Junge von Kommode erschlagen Ikea zahlt Millionen nach tödlichem Unfall

In den USA gab es mehrere tödliche Unfälle mit Ikea-Möbeln. Nachdem ein Kind von einer Kommode erschlagen wurde, zogen die Eltern vor Gericht. Nun einigten sie sich mit dem Möbelriesen auf einen Vergleich - Ikea zahlt 46 Millionen Dollar.

Eine Filiale der schwedischen Möbelkette IKEA in  Brooklyn, New York, USA
Filiale der schwedischen Möbelkette IKEA in den USA. Bildrechte: dpa

Nach dem Tod eines Kleinkindes in den USA durch eine Ikea-Kommode hat sich der schwedische Einrichtungskonzern mit der Familie auf einen Vergleich geeinigt. US-Medienberichten zufolge zahlt Ikea 46 Millionen Dollar (mehr als 41 Millionen Euro). Die Anwälte der Familie waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der zwei Jahre alte Junge aus dem US-Staat Kalifornien war im Jahr 2017 an schweren Verletzungen gestorben, nachdem eine mehr als 30 Kilogramm schwere Kommode auf ihn gefallen war.

Malm-Möbel in Deutschland weiter im Angebot

Kommode Malm des Möbelherstellers Ikea
Ikea-Kommode "Malm". Bildrechte: Inter IKEA Systems B.V./dpa

Die Familie des getöteten Jungen zog in den USA vor Gericht. Sie warf dem Möbelkonzern vor, von der Kippgefahr gewusst zu haben.

Die US-Verbraucherschutzbehörde machte Ikea damals für insgesamt sechs Todesfälle von Kleinkindern durch Möbel verantwortlich. Daraufhin nahm der Möbelriese dort 36 Millionen Schränke und Kommoden zurück.

Dazu gehörten auch Möbel der "Malm"-Reihe, die in anderen Ländern wie Deutschland weiterhin verkauft werden. Ikea liefert zwar Winkel mit, um Schränke und Kommoden an der Wand zu befestigen, schreibt das aber nicht vor. Das lässt in den USA Spielraum für Klagen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Januar 2020 | 10:30 Uhr

3 Kommentare

part vor 30 Wochen

Im Land der Kettenreaktion von fallenden Pepsiflaschen sollte man sich eigentlich auch bewußt sein das weniger Auflagefläche mehr Fallmöglichkeiten bietet. Dies ist auch bei Möbeln anderer Hersteller der Fall auf der ganzen Welt. Leider sehen fast alle Hersteller von Belehrungen und verdeckten Befestigungsmöglichkeiten an der Wand ab. Der schlaue Heimwerker muß also nach Alternativen suchen bei hohen Einrichtungsgegenständen und sich selbst behelfen um die Sicherheit zu gewährleisten. Fußböden aus Dielen oder schlecht verlegten Panelen können da zudem als Impulsgeber wirken. Gerade Kleinkinder, die noch nicht richtig laufen konnen ziehen sich gern an Gegenständen hoch, das sollten auch junge Eltern wissen. In den USA gibt es aber die sogenannte Klagesucht, wo Anwälte jede sich nutzende Möglichkeit nutzen um neue Mandanten zu finden und ihnen sehr viel versprechen.

Felix vor 30 Wochen

Yepp, dass dachte ich mir auch - wobei die Frage ist, ob die sich dumm stellen oder es einfach sind. Aber diese 100%-Rundumsorglosmentalität und das Klagen, wenn es mal nicht so ist - und dann auch noch so grass erfolgreich - ist schon erschreckend.

CrizzleMyNizzle vor 30 Wochen

Bei all dem Leid für die Familien, ist es schon krass was in den USA so möglich ist. Unachtsamkeit wird auf den Hersteller gemünzt. Ich mein jeder normale Mensch weiß dass Möbel kippen können, aber die Amis können sich dumm stellen und bekommen noch Millionen hinterher geworfen.