Coswig in Sachsen Neue Sporthalle wird eröffnet – alte kann nicht bleiben

In vielen Städten Mitteldeutschlands versuchen Vereine und Schulen händeringend, Belegzeiten für Turnhallen zu bekommen. Kapazitäten sind knapp. Da freut es einerseits, wenn wie in Coswig bei Dresden eine neue Halle eröffnet wird. Doch gleichzeitig verschwindet direkt nebenan die alte Sportstätte. Warum in Zukunft nicht einfach beide genutzt werden, fragt sich Kathrin Große aus Coswig.

von Ronny Arnold, MDR AKTUELL

Bau der neuen Sporthalle in Coswig
Die neue Sporthalle in Coswig ist größtenteils fertiggestellt. Bildrechte: Ronny Arnold

Noch wird eifrig gewerkelt, innen wie außen – doch schon in wenigen Tagen wird sie fertig sein: die neue Turnhalle am Spitzgrund in Coswig. Zwei Felder hat die große, moderne Sportstätte. Die alte Halle aus DDR-Zeiten gleich nebenan wird abgerissen.

Neue Sporthalle deutlich größer und nachhaltiger

Alte Sporthalle Coswig
Der Blick in die alte Sporthalle. Bildrechte: Ronny Arnold

Das ist durchaus fraglich, weil der Bedarf bei Vereinen und Schulen groß ist. Das sieht auch Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert so, weshalb die neue Halle doppelt so groß werde wie die alte. Und beide behalten? Dafür fehlt schlichtweg der Platz auf dem Schulgelände. "Wir haben hier ein grünes Klassenzimmer verdrängt, den Schulgarten verdrängt und dieses muss natürlich an anderer Stelle verpflichtend auch wieder geschaffen werden", erklärt Schubert.

Finanziert wird der fünf Millionen Euro teure Neubau von der Stadt Coswig und dem Landkreis Meißen. Der ist Träger des angrenzenden Förderschulzentrums. Hinter vorgehaltener Hand bedauern auch hier einige den Abriss der alten Halle, obwohl sogar das Dach undicht ist und die Energiebilanz schlecht.

Die neue Halle sei da deutlich nachhaltiger, sagt Thomas Schubert. Man habe einen erheblich geringeren Energiebedarf an Heizwärme. Und mit Blick auf den Stromverbrauch erklärt Schubert, dass es drinnen eine LED-Beleuchtung gebe. Und durch die Massivbauweise gebe es einen geringeren Verlust von Energie, die an die Außenumwelt abgegeben werde, erklärt der Oberbürgermeister. Dafür wurde die neue Halle teilweise in der Erde versenkt, was im Sommer kühlt und im Winter wärmt.

Innenansicht der neuen Sporthalle
Die neue Sporthalle von innen. Bildrechte: Ronny Arnold

Terminplanung für Sportvereine und Schulen leichter

Wichtig war allen Beteiligten, dass die neue Halle deutlich größer wird als die alte. Gravierende Engpässe im Vereinssport gehören laut Torsten Schröder, der bei der Stadt Coswig unter anderem für die Vereine zuständig ist, dann der Vergangenheit an. Man habe viele Vereine in Coswig, die im Punktspielbetrieb seien: Kreisklasse, Kreisliga bis hin zur Landesklasse.

Hier war es immer eng, die Termine bedienen zu können. Jetzt mit der neuen Zwei-Feld-Halle ist das deutlich besser möglich.

Torsten Schröder, Stadtmarketing Coswig

Profitieren wird auch die Evangelische Schule in Coswig, die sich bis jetzt die knappen Belegzeiten in der alten Halle mit dem Förderschulzentrum teilen musste. Für Annett Schenke, die Geschäftsführerin der Schule, waren die vergangenen Jahre schwierig.

Bei uns mussten Stunden ausfallen, weil die Kapazitäten nicht ausgereicht haben.

Annett Schenke, Geschäftsführerin Evangelische Schule Coswig
Alte Sporthalle Coswig
Die Sporthalle aus DDR-Zeiten wird bald abgerissen. Bildrechte: Ronny Arnold

Man habe die Zeiten, die noch frei waren, für den Sportunterricht genutzt und dementsprechend den Stundenplan drumherum gestrickt. Ab der kommenden Woche, mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres, wird sich das nun grundlegend verbessern. "Wir haben dann ein Feld für unseren Sportunterricht zur Verfügung", sagt Schenke. "Wir können dann frei entscheiden, wann unser Sportunterricht stattfindet."

Es werde deutlich einfacher, Stundenpläne zu machen, Lehrer zu planen und alle Unterrichtsstunden durchzuführen. Die meisten freuen sich also auf die neue Halle – auch wenn die alte Sportstätte aus DDR-Zeiten dafür verschwinden muss.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Februar 2020 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2020, 08:26 Uhr

1 Kommentar

Brotherhood vor 6 Wochen

Bei den immensen Gewerbesteuereinnahmen ist das sicher kein Problem. Man hätte den größten Trottel in den Finanzausschuss setzen können und wir wären immernoch im Plus. Vielleicht sitzt er ja schon lange dort?!
Noch was zur 5 Millionen Euro teuren Turnhalle, wenn ich Sport machen sollte wird mir richtig warm! Wenn ich abends an Turnhallen im Winter vorbei fahre, stehen die meisten Fenster auf! Warum? Weil die Leute nicht ersticken wollen.
5 Millionen!!! Geht's noch? Wenn man dann so einen sogenannten verantwortlichen fragt, bekommt man die eingebildete Antwort " wenn wir einmal bauen, dann richtig". Als nächstes kommen goldene Straßenlaternen oder was. Die Herren sitzen in Ihren schönen Eigenheim und nicht Mal in Coswig! Bei uns hier steigt dadurch der Mietspiegel. Voll toll, Danke

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