Berichte über Engpässe Ministerium: Noch genug Grippe-Impfungen vorrätig

Angesichts der Corona-Pandemie wurden für dieses Jahr zu einer Grippeimpfung aufgerufen. Doch zuletzt gab es Berichte über zu wenige Impfdosen. Das Gesundheitsministerium widersprach nun.

Impfpass liegt auf dem Tisch mit zwei Spritzen
In diesem Jahr wurde vielerorts zu Grippeimpfungen aufgerufen – teilweise wurde vom einer starken Nachfrage berichtet. Bildrechte: imago images/MiS

Das Bundesgesundheitsministerium ist Befürchtungen entgegengetreten, dass der Impfstoff gegen Grippe in diesem Jahr nicht ausreichen könnte. Noch 7,4 Millionen Dosen stünden bereit, um in den kommenden Wochen ausgeliefert zu werden, sagte ein Ministeriumssprecher der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Man rechne damit, dass weitere Vorräte im Großhandel, in Apotheken und Arztpraxen lagerten. Das Ministerium geht davon aus, dass dies ausreicht, um die große Nachfrage nach Grippeimpfungen zu befriedigen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – der sich wegen einer Coronainfektion derzeit in Quarantäne befindet – appellierte in den vergangenen Wochen mehrmals an die Bürger, sich gegen Grippe impfen zu lassen. So soll verhindert werden, dass gleichzeitig viele Fälle von Influenza und Covid-19 auftreten.

Das Gesundheitsministerium hatte deshalb in diesem Jahr frühzeitig sechs Millionen Grippe-Impfdosen zusätzlich geordert. Die Gesamtkapazität von fast 27 Millionen Dosen liegt fast doppelt so hoch wie der Bedarf der Vorsaison. Nach Ministeriumsangaben standen in der zurückliegenden Saison 21 Millionen Dosen zur Verfügung, von denen nur 14 Millionen tatsächlich verimpft worden seien.

Ärzte: Zu wenig Impfstoff

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beklagte allerdings bereits, dass der Impfstoff voraussichtlich nicht einmal für die Risikopatienten ausreiche. Laut Ständiger Impfkommission gehören zu dieser Gruppe unter anderem Über 60-Jährige und chronisch Kranke.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Stephan Hofmeister, hatte vergangene Woche gesagt: "Wir empfehlen wie immer, den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu folgen: Es sind zuerst die zu impfen, die zur Hochrisikoklientel gehören."

Die Empfehlungen seien die gleichen wie in jedem Jahr. "Dann reicht auch der Impfstoff mit größter Wahrscheinlichkeit, um diese Klientel wirksam zu schützen." Gesunde Menschen seien hingegen nicht diejenigen, die sich jetzt primär gegen Influenza impfen lassen sollten. Das sei wie in jedem Jahr.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Oktober 2020 | 09:00 Uhr

8 Kommentare

Lisa vor 5 Wochen

„ Doch zuletzt gab es Berichte über zu wenige Impfdosen. Das Gesundheitsministerium widersprach nun.“

Beim Toilettenpapier hat das funktioniert, aber nicht wenn man sich H2N2 spritzen lassen soll.

Die Bestandteile der Grippeschutzimpfung kann man beim RKI nachlesen

☝️☝️😳

Pumukl vor 5 Wochen

Ich wohne in Dortmund und versuche seit 2 Wochen bei meinem Hausarzt die Grippeschutzimpfung zu bekommen. Leider vergeblich, denn laut Hausarzt wird ihm diese zugeteilt und momentan gibt es keine. Also rufe ich jede Woche zwei Mal in der Praxis an und höre dann immer wieder, dass es keinen Impfstoff gibt! Und das ist kein Fake und ich bin auch kein Verschwörungstheoretiker, trage weder einen Alu-Hut noch bin ich ein Maskenverweigerer.

Mitteldeutsch vor 5 Wochen

widerspricht

Chemnitz - Ein wirksamer Corona-Impfstoff wird immer noch verzweifelt gesucht. Gegen die Grippe können sich die Chemnitzer aber ab sofort wieder immunisieren lassen. In diesem Jahr sei dies besonders wichtig.

Dr. Karin Schreiter, Leiterin des Infektionsschutzes am Gesundheitsamt, verpasst Gesundheitsamts-Leiter Dr. Harald Uerlings (62) eine Grippeschutz-Impfung.
Dr. Karin Schreiter, Leiterin des Infektionsschutzes am Gesundheitsamt, verpasst Gesundheitsamts-Leiter Dr. Harald Uerlings (62) eine Grippeschutz-Impfung.
"Das parallele Auftreten von Influenza und Corona ist für den einzelnen Patienten nicht gut", sagt Dr. Karin Schreiter, Leiterin Infektionsschutz im Gesundheitsamt.