Glaserfaseranschlüssein einem Verteilerkasten
Die digitale Zukunft: Wenn Glasfaser anliegt, kann schnell gesurft werden. Bildrechte: dpa

Breitband-Ausbau auf dem Land Breitbandausbau kommt in Großpösna nur schleppend voran

Es dauert ewig, bis sich eine Internetseite öffnet. Es ist unvorstellbar, einen Film in der Mediathek zu schauen. So geht es immer noch vielen Internetnutzern, die im ländlichen Raum ihren Internetanschluss nutzen. Nach und nach erhalten aber auch die ländlichen Gegenden schnelles Internet. Großpösna im Landkreis Leipzig gehört dazu. MDR-AKTUELL-Userin Katy Bernhard kritisiert, dass nicht alle im Ort vom Breitbandausbau profitieren würden.

von Florian Barth, MDR AKTUELL

Glaserfaseranschlüssein einem Verteilerkasten
Die digitale Zukunft: Wenn Glasfaser anliegt, kann schnell gesurft werden. Bildrechte: dpa

In Großpösna haben die Bauarbeiten begonnen. Täglich reißt die Deutsche Glasfaser GmbH im Ort 800 Meter Gehwege auf und bringt einen Kabelkanal in die Erde. In diesen Kabelkanal soll in den nächsten Monaten eine schnelle Glasfaserleitung eingelassen werden. Darüber sollen die Nutzer in Zukunft knapp hundert Mal schneller als bisher surfen können.

In der Gemeinde wird das schnelle Internet sehnsüchtig erwartet - auch von Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch, die selbst im Ort lebt: "Ich bin noch eine, die noch eine 700 Kilobitleitung hat, leider."  

Kupferkabel reicht offiziell

Gabriella Lantzsch kann mit dieser Internetverbindung nicht einmal die ARD-Mediathek abrufen. In den meisten Ortsteilen von Großpösna gibt es bereits schnelleres Internet - über die Kupferkabel der Telekom. Doch Kupferkabel sind nicht zukunftsfähig. Denn so hohe Datenraten wie bei Glasfaser können damit nie erreicht werden. Und dennoch: Mit den Kupferkabeln gelte die Kommune als nicht "digital abgehängt", weiß die Bürgermeisterin.

Deshalb bekomme die Gemeinde von Bund und Land wenig Unterstützung für den Breitbandausbau, erklärt Bürgemeisterin Lantzsch: Man sei "nicht unterversorgt" und damit könne die Gemeinde auch keinen Fördermittelantrag stellen den Ausbau selbst in die Hand nehmen. Das bedeute, "dass wir natürlich auf die Telekommunikationsunternehmen, wie die Deutsche Glasfaser, angewiesen sind", bedauert Lantzsch.

Anwohner müssen Verträge eingehen

Im Ortskern von Großpösna mussten mindestens 40 Prozent der Einwohner einen Zweijahresvertrag mit der Deutschen Glasfaser GmbH abschließen. Erst dann begann das Unternehmen mit den Tiefbauarbeiten. Nun sollen im Ortskern die Bauarbeiten in wenigen Monaten abgeschlossen sein.

Der Störmthaler See bei Leipzig mit der schwimmenden Kirche «Vineta» im Hintergund.
Zur Gemeinde Großpösna gehören auch die Ortsteile Güldengossa und Störmthal am Störmthaler See. Bildrechte: dpa

Erst dann könnten andere Ortsteile erschlossen werden, erklärt Michael Kölling, Regional Manager Mitteldeutschland der Deutschen Glasfaser GmbH. Damit die Ortsteile Störmthal und Güldengossa im nächsten Schritt angeschlossen werden könnten, müsse die Entfernung vom Kernort Großpösna überbrückt werden. Da man nun aber schon dichter dran sei, sei das auch wirtschaftlich darstellbar.

Doch auch in Güldengossa und Störmthal müsste schlussendlich rund die Hälfte der Einwohner einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abschließen, bevor überhaupt die Kabel gezogen würden. Wenn das passiere, stehe dem Breitbandausbau auch in den umliegenden Ortsteilen nichts im Weg, sagt Kölling.

Wir gehen davon aus, dass wir Ende Quartal eins, 2020, dort beginnen können.

Michael Kölling Deutsche Glasfaser GmbH

Bis alle Breitband haben dauert es noch

Ein Mann fächert ein Glasfaser-Kabel mit farbigen Einzelsträngen auseinander
Glasfaser-Kabel Bildrechte: dpa

Doch nicht in allen Ortsteilen von Großpösna lohnt sich der Ausbau für die Deutsche Glasfaser. Heißt: Nicht jeder Haushalt wird von dem Unternehmen angeschlossen. Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch hat dennoch gemeinsam mit dem Landkreis ein Ziel: Jeder Haushalt bekommt einen Breitbandanschluss. Lantzsch erklärt: "Der Landkreis hat eine Breitband GmbH gegründet." Es gebe 100 Flurstücke, die "möglicherweise übrig bleiben". Diese müssten dann über den Landrat erschlossen werden.

In ganz Großpösna wird es also Breitband geben, doch bis jeder im ländlichen Raum schnell surfen kann wird wohl noch viel Zeit vergehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. November 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 05:00 Uhr

1 Kommentar

kennemich vor 3 Wochen

Bei uns in einem anderen Ort liegt schon das Glasfaserkabel seit vielen Jahren der Telekom nur die wollen es einfach nicht in die Häuser bringen !!!

Letztens kam ein Mitarbeiter der Telekom von dem Anschlußkasten und ich fragte ihn, warum die Telekom keine Anschlüsse dafür in unsere Häuser bringt, er meinte in etwa, der Anschluß wäre für das Unternehmen zu teuer !!! :-(((

Und in dem Unternehmen hat auch die Bundesregierung oder das Wirtschaftsministerium das Sagen oder haben Anteile daran.

Aber große Töne spucken !!!

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