"Dorian" Mindestens 30 Tote durch Hurrikan auf Bahamas

Drei Tage lang hat Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas gewütet. Mindestens 30 Menschen starben. Die Regierung geht davon aus, dass sich die Zahl der Opfer weiter erhöht. Tausende Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Eine Siedlung auf den Bahamas, die durch Hurrikan Dorian zerstört wurde.
Eine zerstörte Siedlung auf den Bahamas. Bildrechte: dpa

Auf den Bahamas sind mindestens 30 Menschen durch Hurrikan "Dorian" ums Leben gekommen. Das sagte Premierminister Hubert Minnis dem US-Nachrichtensender CNN. Gesundheitsminister Duane Sands erklärte, viele Menschen würden noch vermisst. Er befürchte noch deutlich mehr Opfer. Die Zahl werde erschütternd sein. Sands betonte, so etwas wie "Dorian" habe er noch nicht durchgemacht und so etwas wolle er auch nicht wieder durchmachen.

Großflächige Verwüstungen

Der Sturm hatte die Bahamas am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde getroffen und dort drei Tage lang für schwere Verwüstungen gesorgt. "Dorian" brachte meterhohe Sturmfluten mit sich, die zu großflächigen Überschwemmungen führten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen können viele Straßen nicht genutzt werden. Auch die Flughäfen seien überschwemmt oder beschädigt worden. Es gebe keine Stromversorgung und nur stark eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten.

Hilfe läuft an

Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13.000 Häuser schwer beschädigt oder zerstört. Die Schäden dürften sich nach ersten Schätzungen auf sieben Milliarden Dollar belaufen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 70.000 Menschen dringend auf Lebensmittel, Wasser und Unterkünfte angewiesen. Das ist fast jeder fünfte Einwohner der Bahamas.

Das Welternährungsprogramm bereitete eine Lieferung von mehr als sieben Tonnen fertiger Gerichte für die vielen Obdachlosen auf den Bahamas vor. Das teilte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres mit.

Die EU stellt nach Angaben des zuständigen Kommissars Christos Stylianides eine halbe Million Euro für die Opfer des Hurrikans bereit. Das Geld sei für Wasser, Lebensmittel und Hygieneartikel vorgesehen.

Ausläufer haben US-Küste erreicht

Bei "Dorian" handelte es sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas und einen der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Inzwischen sind Ausläufer des Sturms auf die Südostküste der USA getroffen. "Dorian" wurde am Freitag von der höchsten Kategorie fünf auf Kategorie 1 herabgestuft, bringt aber immer noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde mit sich.

Wegen der erwarteten Ankunft von Hurrikan "Dorian" hatte US-Präsident Donald Trump eine für Ende vergangener Woche geplante Reise nach Polen abgesagt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. September 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2019, 07:40 Uhr