Kreuzfahrschiff Marella Discovery
Das Kreuzfahrschiff "Marella Discovery" im Oktober 2018 vor dem kroatischen Split (Archivbild). Bildrechte: imago/Loop Images

Vor Griechenland Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf Weg nach Italien auf

Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes hat ein Kreuzfahrtschiff 111 Migranten an Bord genommen. Ihr Boot war auf dem Weg nach Italien in Seenot geraten. Die "Marella Discovery" brachte sie in den Hafen von Kalamta.

Kreuzfahrschiff Marella Discovery
Das Kreuzfahrschiff "Marella Discovery" im Oktober 2018 vor dem kroatischen Split (Archivbild). Bildrechte: imago/Loop Images

Ein maltesisches Kreuzfahrtschiff hat vor der griechischen Halbinsel Peloponnes 111 Migranten auf dem Weg nach Italien an Bord genommen. Wie die griechische Küstenwache am Sonntag mitteilte, war das Boot 40 Seemeilen vor der Peloponnes im Ionischen Meer in Seenot geraten. Das Kreuzfahrschiff "Marella Discovery" habe die Migranten, unter denen sich auch 33 Minderjährige befanden, anschließend in den Hafen Kalamata in Griechenland gebracht. Aus welchen Staaten die Migranten stammen, blieb zunächst unklar.

Schleppertouren nach Italien

Seit die Balkanroute weitgehend verschlossen ist, versuchen viele Migranten mit von Schleusern organisierten Überfahrten aus Griechenland oder der Türkei nach Italien und von dort weiter nach Mittel- und Westeuropa zu gelangen.

Migranten aus Afrika wählen hingegen meist die Route von der libyschen Küste nach Italien. Sie werden von Schleppern in Schlauchboote gesetzt, zum Teil bringen private Seenotretter sie nach Italien oder Malta. Seit Italien seine Häfen offiziell für solche Schiffe geschlossen hat, sorgen derartige Aktionen immer wieder für Streit.

Streit um "sichere Häfen"

Italien argumentiert, die aus libyschen Hoheitsgewässern geborgenen Migranten seien nach Libyen oder das ebenfalls viel nähere Tunesien zu bringen. Die privaten Seenotretter argumentieren hingegen, dass die Menschen in diesen Ländern nicht sicher seien und deshalb immer nach Europa gebracht werden müssten. Italien und Malta hatten zuletzt mehrere Schiffe dieser Organisationen festgesetzt und beschlagnahmt.

NGOs entsenden neues Rettungsschiff

Ein Boot mit Flüchtlinge schwimmt vor der libyschen Küste neben dem Seenotrettungsschiff Aquarius 2 der Hilfsorganisation SOS Méditerranée.
Die Aquarius von "Ärzte ohne Grenzen" bei der Flüchtlingsrettung 2018 vor Libyen. Bildrechte: Maud Veith/SOS Mediterranee/dpa

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" kündigte unterdessen am Sonntag an, gemeinsam mit der NGO "SOS Méditerranée" bis Ende Juli ein neues Schiff in das zentrale Mittelmeer zu entsenden, um Bootsmigranten aufzunehmen. Die 69 Meter lange "Ocean Viking" sei 1986 für die Notfallrettung von bis zu 200 Menschen von Ölplattformen konzipiert worden und fahre unter norwegischer Flagge. Das Schiff sei mit vier schnellen Rettungsbooten und einer Klinik mit mehreren Räumen ausgestattet. Das Vorgängerschiff "Aquarius" hatte auf Druck Italiens 2018 die Suche im Mittelmeer einstellen müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juli 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2019, 11:49 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

85 Kommentare

22.07.2019 23:21 M.A.Viktoria. 85

Es ist die Klimakatastrophe und Terror,Krieg usw,daß die Menschen fliehen und den Tod im Meer in Kauf nehmen.
Die Tiere sterben und später die Menschen.
Die Konzerne wollen nur Profit,aber Geld kann man nicht essen und nicht trinken...Zuerst stirbt die Natur-die Tiere und am Ende der arme Mensch..Es wird noch schlimmer werden auf unserem Planeten..Indien und andere Länder starten zum Mond-Mars....Und unsere Welt geht kaputt...Pervers die Menschheit..

22.07.2019 20:17 Fakt 84

>>Hotzenplotz, #82:
"..warum wurden die nicht zurück nach Griechenland gerettet?? Warum wurden die Flüchtigen nach Italien geschleppt??"<<
--------
Wie wäre es, wenn Sie Artikel erst einmal lesen würden, bevor Sie kommentieren? Dann hätten Sie auch erfahren, dass die Migranten nach ihrer Rettung
"in den Hafen Kalamanta in Griechenland gebracht" wurden. Nun noch ein Blick in den Atlas und Sie erfahren auch, dass Griechenland nicht Italien ist.

22.07.2019 20:09 Thomas 83

@71 D.o.M.

Schlechte Karten - das einzig Beständige ist der Wandel. Kann man gut- oder schlechtfinden, muss man dennoch akzeptieren.

Seien Sie doch froh, dass die u.a. ihr Glück in den EU-Ländern Suchenden noch nicht wirklich so ein Licht aufgegangen ist wie in Timur Vermes "Die Hungrigen und die Satten" oder zig Faktoren zusammenkommen. Dann wären Sie vielleicht froh über die paar Männeken, welche derzeit so hier kommen.

@74 jochen

Ja - und was soll ich mit dieser Information jetzt tun?

22.07.2019 17:48 Hotzenplotz 82

So,so vor der griechischen Halbinsel Peleponnes, warum wurden die nicht zurück nach Griechenland gerettet?? Warum wurden die Flüchtigen nach Italien geschleppt?? Wird jetzt schon first class geschleppt?? Das sind die Fragen die sich so stellen.

22.07.2019 15:13 Buergerx 81

@69Eija Tirkkonen: "Das Dublin Abkommen wird gerade deswegen korrigiert."
1. wird es noch nicht geändert, es gibt lediglich Vorschläge
2. Wenn, wird es sicher nicht voll umfänglich in Ihrem Sinne geändert

22.07.2019 14:25 Buergerx 80

@70Winfried: wie kommen Sie darauf? Ich habe lediglich gesagt dass der unterschwellige Ton alá Oberlehrer vom Foristen Fakt immer erzieherisch und dominant ist und andere Meinungen, na ja sagen wir mal vorsichtig, diskreditieren möchte.

22.07.2019 14:12 Buergerx 79

@77Eija Tirkkonen: sind Sie linksextrem? Welche Einheit in der EU, wer hat was beschworen? EU-Subventionen zu streichen wird schwer durchsetzbar sein. Von der Leyen macht dahingehend momentan ganz andere Vorschläge, sonst hätte es die polnischen Stimmen für sie nicht gegeben. Gelder innerhalb Deutschlands zu streichen ist laut GG gar nicht möglich uns schon gar nicht, wenn die die dortigen Bevölkerungen in Ihren Augen falsch wählen oder was meinen Sie mit "Mehrheitsentscheid der Bevölkerung"?
"... aus der Pflicht stehlen" es gibt keine Pflicht im Sachen Migration. Sie verwechseln hier Wunsch oder moralische Pflicht und Wirklichkeit.

22.07.2019 13:01 winfried zu (77)Eija Tirkkonen 78

>>Die Aufnahme von Flüchtlingen, Asylanten und Migranten ist eine EU-Gesamt-Aufgabe.<<
Ich teile da eher die Orban-Auffassung ... "Das ist keine EU- sondern eine DE-Aufgabe".

Meine "Prioritäten" sind ...
ICH ... meine Familie ... DE ... EU ... (christl.)Europa ... Rest der Welt.

P.S.: Ich habe bewusst (christl.) Europa geschrieben, denn für mich kommt GG VOR Scharia.

22.07.2019 11:46 Eija Tirkkonen 77

Im letzten Wahlkampf wurde die Einheit der EU beschworen. Die Aufnahme von Flüchtlingen, Asylanten und Migranten ist eine EU-Gesamt-Aufgabe. Insofern sind die Vorschläge alsbald umzusetzen, daß den Ländern, die sich wiederkehrend weigern, Personen aus dem Kreis aufzunehmen, die EU-Subventionen gestrichen werden. In der Regel wären davon die sog. Netto-Empfänger-Staaten betroffen.
In Anlehnung an diesen EU-Vorschlag könnte man auch den Bundesländern die Unterstützung aus Berlin kürzen oder sogar streichen, die durch Mehrheitsentscheid der Bevölkerung keine Menschen aus dem in Rede stehenden Kreis aufnehmen wollen.
Auf der einen Seite profitieren, aber auf der anderen Seite sich aus der Pflicht stehlen, ist ja doch im Kern schäbig, oder?

22.07.2019 10:53 Fakt 76

>>D.o.M., #71:
"Ich möchte, dass mein Enkel unseren Kontinent noch so vorfindet"<<
--------
Und, ist unser Kontinent heute noch so, wie er zu Zeiten unserer Großväter war? Glücklicherweise nicht! Die Welt hat sich immer verändert, verändert sich und wird sich auch in Zukunft stets verändern. Vielleicht möchten unsere Enkel gar nicht den Kontinent so, wie er heute ist? Sollten Sie mal drüber nachdenken.