Viktoria Marinova
Die Journalistin Viktoria Marinova wurde am 6. Oktober 2018 in einem Park ihrer heimatstadt Russe vergewaltigt und ermordet. Bildrechte: dpa

Urteil im Fall Marinova 30 Jahre Haft für Mord an bulgarischer Journalistin

Der Mörder und Vergewaltiger der bulgarischen Journalistin Viktorija Marinova ist zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der 21-Jährige hatte seine Schuld eingestanden. Laut Gericht ging es allein um "sexuelle Motive".

Viktoria Marinova
Die Journalistin Viktoria Marinova wurde am 6. Oktober 2018 in einem Park ihrer heimatstadt Russe vergewaltigt und ermordet. Bildrechte: dpa

Ein halbes Jahr nach dem brutalen Mord an der bulgarischen Journalistin Viktorija Marinova im nordbulgarischen Russe ist der Täter zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der Donaustadt befand einen 21-Jährigen für schuldig, die TV-Moderatorin vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Bulgare, der nach der Tat in Deutschland gefasst worden war, hatte sich in dem Schnellverfahren schuldig bekannt. Er vermied damit eine lebenslange Haftstrafe.

Beim Joggen vergewaltigt und ermordet

 Ein Porträt der getöteten Fernsehreporterin Wiktorija Marinowa steht auf dem Freiheitsdenkmal und Rosen liegen davor.
Der brutale Tod Marinovas löste international Entsetzen aus. Bildrechte: dpa

Der Mord und die Vergewaltigung Marinovas hatten international Entsetzen ausgelöst. Der Täter hatte die 30-jährige Journalistin und Mutter am 6. Oktober 2018 am Ufer der Donau angegriffen, als sie gerade joggen war. Der unter Alkoholeinfluss stehende Täter vergewaltigte und tötete die Moderatorin. Drei Tage später wurde der damals 20-Jährige im niedersächsischen Stade festgenommen, wo er sich bei Verwandten aufhielt.

Beruf des Opfers spielte keine Rolle

Der bulgarischen Staatsanwaltschaft zufolge lagen der Tat "sexuelle Motive" zugrunde. Der Beruf des Opfers habe keine Rolle gespielt. Marinova arbeitete als Moderatorin für den Lokalsender TVN, der wenige Tage vor ihrer Ermordung Interviews von ihr mit zwei investigativen Journalisten ausgestrahlt hatte. Die Reporter berichteten über ihre Recherchen zur mutmaßlichen Veruntreuung von EU-Geldern in Bulgarien durch Geschäftsleute und Politiker.

Vor dem Hintergrund politisch motivierter Morde an Journalisten in anderen Ländern, etwa in Malta und der Slowakei, war der Fall Marinova international in die Schlagzeilen geraten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. April 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 12:04 Uhr