Privathaushalte Gerichtsvollzieher haben weniger zu tun

In Mitteldeutschland kommen Gerichtsvollzieher immer seltener bei Privatpersonen zum Einsatz. Das belegen Zahlen der Oberlandesgerichte. Und auch Inkassounternehmen werden seltener beauftragt, Schulden einzutreiben.

Gerichtsvollzieher in Mitteldeutschland haben immer weniger zu tun. Das zeigen Zahlen der Oberlandesgerichte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die dem MDR-Magazin "exakt" vorliegen. Am stärksten ist demnach der Rückgang in Thüringen. Zählten die Gerichtsvollzieher im Freistaat 2016 noch knapp 190.000 neue Vollstreckungsaufträge, waren es 2018 nur noch gut 160.000 - ein Rückgang um rund 14 Prozent. Bei den Gerichtsvollziehern in Sachsen sank die Zahl der neuen Aufträge um gut sieben Prozent auf 350.000 im Jahr 2018. In Sachsen-Anhalt betrug der Rückgang im selben Zeitraum elf Prozent auf gut 200.000.

Weniger Aufträge auch bei Inkassounternehmen

Stempel mit der Aufschrift Inkasso
Die Konjunktur beschert Inkassounternehmen weniger Aufträge. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Auch die Inkassounternehmen haben weniger zu tun. Anfang 2016 hatte die Branche noch 64 Millionen Euro offene Forderungen von Konsumenten in Bearbeitung. Anfang 2019 waren es nur noch 36 Millionen. Das sei Resultat der guten konjunkturellen Lage der letzten Jahre. "Wenn die Arbeitslosenquote gering ist, dann können die Menschen ihre Verbindlichkeiten auch besser bezahlen.", so Kirsten Pedd, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. gegenüber "exakt".

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 26. Februar 2020 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2020, 05:00 Uhr