Styling-Helfer Haarbürsten-ABC: Welche Bürste für welches Haar?

Von Rundbürste über Paddle Brush bis hin zur Bürste mit Naturborsten. Die richtige Haarbürste zu finden ist gar nicht so einfach. Friseurmeister Sven Hentschel erklärt, welche Bürste für welches Haar und welche Frisur geeignet ist.

Frau am Meer benutzt Haarbürste als Mikrofon
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Grundsätzlich: Warum überhaupt Bürsten?

Die Beautyhelfer entwirren, entfernen Styling-Rückstände, verleihen neuen Schwung, Glanz und Volumen und sorgen für das "schöne Haargefühl".

Haare bürsten leicht gemacht

Zum Entwirren gern von der Spitze zum Haaransatz arbeiten. Das ist weniger schmerzhaft und verhindert Haarbruch. Ob Sie die Haare vor oder nach dem Waschen kämmen hängt von der Haarstruktur (Anliegen der Schuppenschicht) ab.

Ist diese sehr offen und unruhig, empfiehlt Sven Hentschel, die Haare lieber nur im nassen Zustand auszukämmen. In jedem Fall tut bürsten nicht nur dem Haar sondern auch der Kopfhaut gut. Denn diese wird so besser durchblutet und versorgt die Haarwurzeln mit mehr Nährstoffen, was kräftigt und stärkt.

Natur-, Plastik- oder Metallborsten?

Der Favorit von Experte Sven Hentschel sind ganz klar Naturborsten; allerdings im Mix (75 Prozent Natur, 25 Prozent Synthetisch). Naturborsten pflegen und entwirren das Haar gleichzeitig, rutschen aber auf Grund ihrer Weichheit oft zu schnell über die Haarpracht und greifen auch beim Volumenföhnen zu wenig. Was wiederum die synthetischen Borsten besser können. Deshalb ist der Mix für den Friseurmeister ideal.

Metallbürsten gehören nicht in sein Repertoire. Auf Grund ihrer "kratzigen Oberfläche" verletzen sie die Schuppenschicht der Haare und schädigen so. Es entsteht schnell mal ein Haarfitz, und weil Metall heißer wird, wird das Keratin der Haare durch die zu große Hitze angeschmolzen. Das Haar bricht und wird glanzlos.

Bürsten für Volumen

Friseurin föhnt Haare einer Kundin
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Um Volumen zu erhalten, föhnt Sven Hentschel die Haare im nassen Zustand mit einer Skelettbürste (feines Haar) beziehungsweise einer Paddle-Brush (starkes Haar) am Haaransatz in alle Richtungen an. Das hebt das Haar von der Kopfhaut ab (kein fettiger Ansatz) und bringt Stand. Danach kommen Rundbürsten zum Einsatz, um auch den Haarlängen Schwung und Glanz zu verleihen. Der Durchmesser richtet sich hier nach Haarlänge und Stärke. Je feiner und kraftloser ein Haar, desto kleiner der Durchmesser.

Tipp Die geföhnte Haarpartie auf der Bürste immer kurz auskühlen lassen. Das hält länger in Form.

Bürsten als Haarglätter

Neben der klassischen großen Paddle-Brush, die beim Föhnen die Haarstruktur schon gut beruhigt (ein Rest Frizz bleibt leider), wendet Experte Sven Hentschel entweder eine große Rundbürste (Durchschnitt mindestens 7 cm) oder eine elektrische flache Glättungsbürste an. Hier lassen sich je nach Modell und Haartyp verschiedene Temperaturen von 150 bis 230 Grad einstellen. Die Kunststoffbürsten schützen vor Verbrennungen und Austrocknen. Manche Bürsten haben eine Ionenfunktion, die Frizz und fliegende Haare vermeiden soll.

Haarentwirrer-Bürsten zum Auskämmen

Frau kämmt ihr Haar
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Diese so genannten "Detangler Haarbürsten" sehen meist wie ein aufgeschnittener Ball oder wie eine Plastikkugel aus. Die Borsten sind aus weichem Synthetikmaterial, unterschiedlich lang und gleiten so viel leichter und schonender durch das Haar. Dadurch werden sie zum perfekten "Haarentwirrer". Diese Art Bürste eignet sich besonders für halb- und langes Haar. Aber auch die großflächige Paddle-Brush ist genau wie die Skelettbürste ein super "Auskämmhelfer".

Tipp Bitte immer von der Haarspitze zum Haaransatz auskämmen. Das schont die Schuppenschicht und vermindert Zerren und Schmerzen.

Toupierbürste

Diese Spezialbürste eignet sich super zum Volumenaufbau, besonders bei Hochsteckfrisuren und am Hinterkopf. Das Besondere ist die Länge der Borsten. Diese sind kürzer, stehen enger zusammen und sind im Bogen angeordnet. Dadurch entsteht schneller und haltbarer eine volumenaufbauende Toupage.

Elektrische Haarbürsten

Die Vorteile einer elektrischen Haarbürste liegen in der 2-in-1-Funktion, also Trocknen und Formgeben aus einem Gerät. Das spart Zeit und schont Haare und Kopfhaut. Durch die schonende Glättung der Haarstruktur erhält das Haar einen tollen Glanz. Auch lassen sich durch verschiedene Bürstenaufsätze — Volumen (runder Bürstenaufsatz) und glatt (paddle = glatter Aufsatz) — unterschiedliche Stylings einfach und mit wenig Aufwand herstellen.

Für Experte Sven Hentschel nicht ganz optimal ist die Haltbarkeit, da diese Geräte etwas weniger Spannung geben als die klassische Bürste mit Föhn.

Tipps zur Bürstenreinigung

Frau bürstet ihr Haar
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Sven Hentschel empfiehlt: Entfernen Sie am besten nach jedem Gebrauch die ausgekämmten Haare aus der Bürste. Das verhindert, dass sich Fettreste und Produktrückstände (Styling und Pflege) übermäßig ablagern. Außerdem rät der Experte zu einen Waschgang pro Monat, bei dem die Bürste mit Haarshampoo und einer Handwaschbürste gründlich gesäubert wird. Im Anschluss die Bürste gründlich mit klarem Wasser spülen, aber nie ins Wasserbad legen. Das löst Kleber und lässt oft den Bürstenkörper auseinander fallen. Zum Trocknen die Borsten mit einem Handtuch ausdrücken und danach an einem warmen Ort auslegen, zum Beispiel auf die Heizung oder in die Sonne.

Kleiner Föhn-Tipp

Am einfachsten ist es, das Haar immer in kleine Partien aufzuteilen (geht super mit Haarclips) und dann vom Haaransatz zur Haarspitze mit dem warmen Luftstrom zu föhnen. Für normales Volumen die Bürste nach unten durch das Haar wegziehen; für mehr Volumen immer nach oben. Das stellt den Haaransatz gut auf und hält länger.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 13. Januar 2020 | 17:00 Uhr