Hände tippen an einem Laptop (Symbolbild)
Mehrere Mobilfunk-Anbieter in Europa, Asien und Afrika sind Opfer von Hackern geworden. Bildrechte: IMAGO

Datenleck Hacker-Angriff auf Telekomnetze in mehreren Ländern

Hacker sind einer US-israelischen Sicherheitsfirma zufolge in mehr als 30 Ländern in die Systeme von Telekommunikationsunternehmen eingedrungen. Ob Deutschland von dem Angriff betroffen ist, ist derzeit noch nicht klar.

Hände tippen an einem Laptop (Symbolbild)
Mehrere Mobilfunk-Anbieter in Europa, Asien und Afrika sind Opfer von Hackern geworden. Bildrechte: IMAGO

Hacker sind dem US-israelischen Internet-Security-Anbieter Cybereason zufolge in mehr als 30 Ländern in die Systeme von Telekommunikationsunternehmen eingedrungen. Dabei seien große Mengen an persönlichen Daten sowie Unternehmensinformationen gestohlen worden, teilte die Gesellschaft Cybereason am Dienstag mit. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte am Dienstagmorgen auf Anfrage von MDR AKTUELL mit, man könne sich noch nicht zu der Attacke äußern.

Im Bericht der IT-Sicherheitsfirma Cybereason heißt es, dass die Hacker seit 2017 etwa 20 Personen im Visier haben, die in Verbindung zu China stehen. Drahtzieher des Angriffs soll die Regierung in Peking sein. Welche Länder genau von der Attacke betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt.

Erste Hinweise deuten auf Attacke aus China hin

"Bei diesem Komplexitätsgrad ist es keine kriminelle Gruppe", betonte Cybereason-Chef Lior Div. Nur eine Regierung habe die Fähigkeiten, diese Art von Angriff zu fahren. Die verwendeten Programme deuteten auf eine Hacker-Attacke aus China hin. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Der Sicherheitsfirma zufolge wurden mehr als ein Dutzend global aufgestellter Telekommunikationsunternehmen angegriffen. Die Namen der betroffenen Firmen wurden nicht genannt. Ziel sei gewesen, Informationen über Einzelpersonen in der Regierung, Politik oder bei Strafverfolgungsbehörden zu sammeln.

Peking weißt Vorwürfe zurück

Die Hacker hätten die internen IT-Netzwerke der Firmen angezapft und sich zum Teil Zugriff auf jeden Benutzernamen und jedes Kennwort verschafft. Dadurch seien sie an persönliche Daten wie etwa Rechnungen und Anruflisten gekommen, teilte Cybereason in einem Blog-Beitrag mit.

Westliche Staaten verdächtigen China seit Jahren, hinter Cyber-Angriffen zu stehen, um zu Spionagezwecken an Firmen- und personenbezogene Daten zu kommen. Experten zufolge stehen zunehmend Telekommunikationsfirmen in West-Europa im Visier der Hacker. Die Regierung in China hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 10:40 Uhr

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3 Kommentare

25.06.2019 16:54 colditzer 3

Na, ja.
Solch ein Artikel war zu erwarten.
Nachdem amerikanische Medien US-Einrichtungen verantwortlich gemacht hatten für das Hacken von russischen Stromversorgungseinrichtungen und das Pentagon es als normal empfindet, iranische Militäreinrichtungen mit Cyber-Attacken zu stören, nun muß ja auch kommen, dass das Böse, in Form von China, so etwas tut.
Tuen muß.
In der guten westlichen Welt.
In der friedliebenden westlichen Welt.
Sonst ist die westliche Welt nicht im Gleichgewicht.

25.06.2019 15:06 Fragender Rentner 2

Wie hatte Trump gesagt, es werden solche und ähnliche Angriffe gefahren nur weiß dann keiner wer sie gemacht hat?

25.06.2019 11:43 Wo ist das Lobbyregister? 1

Das ganz normale Verhalten unter "Partnern" eben.
Nicht, dass das nicht absehbar gewesen wäre - es nur eben nicht jedem gegeben...

Kapitalismus ist Krieg in Zeitlupe, das ist alles.