Protest gegen Schleppnetze Greenpeace versenkt Felssteine vor Rügen gegen Fischfang

Mit Granitblöcken auf dem Grund der Ostsee wollen Greenpeace-Aktivisten den Fischfang mit Grundschleppnetzen in Schutzzonen verhindern. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, in diesen Zonen die Fischerei und den Abbau von Rohstoffen endlich zu verbieten.

Greenpeace-Aktivisten versenken vom Greenpeace-Schiff 'Beluga II' aus vor der Ostsee-Insel Rügen große Granitblöcke im Meer.
Vor der Insel Rügen versenkt Greenpeace Granitblöcke im Meer Bildrechte: dpa

Greenpeace-Aktivisten haben riesige Granitblöcke im Meeresschutzgebiet Adlergrund östlich von Rügen versenkt. Damit wollen die Umweltschützer verhindern, dass Fischer mit Grundschleppnetzen den Meeresboden "durchpflügen" – auch wenn dies legal sei, wie die Organisation mitteilte. Die Aktion soll mehrere Tage dauern.

Experte: Meeresschutz nur auf dem Papier

Greenpeace-Aktivisten versenken vom Greenpeace-Schiff 'Beluga II' aus vor der Ostsee-Insel Rügen große Granitblöcke im Meer.
Greenpeace beim Versenken der Felssteine in der Ostsee Bildrechte: dpa

Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack forderte von der Bundesregierung, die Fischerei und die Ausbeutung von Rohstoffen in den Schutzgebieten zu verbieten. Nur so ließen sich Arten und Lebensräume schützen.

Greenpeace wirft der Bundesregierung zudem vor, dass der Meeresschutz lediglich auf dem Papier bestehe. Selbst in ausgewiesenen Schutzgebieten der Nord- und Ostsee sowie dem Nationalpark Wattenmeer erlaube die Bundesregierung weiter Ölausbeutung, Fischerei sowie Sand- und Kiesabbau.

Greenpeace: Schutzzonen seit 2007

Deutschland hat Greenpeace zufolge bereits vor mehr als zehn Jahren fast die Hälfte seiner Meeresgebiete als Schutzzonen ausgewiesen. Auch die Pläne für ein Verbot bodenzerstörender Fischerei im Schutzgebiet Adlergrund sind demnach längst fertig. Allerdings fehle der politische Wille, sie umzusetzen, prangert Greenpeace an.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2020 | 08:00 Uhr

27 Kommentare

part vor 13 Wochen

Die Fischer in der Ostsee wissen nur allzugenau, wo sie ihre Schleppnetze nicht auswerfen können, eine Detonationswelle oder Giftgasgau wären die Folgen im schmutzigsten Gewässer Europas. Ich finde diese Aktion schon längst überfälllig um den Raubbau am größten Sauerstoffproduzenten der Erde etwas zu stören. Während für zwei russische Verlegeschiffe von Dänemark aus erst mal Ruhe ist wegen Laichzeiten, soll wohl in Deutschland alles erlaubt sein? Die Ostseefischer sollten besser in nachhaltige Tourismusunterkünfte samt Bootstouren investieren als in Raubbau an der Natur.

Harka2 vor 13 Wochen

@Andreas1058
Greenpeace macht es unmöglich in einem als Schutzgebiet ausgewiesenem Areal dort verbotene Schleppnetze einzusetzen. Was ist daran verwerflich? Die Politik hält sich zurück. Ihr ist bewusst, dass dies geschützte Gebiete sind, sie verzichtet aber gerne darauf dies auch durchzusetzen, dies zu kontrollieren, denn die wenigen überlebenden Fischer an der Ostsee kommen kaum noch auf einen grünen Zweig und stehen fast alle unmittelbar vor der Pleite.
Von den hunderten Fischerkuttern aus den 1980igern sind heute kaum noch ein Dutzend in Betrieb und die fast alle nur noch für Touristen. Der Erwerbszweigt stirbt aus, nur, dass ist nichts neues. Die Anzahl der Hufschmiede ging auch zurück, als die Postkutschen durch Eisenbahnen ersetzt wurden. Heutige Waffenschmiede formen auch keine Schwerter mehr und wissen auch nicht, wie man das macht ...

Jan vor 13 Wochen

Wurden welche eingeklemmt? Ich habe nichts davon gehört.
Fakt ist aber, dass es eine Überfischung der Meere gibt und von Seiten der Politik nicht eingegriffen wird.
Es werden weitaus mehr Fische gefangen als gut für die Regeneration der Populationen gut ist.