Kinder spielen im Bällebad.
Beim Spielen auf dem "Play Together"- Spielplatz kommen Geflüchtete und benachteiligte Menschen in Kontakt. Bildrechte: dpa

Leipzig Sozialer Indoorspielplatz "Play Together" hilft bei Integration

Wenn das Wetter nicht mitspielt, die Kinder aber beschäftigt werden wollen, gehen Eltern auch mal auf einen Indoorspielplatz. Der kostet eine Familie mit zwei Kindern schnell mal 40 bis 50 Euro Eintrittsgeld. In Leipzig gibt es solch einen Indoorspielplatz aber auch kostenlos – denn er ist ein sozialer Indoorspielplatz. Hier sollen Menschen verschiedener Hintergründe und Kulturen zusammengebracht werden.

von Carolin Fröhlich, MDR AKTUELL

Kinder spielen im Bällebad.
Beim Spielen auf dem "Play Together"- Spielplatz kommen Geflüchtete und benachteiligte Menschen in Kontakt. Bildrechte: dpa

Kinder toben im Bällebad, hüpfen auf großen Trampolinen oder klettern wieder und wieder die Rutsche hinauf. Am Rand verteilen Mütter und Väter Kekse, sie sprechen Deutsch, Chinesisch, Russisch oder Arabisch. Es ist ein typischer Nachmittag im "Play Together" im Südosten Leipzigs.

Wir arbeiten da ganz klar nach dem Konzept, wer als Kind miteinander spielt, streitet sich später nicht.

Lutz Schumann Koordinator des Projekts "Play Together"

Integration stärken, Vorurteile abbauen

Die Idee dazu hatte ein ehrenamtlicher Initiator 2015, als die starke Zuwanderung kam: "Zu dem Zeitpunkt gab es hier im Umkreis sechs oder sieben Auffangstationen für Zugewanderte und Flüchtlinge", erzählt Schumann. Deswegen wollte er eine Begegnungsstätte erschaffen, an der sozial benachteiligte Menschen und Geflüchtete in Kontakt kommen können. Ziel sei es, auf der einen Seite die Integration zu stärken, auf der anderen Seite Vorurteile abzubauen.

Auch Eltern kommen ins Gespräch

Aus der Idee erwuchs der kostenlose Indoor-Spielplatz "Play Together". Gefördert vom Bundesprogramm "Demokratie Leben", kofinanziert durch "Weltoffenes Sachsen" und durch Eigenmittel. 2017 eröffnete der Spielplatz in einer Halle auf der Alten Messe in Leipzig.

250 Quadratmeter mit Spielbereichen für kleine und größere Kinder, Basteltischen und Krabbelecken, aber auch Büchern und Info-Plakaten über andere Religionen oder die Krisengebiete, aus denen Menschen flüchten. Denn auch die Eltern sollen hier ins Gespräch miteinander kommen und gegebenenfalls, wie ihre Kinder, Bekanntschaften oder Freundschaften entwickeln, so Schumann:

Da gab‘s schon den einen oder anderen Moment, als Gäste beim ersten Mal sehr skeptisch waren und dann aber aufgrund des kostenlosen Angebots am nächsten Tag wiederkamen und das hier wieder genutzt haben und man merkte, wie sie nach und nach auftauen und auch in Kontakt miteinander kommen.

Lutz Schumann Koordinator des Projekts "Play Together"

Geflüchtete lernen Deutsch auf dem Spielplatz

Ein Kind liegt im Bällebad.
Der soziale Indoorspielplatz wird auch von Geflüchteten gut angenommen. Bildrechte: dpa

Eltern wie Claudia Frenke kommen gerade deswegen hier her. Ihr Mann stammt ursprünglich aus Tunesien und der gemeinsame Sohn wächst zweisprachig auf. Mit einigen Eltern treffe sie sich regelmäßig im "Play Together". Beim Spielen könne sie Kindern und Eltern helfen die deutsche Sprache zu lernen. Im Gegensatz dazu würden sie und ihr Sohn ihr Arabisch verbessern.

"Play-Together"- Angebot wird ausgeweitet

Im kommenden Jahr will das Team von "Play Together" diesen Kontakt zwischen den Eltern stärken, erzählt Lutz Schumann, etwa durch die gemeinsame Beschäftigung mit einem konkreten Thema oder durch interkulturelle Nachmittage.

Am Vormittag bietet das Team bereits jetzt Kurse für Kindergärten und Schulhorte an. Diese beschäftigen sich spielerisch mit Toleranz, Schimpfworten oder dem Recht, "Nein" zu sagen. Das Angebot ist oft Wochen im Voraus ausgebucht, die Rückmeldungen der Erzieher danach sind positiv, erzählt Schumann.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. April 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2019, 05:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

27.04.2019 18:18 Arbeitende Rentnerin 5

Irgendwann hieß es mal, die beste Integration erfolgt über Arbeit, davon hört man nichts mehr, immer mehr schöne Freizeiteinrichtungen für die Gäste, wir haben als Mütter fast alle gearbeitet, Männer sowieso, was soll das noch werden, immer mehr Konsumenten ohne Leistung, aber über die Rentner meckern, wir müssen sowieso bald alle jobben(die Jüngeren), sollten wir mal richtig alt werden, geht das aber nicht mehr, darüber sollte man sich lieber mal Gedanken machen.

27.04.2019 16:56 Fragender Rentner 4

Von wem kommt das Geld für diese Plätze?

Wer soll sich interieren?

27.04.2019 16:07 Willy 3

was soll der scheiß nun wieder wie immer nur Geld, wenn dann in vielen Familien wieder in ihrer Sprache gesprochen würd , also zwecklos wie immer !

27.04.2019 15:06 Anfrage 2

Wird da auch über die Schulbildung und Berufsausbildung der Frauen gesprochen ,was in D . selbstbverständlich ist und über die Schwangerschaftsverhütung nicht nur der Frauen ,sondern der Männer !! Wir wollten und konnten uns selbst nur soviele Kinder leisten ,wie wir sie ernähren können.Rentner bekommen bei uns bei fast allen Kulturveranstaltungen keine Ermäßigungen mehr und würden auch gern am Leben teilnehmen.

27.04.2019 14:04 Gerd Müller 1

Wo waren diese Angebote bevor die Migranten kamen?
Alles dreht sich nur noch um Flüchtlinge, Migranten und Ausländer, wir sind scheinbar nur noch da um alles zu finanzieren.
Bin gespannt, wenn die Wirtschaft weiter in die Rezession abrutscht, was dann alles gestrichen wird oder sollen wir noch mehr Steuern zahlen.