Eigener Garten Diversität schützt Pflanzen vor Trockenheit

Meteorologen prognostizieren für 2020 den dritten heißen Sommer in Folge. Die Trockenheit setzt Zier- und Nutzpflanzen zu und stellt Kleingärtner wie Michael Jacob aus Rehlingen-Siersburg im Saarland vor eine Herausforderung. Er liebt das Gärtnern und fragt MDR AKTUELL: Wie passe ich meinen Kleingarten richtig an den Klimawandel und den Hitzestress an? Was kann ich zukünftig ohne großes Ausfallrisiko anbauen und worauf muss ich zukünftig vielleicht verzichten?

Eine Frau arbeitet mit einer kleinen Schaufel an einem niedrigen Hügel mit Pflanzen darauf in einem Kleingarten
Um Nutz- und Zierpflanzen im Kleingarten vor Hitze und Trockenheit zu schützen, kann es sich lohnen, auch mal Unkraut wachsen zu lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Großbeeren bei Berlin forschen Wissenschaftler zum Thema Trockenheit und Anbaumethoden. Unter ihnen ist Dr. Ariane Krause. Privat gärtnert sie auch – mitten in der Hauptstadt – in einer Gartenanlage auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Zum Thema Garten und Klimawandel sagt sie, dass wir gar nicht so viele Sorten verlieren würden durch den Klimawandel:

Ariane Krause | Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir müssen schauen, dass wir ihnen ein gutes Umfeld geben. Wir müssen schauen, dass wir unseren Garten klimaunempfindlich machen. Das sind zwei Kernbereiche, die wir uns anschauen müssen: Das eine ist Diversität und das andere ist nachhaltiger Umgang mit Ressourcen.

Ariane Krause | Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau

Pflanzenvielfalt hält Boden feucht

Das heißt, verschieden große Pflanzen zusammen in ein Beet setzen, beispielsweise Tomaten mit Buschbohnen. Das sorgt für gegenseitigen Halt und beschattet den Boden, der dadurch länger feucht bleibt. Wissenschaftlerin Krause gibt weitere Tipps: Es gebe Möglichkeiten, wie man die Erde bedecken könnte, damit nicht so viel Wasser verdunste – etwa mit Gras. "Wir können Stroh dafür nehmen, wir können Sägespäne dafür nehmen. Hat auch den Vorteil, dass das Gemüse schön sauber bleibt."

Wer es erträgt, sollte etwas Beikraut – auch Unkraut genannt – stehen lassen, denn auch das beschattet und hält Feuchtigkeit im Boden. Außerdem empfiehlt Krause: "Wir können Ziegelsplitt dazugeben." Das sei im Prinzip gebrannter Ton. Was sicher passiere sei, dass Tontöpfe, in denen man etwas angebaut hätte, irgendwann mal kaputt gingen. Die könnte man dann in den Kompost oder auch direkt ins Beet einbringen.

Grundwasserspiegel nicht hundertprozentig vorhersagbar

Kompost ist wichtig, weil der gewonnene Humus nährstoffreich ist. Und nährstoffreiche Erde hält Feuchtigkeit besser. Das funktioniert natürlich nur, wenn Niederschlag fällt und der Grundwasserspiegel nicht weiter sinkt.  

Dr. Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig
Dr. Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dr. Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig leitet ein Klimabüro, das einen deutschlandweiten Dürremonitor erstellt. Er prognostiziert auch für die kommenden Jahre Hitze und Trockenheit, sagt aber auch, man könne nicht wissen, "ob es zukünftig sinkende Grundwasserspiegel geben wird." Denn es könne durchaus sein, "dass im Winter die Grundwasserneubildung auch zukünftig noch gut funktioniert in Deutschland".

Mischwiesen gedeihen bei Trockenheit besser als Rasen

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Pflanzen anbauen, die mit weniger Wasser auskommen. Dazu gehören die Bohne, Aubergine, Tomate, Karotte oder Kartoffel. Im Kräuter- und Blumengarten gehören dazu mediterrane Pflanzen, auch Rosen, Lilien und Zierlauch. Weinstöcke, Walnuss- und Feigenbäume haben künftig vielleicht bessere Bedingungen als Apfelbäume, Gurken, Spargel und Erdbeeren. Großer Verlierer ist allerdings unser getrimmter Rasen:

Was können wir hier machen? Wir können umschwenken und mehr Wiesen pflanzen. Wiese unterscheidet von Rasen, dass es eine größere Mischung an Pflanzen ist und vor allem auch Süßgräser mit enthalten sind.

Ariane Krause | Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Wiese 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Vorteil laut Ariane Krause: "geringerer Wasserbedarf, geringerer Düngebedarf – und auf der praktischen Seite: Bei einer Wiese reicht es, vielleicht nur die Wege, auf denen wir oft gehen, freizuschneiden". Denn was ruhen darf und nicht ständig bearbeitet wird, kann auch weniger austrocknen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juni 2020 | 05:00 Uhr

3 Kommentare

Brigitte Schmidt vor 15 Wochen

Meine Meinung im Rahmen der Kommentar-Richtlinien:

Ich rede vom mdr-Gebiet:
Hätten wir einen warmen, trockenen Mai gehabt, es wäre 3mal am Tag in Funk und Fernsehen darauf hingewiesen worden. Stattdessen war es teils feucht und auf jeden Fall kalt, ja zu kalt. Auch das sehe ich in meinem Garten.
Derartige Wetterphänomene werden nicht thematisiert.
Naja, es kann ja jeden Moment der Hitzesommer 2020 beginnen.

Atheist vor 15 Wochen

Aktuell kann es überhaupt keine Voraussagen für den Sommer geben da viele Daten aus dem Flugverkehr fehlen.
Wenn ich zum Fenster raussehe kann ich weder Hitze noch Trockenheit erkennen.
Hier soll ganz einfach Panik geschürt werden um den Klimawandel zu untermaueren, sachlich und ausgewogen kann ich nicht erkennen.

Ein Volk das nach Untergang bettelt vor 15 Wochen

Für meine Begriffe ist der Sommer kalt und feucht oder lebe ich auf einem anderen Planeten.
Übrigens, wo kann man die Glaskugel kaufen um das Wetter 3 Monate im Voraus zu sagen?

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