Arndt Ginzel
Arndt Ginzel wurde 2017 mit dem Bayerischen Fernsehpreis in der Kategorie Informationsprogramme geehrt. Bildrechte: ZDF

Auszeichnung für Journalisten Leipziger Reporter bekommt Medienpreis für engagierte Berichterstattung

Journalist Arndt Ginzel ist mit dem "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" ausgezeichnet worden. Der Leipziger arbeitet regelmäßig für die investigativen MDR-Magazine "Exakt" (MDR) und "FAKT" (ARD).

Arndt Ginzel
Arndt Ginzel wurde 2017 mit dem Bayerischen Fernsehpreis in der Kategorie Informationsprogramme geehrt. Bildrechte: ZDF

Am 8. Oktober ist in Leipzig der "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2019" verliehen worden. Der Leipziger Journalist Arndt Ginzel ist einer der diesjährigen Preisträger. Er und der Dresdner Kameramann Gerald Gerber bekamen die Ehrung als Team für ihren journalistischen Beitrag zur Pegida-Berichterstattung im Sommer 2018. Der "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" wird seit 2001 von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig vergeben. Er ist eine Würdigung für Journalisten, die sich trotz zu befürchtender Anfeindungen für eine unabhängige Berichterstattung einsetzen. Der dritte Preisträger in diesem Jahr ist der österreichische TV-Moderator Armin Wolf. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

"Unerschrockene und beharrliche" Berichterstattung

Arndt Ginzel, Andreas Gerber und Armin Wolf zeichneten sich durch eine "unerschrockene und beharrliche" Berichterstattung aus, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Harald Langenfeld die Wahl der Preisträger. Ihre Arbeit sei gekennzeichnet durch "die kritischen Fragen, die nicht bei allen Gesprächspartnern auf Gegenliebe stoßen". Die Freiheit von Rede und Schrift sei keine Selbstverständlichkeit, betonte er. "Sie muss vielmehr erkämpft, geschützt und verteidigt werden. Unser Medienpreis will dazu seinen Beitrag leisten", sagte Lengenfelder. Mit dem Preis sollen Journalisten und Verleger unterstützt werden, die die Medienfreiheit dort verteidigen, wo sie in Gefahr sei, fügte Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, hinzu.

Arndt Ginzel 2018 im Strudel der "Hutbürger"-Debatte

Der Reporter Arndt Ginzel erinnerte in seiner Dankesrede an die "Hutbürger"-Debatte, in die er und Kameramann Gerald Gerber im Sommer 2018 am Rande einer Demonstration in Dresden geraten waren. Ginzel gehörte zu dem Fernsehteam, das mit einem ZDF-Beitrag von einer Pegida-Demo für großes mediales Aufsehen sorgte und Debatten in den Sozialen Netzwerken auslöste. Der Anlass war ein Mann, der in dem Bericht zu sehen war. Er trug einen schwarz-rot-goldenen Hut und wollte die Reporter daran hindern, ihn zu filmen. Die sächsische Polizei hielt daraufhin das Fernsehteam eine Zeitlang fest. Der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar sicherte im Nachgang zu, dass dieser Vorfall in der Polizei aufgearbeitet werde. Er bekräftigte zudem, dass die Polizei sich für die Pressefreiheit im Land einsetze.

Verbale und körperliche Angriffe an der Tagesordnung

"Lügenpresse-Rufe" gehörten heute zum journalistischen Alltag, sagte Ginzel bei der Preisverleihung. Er und seine Kollegen seien immer wieder Beschimpfungen und körperlichen Angriffen ausgesetzt.

Dass Rechtsextremisten gegen Journalisten hetzen, ist nichts Neues. Die neue Qualität besteht darin, dass es auch in bürgerlichen Milieus im Osten allmählich durchaus als schick gilt, auf Berichterstattung, die ihren Meinungen oder Weltsichten widerspricht, mit Verachtung und Hass zu reagieren.

Arndt Ginzel Medienstiftung der Sparkasse Leipzig

Die kommende Regierungskoalition sieht Arndt Ginzel in der Pflicht, sich für mehr Pressefreiheit stark zu machen. Dazu fordert er die Verabschiedung eines Informationsfreiheitsgesetzes im Freistaat Sachsen. Damit steht Ginzel ganz in der Tradition des Leipziger Medienpreises, den er erhalten hat. Denn der "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" steht auch im Zeichen derer, die am 9. Oktober 1989 für ein freies Land mit Pressefreiheit auf die Straße gingen.

"Viel Mut bewiesen"

Wolf-Dieter Jacobi, Programmdirektor Leipzig
Wolf-Dieter Jacobi, Programmdirektor Leipzig Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Für MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi ist die Ehrung von Arndt Ginzel und Gerald Gerber "ein deutliches Zeichen für Pressefreiheit und unabhängigen Journalismus als höchstes Gut einer freien Gesellschaft". Er erklärte nach Bekanntwerden der diesjährigen Preisträger: "Bei ihren investigativen Recherchen und Beiträgen haben sie viel Mut bewiesen und sich durch Anfeindungen nicht beeindrucken lassen. Gerade im Hinblick auf die Ereignisse vor 30 Jahren ist für den Mitteldeutschen Rundfunk der freie Zugang zu Informationen besonders kostbar und fundamental." 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | EXAKT | 02. Mai 2017 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 18:38 Uhr