Bei Temperaturen um 29 Grad Celsius erfrischt sich ein junger Mann im Berliner Lustgarten am Wasser eines Brunnens.
Am Mittwoch werden Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius erwartet. Bildrechte: dpa

Hoch "Ulla" bringt Sahara-Hitze Heißester Juni seit Beginn der Aufzeichnungen

Hoch "Ulla" bringt die Sahara-Hitze nach Deutschland: Am Mittwoch werden bis zu 38 Grad Celsius erwartet. Der Juni ist damit der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Bei Temperaturen um 29 Grad Celsius erfrischt sich ein junger Mann im Berliner Lustgarten am Wasser eines Brunnens.
Am Mittwoch werden Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius erwartet. Bildrechte: dpa

In Mitteldeutschland sind die Temperaturen am Dienstag auf Rekordwerte geklettert. Es war der bislang heißeste Tag des Jahres.

In Thüringen erlebte Rudolstadt die höchsten Temperaturen mit 36,2 Grad. In Sachsen-Anhalt war es in Bernburg am heißesten: mit 35,5 Grad. Die höchsten Temperaturen in Sachsen wurden am Dienstagabend in Rochlitz gemessen. Nach Angaben von MDR-Meteorologin Michaela Koschak kletterte dort um 20 Uhr das Thermometer auf 35,1 Grad.

Wind macht Hitze erträglich

Hoch "Ulla" sorgt seit für dieses heiße Wetter. Mittwoch soll es mit bis zu 38 Grad Celsius noch wärmer werden. Auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sei kaum mit Abkühlung und mit Temperaturen um 25 Grad zu rechnen, sagt MDR-Meteorologin Michaela Koschak. Nach ihren Worten ist der Juni schon jetzt der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Immerhin ein kleiner Lichtblick: Aufgrund des Windes und der niedrigen Luftfeuchtigkeit sei die Hitze noch relativ erträglich.

Die bisherigen Rekord-Temperaturen für einen 25. Juni in Mitteldeutschland wurden in Leipzig 2006 mit 32,1 Grad gemessen. In Magdeburg kletterte das Thermometer im selben Jahr auf 31,6 Grad, in Erfurt wurden am 25. Juni 1967 33,4 Grad Celsius gemessen.

Kurzzeitige Abkühlung am Donnerstag und Freitag

Der Wind, der im Moment noch aus Südost zu uns strömt, dreht in der Nacht zum Donnerstag auf Nordwest und bringt zeitweise etwas kühlere Temperaturen. Zum Siebenschläfertag am Donnerstag sei nicht mit extremer Hitze, sondern mit warmem Sommerwetter zu rechnen, sagt Michaela Koschak. In der Nacht zum Freitag könnten dann vor allem in ländlichen Regionen sogar einstellige Temperaturen für Abkühlung sorgen. Pünktlich zum Wochenende werde es jedoch wieder wärmer.

Die MDR-Meteorologin rät übrigens, die Fenster am Tag nicht geschlossen zu halten, sondern zu lüften, um zu verhindern, dass sich heiße Luft in den Wohnräumen anstaue. Räume sollten so gut es geht abgedunkelt werden. Ein nasses Handtuch vor dem Fenster oder am Ventilator könne durch die entstehende Verdunstungskälte außerdem dabei helfen, die Raumtemperatur erträglicher zu gestalten.

Wer Sport treibt, sollte das vor allem in den frühen Morgenstunden tun: "Viele wissen nicht, dass die Tageshöchsttemperaturen erst zwischen 17 und 18 Uhr erreicht werden", sagt Michaela Koschak. Von der Joggingrunde nach Feierabend rate sie daher dringend ab.

Tempolimits wegen befürchteter Hitzeschäden auf Autobahnen

Nicht nur der Mensch ächzt hinsichtlich der hohen Temperaturen, auch die Straßen leiden. Autofahrer müssen sich wegen der hohen Temperaturen auf zusätzliche Tempolimits auf Autobahnen einstellen. Der Chef der Landesstraßenbaubehörde in Sachsen-Anhalt, Uwe Langkammer, sprach von Vorsichtsmaßnahmen. Bereits geschädigte Betondecken könnten abrupt aufbrechen, sich anheben und sogenannte Blow Ups, große Löcher und Risse in der Fahrbahn, entstehen lassen. Betroffen sind unter anderem die A9 sowie die A38 im südlichen Sachsen-Anhalt.

Auch die Waldbrandgefahr steigt weiter an. Schon jetzt haben etwa viele Thüringer Forstämter die zweithöchste Gefahrenstufe 4 ausgerufen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 22:05 Uhr