Eine Erzieherin liest mit Zwillingen ein Buch.
Die Zahl der Kinder, die von Jugendämtern in Obhut genommen werden mussten, ist zuletzt gesunken. Bildrechte: dpa

Familie Jugendämter nehmen weniger Kinder aus Familien

Die Jugendämter haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche in vorläufige Obhut genommen als im Vorjahr. Grund dafür sind vor allem sinkende Flüchtlingszahlen. Einen Anstieg gab es bei Kindesmisshandlungen.

Eine Erzieherin liest mit Zwillingen ein Buch.
Die Zahl der Kinder, die von Jugendämtern in Obhut genommen werden mussten, ist zuletzt gesunken. Bildrechte: dpa

Die deutschem Jugendämter haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche wegen einer möglichen Gefährdung vorläufig in Obhut genommen.

Grund dafür war in erster Linie der Rückgang bei der Einreise von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Diese fallen per se in die Obhut von Jugendämtern.

14 Prozent weniger Inobhutnahmen

Im Jahr 2018 sei die Gesamtzahl der Inobhutnahmen um knapp 8.800 oder 14 Prozent auf 52.600 gesunken, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Der Hauptgrund für Inobhutnahmen war demnach weiterhin eine Überforderung der Eltern. Fälle mit dieser Begründung hatten einen Anteil von 24 Prozent an allen Vorgängen. Unbegleitete Einreisen von Minderjährigen aus dem Ausland machten 16 Prozent aus.

Starker Anstieg bei Misshandlungen

Der Anteil von Maßnahmen, bei denen Jugendämter junge Menschen aufgrund von körperlichen oder psychischen Misshandlungen betreuten, war mit rund 8,3 Prozent die dritthäufigste Ursache. Hier gab es im Vergleich zum Vorjahr 2017 einen starken Anstieg um etwa 1.200 Fälle oder 25 Prozent.

Vorläufige Inobhutnahmen sind Hilfsmaßnahmen der Ämter in akuten Krisensituationen. Sie können dem Bundesamt zufolge auf Bitten des Kinds, bei einer Gefährdung des Kindeswohls aber auch von den Behörden selbst eingeleitet werden, bis die Probleme gelöst sind.

Damit kann eine vorübergehende Unterbringung etwa in einem Heim oder einer Pflegefamilie gemeint sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. August 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 10:31 Uhr

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2 Kommentare

16.08.2019 13:43 Leipzigerin 2

Wann beginnt endlich eine lückenlose Aufklärung von staatlich geduldeter Kindestraumatisierung an denen Jugendamt,Verfahrenspfleger, Gutachter und Richter nachweislich beteiligt sind. Ein Antrag zur lückenlosen Aufklärung in Sachsen liegt schon lange der Staatsregierung/Frau Köpping vor. Eine Aufarbeitung zu DDR Zwangsadoptionen / Zwangspflegschaften oder rechtswidrigen Klagen der Referate Jugendhilfe gab es nicht bzw. wurde nachweislich verhindert- die betroffenen Kinder leiden noch immer. Der Meinung von W. stimme nicht nur ich zu.

16.08.2019 11:01 winfried 1

Für mich besteht im Artikel ein inhaltlicher Widerspruch.

Einerseits heißt es im Titel
"Jugendämter nehmen weniger Kinder aus Familien"
und weiter (versteckt?) im Text
"Grund dafür war in erster Linie der Rückgang bei der Einreise von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen."

Ich fühle mich an die Info-Politik der ehem. "DDR" erinnert.