sind für den Aktionstag mehr als 3.000 "Klimastreiks" registriert. Demonstrationen soll es – trotz der Corona-Pandemie – unter anderem in Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien geben.

Demonstrationen in Mitteldeutschland

In Sachsen wollen sich Menschen unter anderem in Grimma, Wurzen, Chemnitz und Zwickau beteiligen. In Dresden wollen Demonstranten vom Altmarkt durch die Innenstadt bis zum Alaunpark in der Dresdner Neustadt ziehen. In Leipzig soll es ein Bühnenprogramm auf dem Augustusplatz geben. Außerdem beteiligt sich die Leipziger Nikolaikirche am globalen Klimastreik. In Sachsen-Anhalt sind Aktionen in Halle, Dessau-Roßlau und Wernigerode geplant. Den Magdeburger Domplatz wollen die Klimaschützer in verschiedene Bereiche einteilen, darunter eine Fläche für Gewerkschaften und eine für Fahrradgruppen, um die Corona-Maßnahmen einzuhalten. In Thüringen haben neben Erfurt Ortsgruppen in Jena, Gotha, Sömmerda, Suhl und Nordhausen Demonstrationen angekündigt.

Vor etwa einem Jahr, am 20. September 2019, fand der bisher größte Klimastreik statt. Damals gingen nach Angaben der Bewegung bundesweit 1,4 Millionen Menschen auf die Straße.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2020 | 05:45 Uhr