Studienplatzvergabe "Hochschulstart.de" für mehrere Tage nicht erreichbar

Für Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmazie werden die Studienplätze bundesweit einheitlich vergeben. Dafür gibt es das Portal "Hochschulstart.de". Das war nun tagelang nicht aufrufbar – nicht zum ersten Mal.

Leere Sitzreihen in einem Hörsaal
Für begehrte Studienplätze in Medizin und Pharmazie werden die Studienplätze über die Online-Plattform Hochschulstart.de vergeben. Viele Bewerber haben aber in dieser Woche vergebens auf ihren Bildschirm geschaut. Das Online-Portal hatte technische Probleme. Bildrechte: colourbox.com

Aufatmen am Donnerstag: Nach knapp drei Tagen war das Portal "Hochschulstart.de" wieder online. Endlich konnten Studieninteressierte sehen, bei welcher Uni sie auf welchem Rang der Zulassungsliste stehen. Aber warum war die Webseite nicht erreichbar?

Die Technik war schlichtweg überfordert, weil sie zu viele Bewerbungen bearbeiten musste. Die Zahl sei erheblich gestiegen, weil sich auch in der Medizin ab diesem Jahr jeder Studieninteressierte an allen Universitäten bewerben konnte, erläutert der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung für Hochschulzulassung, Holger Burckhart.

An allen Unis gleichzeitig bewerben

Genau das hätten rund 90 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber auch gemacht. Doch die Software dafür sei derzeit nur ein Provisorium. Holger Burckhart erklärt: "Es gibt zwei Dinge, die einfach eingehalten werden müssen und deswegen hab ich das System runterfahren lassen: Das ist Verfahrenssicherheit und Rechtssicherheit."

Wenn da ein Fehler passiert, kann sich jeder einklagen.

Holger Burckhart Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung für Hochschulzulassung

Das System sei immer langsamer geworden und man habe es nicht künstlich beschleunigt, da es richtig gearbeitet habe, erklärt Burckhart weiter.

Keine Nachteile durch Notbremse

Die Lösung: Alle Zugriffe von außen stoppen, damit das System die eingegangen Bewerbungen erst einmal abarbeiten kann. An den betroffenen Universitäten hat man Verständnis für diese Notbremse.

So betont Axel Burchardt von der Universität Jena, dass dadurch niemandem ein Nachteil entstehen werde. Es führe bei der Universität Jena zwar zu Verschiebungen bei anderen Aktivitäten, die damit verknüpft seien. Grundsätzlich sei es aber kein großes Problem für die Universität. Das Problem liege eher bei der Verunsicherung der Studierenden, zumal das Verfahren dieses Jahr anders als früher sei.

Verunsicherte Bewerber

Auch an der Universität Leipzig sieht Klaus Arnold vom Studentensekretariat die Probleme beim Zulassungsportal relativ entspannt: "Wir haben selbst relativ wenig Zeit verloren, weil wir unsere Ranglisten glücklicherweise schon vorher hochgeladen hatten."

Die meisten haben ihre Zulassung schon sehen können und die Universität konnte weiter arbeiten. Für die Bewerber sei es eine unschöne Situation gewesen, da sie in dem Zeitraum nichts erfahren konnten. Die haben sich an die Hochschulen gewendet und deren E-Mail-Postfächer überflutet, berichtet Klaus Arnold.

Begehrte Studienplätze

Konstantin Willkommen vom Fachschaftsrat Medizin und Zahnmedizin an der TU Dresden sieht den Ausfall dennoch kritisch. Denn mit technischen Problemen hatte auch schon das alte Hochschulstart-Portal zu kämpfen.

Wir hatten eben gehofft, dass das jetzt mit den Erneuerungen besser wird.

Konstantin Willkommen Fachschaftsrat Medizin und Zahnmedizin an der TU Dresden

Eine Bewerbung auf einen zentral vergebenen Studiengang sei ein sensibles Thema. Es sei auch in Dresden so, dass es ein Vielfaches an Bewerbern auf einen einzelnen Platz gebe. Da gehe es dann um alles, schätzt Willkommen ein. Dass Bewerberinnen und Bewerber dann Sorge hätten, dass bei technischen Problemen mit ihrer Bewerbung etwas schief laufen könnte, sei verständlich.

Verlangsamte Vergabe

Doch die Stiftung für Hochschulzulassung beruhigt: Die Zuteilung funktioniere einwandfrei, nur eben sehr langsam. Deshalb soll es auch noch weitere Wartungen geben, während derer die Website nicht erreichbar sein wird. Ziel sei, dass bis Mitte Oktober alle ihre Zulassungen hätten, inklusive der Nachrücker.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. September 2020 | 06:54 Uhr

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