Friseur-Tipps Haarpflege im Sommer: So schützen Sie Ihre Haare

Sommer, Sonne, UV-Schutz! Unsere Haut schützen wir fast immer mit Sonnencreme, aber die Haare vergessen die meisten. Doch Sonne, Wind und Meerwasser greifen die Haarstruktur an und lassen uns ganz schnell struppig aussehen. Starfriseur Sven Hentschel weiß, was dagegen hilft.

Friseurmeister Sven Hentschel mit MDR um 4 Moderator Peter Imhof im MDR um 4 Studio. 19 min
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Was passiert bei zu viel Sonne?

Durch die Sonnenstrahlen dringen schädliche UV-A und UV-B Strahlen in unser Haar ein. Dadurch bleicht das Haar teilweise extrem aus. Und auch die Keratinbausteine, also die Grundstruktur des einzelnen Haares, kann stark geschwächt werden, was zu stumpf und glanzlos aussehendem Haar bis hin zu Haarbruch führen kann.

Um all das zu vermeiden, muss das Haar intensiv geschützt werden und da empfiehlt es sich ruhig etwas mehr von dem jeweiligen Produkt als gewöhnlich zu verwenden.

Shampoo und zusammengerollte Handtücher
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Es gibt eine Vielzahl von speziellen Haarpflegeprodukten, die zumeist mit einem chemischen oder natürlichen Lichtschutzfilter ausgestattet sind, der UV-Strahlen absorbiert. Diese sind im Gegensatz zu Hautschutz-Produkten aber nicht mineralisch. Das ist wichtig, um Ablagerungen im Haar zu vermeiden.

Neben Sonnenschutzshampoo und Conditioner zur Grundversorgung sollten unbedingt auch Sonnenschutzsprays und Haaröle verwendet werden.

Die sogenannten Leave-In Conditioner verbleiben (wie der englische Name verrät) im Haar und können so ihre Schutzfunktion voll entfalten. Nach dem Sonnenbad oder dem Aufenthalt im Meer oder Pool sollte das Haar möglichst immer mit Süßwasser gründlich und intensiv gewaschen und vor allem gespült werden. Denn Chlor und Salzrückstände bleichen das Haar aus und zerstören die Schuppenschicht, was zu Strukturschäden führen kann.

Produktarten und Anwendung

Frau unter der Dusche bei der Haarwäsche
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Shampoo:
Für die tägliche Haarwäsche empfiehlt sich ein Shampoo ohne Tenside und sulfatfrei, da sonst Farbpigmente entzogen werden können. Achten Sie auf einen hohen UV-Filter und Feuchtigkeitswirkstoff. Und Vorsicht mit dem Handtuch: nur drücken, nicht trocken rubbeln.

After-Sun-Conditioner:
Diese Spülung sollte man, wie der Name verrät, nach einem Sonnenbad verwenden. Der Conditioner sollte sehr reichhaltig mit Pflegeölen versetzt sein. Irisches Moos oder Granatapfelextrakt sind meine Favoriten. Lassen Sie den Conditioner länger als die üblichen zwei Minuten einwirken (Empfehlung: 10-15 Minuten) oder greifen Sie auf eine noch intensivere Haarmaske oder Kur zurück, die das Haar zusätzlich mit Keratin wieder aufbaut.

Mein Tipp für strapaziertes Haar im Strandurlaub Tragen Sie etwas von dem Produkt bereits am Strand auf und arbeiten Sie es in die Haarlänge und -spitzen ein. Das sieht ein wenig aus wie ein „Wet-Look“ (die Haare sollen feucht aussehen) und erhöht den UV-Schutz. Am Abend bitte gründlich ausspülen.

Öl läuft aus einer Flasche
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Schutzsprays und Pflegeöle:
Beide Produkte verbleiben im Haar und sollten als direkter Sonnenschutz am Strand oder Pool eingesetzt werden. Obwohl sie oft „wasserfest“ sind, bitte nach dem Baden immer wieder erneuern. Nur so ist ein dauerhafter Schutz gewährleistet.

Coloriertes und heller gefärbtes Haar:
Besonders helles Haar wird beim Sonnenbad stärker beansprucht als braunes oder dunkles Haar. Unser natürlicher Haarfarbstoff Melanin wirkt wie ein eingebauter Sonnenschutz, doch der ist bei heller gefärbtem Haar deutlich minimiert.

Eine Lösung können Shampoos und Conditioner mit Farbpigmenten sein. Diese verhindern täglich angewendet den „Komplettverlust“ der Haarfarbe und helfen auch dem Friseur, nach dem Sommerurlaub wieder ein gepflegtes Farbspiel zu kreieren.

Seitenprofil einer Frau mit Steckfrisur.
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Langes Haar:
Zusammengebundenes oder geflochtenes Haar bietet der Sonne weniger Angriffsfläche. Besonders sensibel sind Längen und Spitzen. Tipp: Vor dem Sonnenbad einen Mix aus Intensivkur und Sonnenschutzöl in das Haar einarbeiten und nicht ausspülen. Das schützt zusätzlich.

Achtung! Bitte nie Spangen oder andere Haaraccessoires aus Metall verwenden, denn die oxidieren eventuell. Spiralgummis sind eine gute Alternative.

Auch sollte das Haar nach der täglichen Tortur intensiv und mindestens zwei bis drei Minuten gründlich nach dem Shampoonieren ausgespült werden. Denn alle Rückstände wie Salz, Chlor und Stylingsprodukte müssen raus aus den Haaren.

Auch die Kopfhaut muss geschützt werden

Die Kopfhaut ist sehr sensibel und die Sonnenstrahlen fallen direkt und senkrecht darauf. Am meisten gefährdet sind Scheitelträger, Menschen mit Glatze bzw. sehr feinen Haaren. Hier empfehle ich eine Kopfbedeckung (Hut, Kappe, Tuch). Wer dennoch ohne raus will, sollte wenigstens ein leichtes Sonnenschutzspray für die Haut auf alle transparenten Stellen auftragen. Diese fetten leicht und schützen besser als Haar-UV-Produkte.

Rückansicht einer Frau, die einen Strohhut und ein rotes Sommerkleid trägt und vor einem Feld steht.
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Und auch wenn die Sonne und das Meereswasser unsere Haare angreifen, sind wir doch mal ehrlich - ein lässiges Beach-Blond und eine griffige voluminöse Haarpracht haben auch ihren Reiz. Wie immer gilt: nur nicht übertreiben!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 10. August 2020 | 17:00 Uhr