Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen
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Gefahr in den eigenen vier Wänden Hilfe bei häuslicher Gewalt

Statistisch gesehen sind die eigenen Ehemänner die größte Gefahr für ihre Frauen. Nicht nur bei Mord oder Totschlag, sondern auch bei gewalttätigen Übergriffen, die sich tagtäglich in Deutschland ereignen.

Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen
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Schätzungen gehen davon aus, dass rund ein Viertel aller Frauen irgendwann in ihrem Leben einmal Opfer partnerschaftlicher Gewalt wird. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen und Telefonnummern - wie die bundesweite Hilfe-Hotline für Gewaltopfer sowie die Nummern der Gewaltopferambulanzen.

Hilfetelefon für Frauen

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch immer erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung bekommen Betroffene hier Hilfe - 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.

Der Weisse Ring

Auch beim "Weissen Ring" gibt es eine kostenfreie Hotline, an die sich alle Opfer von Gewalt wenden können. Unter der Nummer 116006 können Betroffene sieben Tage die Woche von 07:00 Uhr bis 22:00 Uhr anrufen.

Darüber hinaus bietet der "Weisse Ring" eine Reihe von Hilfsangeboten, die sich an Opfer häuslicher Gewalt richten. Weitere Infos dazu erhalten Sie auch über eine Onlineberatung des WEISSEN RINGS

Was können Sie tun, wenn Sie akut gefährdet sind?

Rufen Sie die Polizei unter der Telefonnummer 110. Die Beamten sind dort rund um die Uhr erreichbar.

Eine Frau versucht sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen.
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Teilen Sie dann mit:

  • durch wen Sie gefährdet sind,
  • ob Sie verletzt sind,
  • ob Ihnen weitere Gewalt droht,
  • ob Waffen eingesetzt werden


Bringen Sie sich in Sicherheit, bis die Polizei kommt, und sagen Sie, wo Sie erreichbar sind. Wenn die Beamten vor Ort sind, haben Sie die Möglichkeit, mit Ihren Kindern unter Polizeischutz den Tatort zu verlassen und getrennt vom Gewalttäter Ihre Situation zu erläutern.

  • Schildern Sie der Polizei ausführlich, was vorgefallen ist, damit entsprechende Maßnahmen zu Ihrem Schutz und zur Verfolgung des Straftäters eingeleitet werden können.
  • Berichten Sie über Verletzungen, auch die nicht sichtbaren.
  • Übergeben Sie der Polizei das Tatwerkzeug.

Sich wehren

Die Polizei hat die Möglichkeit, dem Täter einen Platzverweis zu erteilen oder ihn in Gewahrsam zu nehmen, wenn die Gefährdung noch andauert oder nicht anders abgewendet werden kann. Bitten Sie die Beamten, Sie zu informieren, wenn der Täter entlassen wird. Sie haben die Möglichkeit, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten, meist ist dazu ein Strafantrag erforderlich. Ein Strafantrag verdeutlicht Ihr persönliches Interesse an einer Strafverfolgung.

Verletzungen attestieren lassen

Lassen Sie sich Ihre Verletzungen attestieren. Ein Attest ist als Beweismittel für das Ermittlungsverfahren notwendig. Hierzu können Sie eine Gewaltopferambulanz aufsuchen.

Suchen Sie Hilfe in einer Gewaltopferambulanz
Institut für Rechtsmedizin Untersuchungsstelle Adresse Telefonnummer
Dresden Rechtsmedizinische Ambulanz Fetscherstr. 74, 01307 Dresden 0351 / 458 3450
Leipzig, Prosektur Chemnitz Gewaltopferambulanz Dresdner Str. 183, 09131 Chemnitz 07:30-16:00 Uhr: 0371 / 466 51 02; 16:00-07:30 Uhr via Dispatcher: 0341 / 971 11
Gera Koordinierungsstelle Kinderschutz Feuerbachstr. 9, 07548 Gera 0365 / 81 05 86
Halle (Saale) Opferambulanz Franzosenweg 1, 06112 Halle (Saale) 0345 / 557 18 85 (außerhalb der Dienstzeit 0345 / 5570)
Jena   Am Klinikum 1, 07747 Jena 03641 / 939 71 07
Leipzig Gewaltopferambulanz Johannisallee 28, 04103 Leipzig 07:30-16:00 Uhr 0341 / 971 51 52; 16:00-07:30 Uhr via Dispatcher 0341 / 97 111
Magdeburg Gewaltopferschutzambulanz Leipziger Str. 44, Haus 28, 39120 Magdeburg 0391 / 671 58 43 - außerhalb der Kernarbeitszeit ist ein Rechtsmediziner unter 0391-67 01 erreichbar

Auch Männer können Opfer von Gewalt werden. Sie haben jedoch weit weniger Anlaufstellen, um ihre Probleme zu schildern. Männliche Opfer von Gewalt können sich jedoch genauso an die Opferambulanzen und an die Polizei wenden, auch der Weisse Ring steht ihnen zur Seite. Als einzige Stadt in Mitteldeutschland unterhält Leipzig eine so genannte Männerschutzwohnung, ähnlich den Frauenhäusern in anderen Kommunen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 20. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 05:30 Uhr